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·18. September 2026
"Boah, das ist schon krass": Thiel coacht Hansa auch bei RWE

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Weil die Trainersuche beim F.C. Hansa Rostock nach dem Aus von Daniel Brinkmann noch andauert, wird Interimscoach Yannic Thiel auch am Sonntag beim Auswärtsspiel in Essen auf der Bank sitzen. An der Hafenstraße wartet auf die Kogge das aktuell formstärkste Team der Liga, dennoch zeigte sich der 36-Jährige zuversichtlich, als Sieger vom Platz zu gehen.
Erstmals als hauptverantwortlicher Coach auf der Bank und die Mannschaft direkt zu drei Punkten geführt: Yannic Thiel erlebte gegen den VfB Stuttgart II am Mittwoch einen in doppelter Hinsicht besonderen Abend. Es sei ein "spezieller Moment" gewesen, als er sich vor Anpfiff umgeschaut habe, berichtete er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. "Boah, das ist schon krass, dass ich jetzt hier stehe", sei ihm dabei durch den Kopf gegangen.
"Aber mit dem Anpfiff bist du dann komplett im Tunnel." Entsprechend habe er auch "0,0" darüber nachgedacht, ob er auch am Sonntag wieder an der Linie steht oder in Zukunft als Cheftrainer fungieren werde. "Am Ende geht es nicht um mich, sondern um den Verein, dass wir als Trainerteam hoffentlich gute Entscheidungen treffen und drei Punkte holen." Gegen Stuttgart II gelang das bereits, jetzt sollen auch in Essen drei Punkte her.
In der Tabelle rangiert Hansa derzeit zwei Zähler hinter RWE, das seit fünf Spielen ungeschlagen ist und vier dieser Partien gewinnen konnte. Damit sind die Essener das formstärkste Team der Liga, was Thiel aber nicht davon abhielt, selbstbewusst an die Aufgabe heranzugehen. "Wir wissen, dass wir dort gewinnen können. Und mit der Einstellung fahren wir auch dahin." Gegen eine Mannschaft, die einen "sehr stabilen Eindruck" mache, wird es auch einmal mehr um die Defensive gehen.
Auch gegen den VfB stand trotz 2:0-Führung nicht die Null, sodass die Anzahl der Gegentore auf 14 angewachsen ist – Liga-Höchstwert zusammen mit Meppen und Regensburg. Aus Thiels Sicht habe vor allem das "Momentum im Ballbesitz" gefehlt. "Wir müssen im Ballbesitz ein Ticken klarer, in gewissen Situationen aber auch mutiger sein, um die Anzahl an Ballbesitz-Phasen zu erhöhen und dadurch die defensiven Phasen ein bisschen zu verringern."
Womöglich wird es auch wieder zu personellen Änderungen kommen, nachdem Thiel schon gegen Stuttgart dreimal gewechselt hatte – jeweils mit Erfolg. "Wir haben einen breiten Kader und viele Optionen", hielt sich der 36-Jährige aber noch bedeckt. "Wir haben viele Jungs, die auf ihre Chance warten. Da schauen wir mal, was wir uns da einfallen lassen."
Weiterhin nicht dabei sein werden Yannic Stein (Knieverletzung), Paul Stock (Aufbautraining nach Muskelbündelriss) und Emil Holten (nach Adduktorenproblemen). Führt Thiel die Kogge zum zweiten Sieg unter seiner Regie? "Das wird ein geiles Spiel. Und es wird noch geiler, wenn wir dort gewinnen." Dann hätte der 36-Jährige das Optimum aus seiner Zeit als Interimcoach herausgeholt, bevor er wieder in die zweite Reihe geht.
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