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·1. Februar 2026

Borussia-Weg oder Abstiegsweg? Gladbachs große Illusion platzt

Artikelbild:Borussia-Weg oder Abstiegsweg? Gladbachs große Illusion platzt

Borussia Mönchengladbach: Der Borussia-Weg führt direkt in den Abstiegskampf

Borussia Mönchengladbach wollte zurück zu alter Identität. Zu Tempo, Mut und Fohlenfußball. So zumindest lautete das große Versprechen der Vereinsführung vor der Saison. Sechs Monate später steht der Klub sportlich mit dem Rücken zur Wand – und spielt Fußball, der mit dem propagierten Borussia-Weg nichts mehr zu tun hat.

Statt Entwicklung herrscht Stillstand. Statt junger Talente sieht man verunsicherte Routiniers. Und statt Aufbruchsstimmung wächst rund um Borussia Mönchengladbach die Angst vor dem Abstieg. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Borussia-Weg gescheitert ist – sondern wer dafür die Verantwortung trägt.


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Gladbach und der „Borussia-Weg“ – ein Versprechen ohne Inhalt

Die Vereinsphilosophie von Borussia Mönchengladbach trägt seit Jahren einen großen Namen: der Borussia-Weg. Vor allem die Geschäftsführer Stefan Stegemann und  Markus Aretz verkaufen ihn als alternativlos. Noch vor Saisonbeginn, breitbeinig und beflügelt von der U17-Meisterschaft, verkündete Stegemann selbstbewusst:

„Borussia muss zurück zum Fohlenfußball. Das ist die Strategie. Wir wollen junge Talente entwickeln, besser machen und heranführen. Wir werden sie vielleicht nicht immer halten können, aber wir wollen wieder der Verein sein, der Borussia war.“

Große Worte. Sechs Monate später bleibt davon: nichts.

Abstiegsfußball statt Fohlenfußball

Nach einem halben Jahr Bundesliga-Alltag muss man festhalten: Borussia Mönchengladbach hat sportlich eher den Weg Richtung 2. Liga eingeschlagen als den zurück zu alter Identität. Der Fußball ist mutlos, ideenlos und aktuell der unansehnlichste der gesamten Liga. Drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone – das ist die nackte Realität.

Vom propagierten „Fohlenfußball“ fehlt jede Spur. Trotz massiver Verletzungssorgen ist es weder Gerardo Seoane (bereits Geschichte) noch Eugen Polanski gelungen, junge Talente nachhaltig an den Profikader heranzuführen.

Talente auf der Bank – und im Abflug

Ein besonders bezeichnendes Beispiel: Wael Mohya. Eines der größten Talente im Verein, 17 Jahre alt – und trotz einer harmlosen Gladbacher Offensive gerade einmal 117 Bundesliga-Minuten Einsatzzeit. Entwicklung? Vertrauen? Fehlanzeige.

Stattdessen setzt Polanski offensiv regelmäßig auf Florian Neuhaus, der in 15 Bundesligaeinsätzen lediglich eine Vorlage vorweisen kann und seit Wochen weit von Bundesliganiveau entfernt ist. Alternativ kommt Sommertransfer Shuto Machino zum Einsatz – bislang ein Vollflop, der auf dem Platz völlig neben sich steht.

Auch Charles Herrmann ist ein weiteres Mahnmal dieser Kaderpolitik. Nach seinem Debüt gegen Leverkusen inklusive Torvorlage verschwand er komplett aus den Planungen und wird dem Verein nun den Rücken kehren – Richtung Belgien. Weitere Talente? Fehlanzeige.

Verantwortung liegt bei der Führung

Am Ende müssen sich Stegemann und Aretz an ihren eigenen Aussagen messen lassen. Und das Zwischenfazit fällt verheerend aus. Mit Seoane wurde bereits der erste Trainer entlassen, und auch Wunschlösung Polanski steht massiv unter Druck. Die kommenden Spiele gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg könnten zum Pulverfass werden.

Sollte sich die sportliche Entwicklung nicht schlagartig verbessern, droht die zweite Trainerentlassung in einer Saison. Spätestens dann darf es nicht mehr nur um den Trainer gehen. Dann müssen Stegemann und Aretz ihren eigenen Borussia-Weg kritisch hinterfragen – und auch Konsequenzen in der Vereinsführung ernsthaft diskutieren.

Der Borussia-Weg ist aktuell kein Konzept. Er ist eine leere Floskel.

🖊 Autor: Jan David Busch

📷 Photo by Imago Team 2

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