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VfL Osnabrück

·17. Juli 2026

Brückenschlag (148): „Charly“ Komorowski zum 100.

Artikelbild:Brückenschlag (148): „Charly“ Komorowski zum 100.

Er war einer der besten Abwehrspieler, die in den 1950er Jahren das Trikot der Lila-Weißen trugen: Walter (genannt „Charly“) Komorowski absolvierte 190 Spiele für den VfL, rettete seinem Verein entscheidende Punkte und zeigte auch angehenden Legenden ihre Grenzen auf. Heute wäre Charly Komorowski 100 Jahre alt geworden.

Wenn es drauf ankam, war auf ihn Verlass: Charly Komorowski spielte in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1952 eine entscheidende Rolle, als dem VfL ein sensationelles 0:0-Unentschieden gegen den Topfavoriten VfB Stuttgart gelang.


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Mit dem kompromisslosen, zweikampfstarken Stopper, der auch wuchtige Befreiungsschläge im Programm hatte, gelangen den Lila-Weißen 1953/54 zwei Erfolge gegen Hannover 96, den späteren Deutschen Meister, der sich in der gesamten Spielzeit nur viermal geschlagen geben musste. Der zweite Sieg war besonders wichtig, denn das 2:1 im Eilenriedestadion sicherte dem VfL den erstmals stark gefährdeten Klassenerhalt in der Oberliga Nord.

Komorowski, dem als Stopper oder auch „Ausputzer“ nicht immer die dankbarsten Aufgaben zufielen, hielt die lila-weiße Abwehr aber auch in den oft dramatischen Duellen gegen Werder Bremen oder den Hamburger SV zusammen und stand dabei unter anderem dem jungen Uwe Seeler im Weg.

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So verdiente er sich einen kuriosen Spitznamen, der ihn noch in einem aktuellen Wikipedia-Eintrag begleitet und als eigenwillige Liebeserklärung aus den Zeiten des Kalten Krieges gedeutet werden muss: „Der eiserne Vorhang“. Komorowski, sollte das wohl heißen, ließ weder Ball noch Gegner durch. Kein Wunder, dass er zu einem der unvergessenen Publikumslieblinge an der Bremer Brücke wurde.

Der Gefeierte war, anders als viele seiner Osnabrücker Mannschaftskameraden, allerdings nicht in der Hasestadt aufgewachsen. Komorowski lernte das Fußballspielen bei Westfalia Bochum, ehe er zur SpVgg Erkenschwick wechselte, wo er mit Ausnahmestürmer Julius Ludorf (1919-2015) zusammenspielte. Doch selbst „Jule“, der unumschränkte Star der Erkenschwicker, betrieb den Fußball in diesen Jahren nur nebenbei – tagsüber verdiente er seine Brötchen auf der „Zeche Ewald“.

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Aus finanziellen Gründen wird sich Charly Komorowski, im bürgerlichen Beruf ebenfalls Bergmann, damals wohl keinen neuen Arbeitgeber gesucht haben. Doch das Engagement bei den Lila-Weißen war immerhin existenzsichernd. Der VfL, der analog zum West-Oberligisten Erkenschwick in der erstklassigen Oberliga Nord antrat, zahlte ein Grundgehalt von 320 Deutsche Mark – der durchschnittliche Bruttolohn lag in Deutschland 1954 bei 352 DM. Für den Neuzugang aus dem Ruhrgebiet fielen überdies einige Prämien an, denn Komorowski absolvierte bis 1958 insgesamt 190 Punktspiele für die Lila-Weißen.

Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Komorowski dem VfL erhalten. Gleich dreimal sprang er als Interimstrainer ein, außerdem war er als Übungsleiter für TuS Haste, Tura Melle und den VfB Schinkel aktiv. Schon in dieser Zeit machten ihm immer wieder gesundheitliche Probleme zu schaffen. 1986, im Alter von nur 59 Jahren, starb Walter Komorowski an den Folgen einer Herzoperation.


Text: Thorsten Stegemann Fotos: Charly Komorowski © NOZ-Archiv / VfL-Museum

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