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·4. März 2026

"Brutal": Ulm taumelt Abstieg entgegen, Fans wenden sich ab

Artikelbild:"Brutal": Ulm taumelt Abstieg entgegen, Fans wenden sich ab

Selbst gegen die schwächste Rückrundenmannschaft gelang dem SSV Ulm am Dienstagabend kein Sieg, stattdessen setzte es im Duell mit Hoffenheim II trotz Führung eine 1:3-Niederlage, durch die der SSV dem zweiten Abstieg in Folge immer näher kommt. Die Fans wendeten sich nach Spielende bereits ab, Trainer Pavel Dotchev war am Boden.

Fans gehen vorzeitig

Sie waren nicht zu überhören, die lautstarken Pfiffe mit Spielende. Als die Mannschaft dann vor den Fanblock kam, hatte sich dieser bereits geleert. Keine Pfiffe, kein aufmunterndes Klatschen, einfach nichts. Ein deutliches Signal der Fans, die das Stadion schon kurz nach Schlusspfiff verlassen hatten, nachdem sie in der Endphase bereits den Support eingestellt hatten. Leon Dajaku zeigte bei "MagentaSport" Verständnis für die Reaktion: "Die standen genug hinter uns. Wir müssen uns jetzt an die eigene Nase fassen. Ich hab schon für Vereine gespielt, wo die Fans gar nicht mehr aufgetaucht sind und wir vor einer leeren Kulisse gespielt haben. Deswegen habe ich größten Respekt vor den Fans."


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Auch Trainer Pavel Dotchev betonte, dass er den Unmut "absolut verstehen und nachvollziehen" könne. "Es tut mir echt leid, dass es zu so einer Situation gekommen ist, weil ich immer gedacht habe, dass ich hier die Kurve kriege und wir die nötigen Punkte holen, um uns aus den Abstiegsplätzen zu befreien. Auch für mich persönlich ist es sehr, sehr schmerzhaft, dass ich das nicht geschafft habe – bis jetzt." Bis auf zwei Zähler hätte der SSV mit einem Sieg gegen Hoffenheim an das rettende Ufer heranrücken können, nun bleibt es bei fünf Zählern.

"Dämliche Tore" kassiert

Dabei waren die Ulmer durch einen direkt verwandelten Freistoß in Führung gegangen (12.), ließen sich dann aber bei einem Einwurf überrumpeln (39.) und sahen auch beim zweiten Gegentor (78.) nicht gut aus. Dajaku sprach von "dämlichen Toren", die in der Summe "einfach zu viel" seien. "Wenn du dich so dumm anstellst – leichter kannst du es dem Gegner nicht machen. Das sind Fehler, die dürfen wir uns nicht erlauben, vor allem nicht da, wo wir gerade stehen. Das geht nicht. Es tut mir auch leid für die Fans, die jedes Wochenende mit Hoffnungen hierherkommen und wir sie jedes Mal wieder enttäuschen." Dotchev verwies im Hinblick auf die Gegentore zwar auch auf personaltechnische Probleme, etwa musste Dressel den verletzten Vukancic in der Innenverteidigung ersetzen und patzte dann beim 1:2, "aber das darf keine Entschuldigung sein".

Zumal der SSV genug Chancen hatte, nach dem Ausgleich wieder in Führung zu gehen. Nun müssen die Spatzen hoffen, dass der 1. FC Saarbrücken am heutigen Mittwochabend nicht gegen Wiesbaden gewinnt. Denn ansonsten würde der Rückstand zum rettenden Ufer auf acht Zähler anwachsen. Diesen in den verbleibenden elf Spielen dann noch aufzuholen, würde eine Herkulesaufgabe werden. Aufgeben kommt für Dotchev aber nicht infrage: "Es ist brutal für uns und eine bittere Niederlage, die richtig weh tut. Aber wir sind den Fans und der Liga gegenüber verpflichtet, bis zum Ende unser Bestes zu geben. Wir dürfen uns nicht gegenseitig zerfleischen."

Endspiel gegen Schweinfurt

Gleichwohl ist dem Drittliga-Rekordtrainer bewusst, dass der aktuelle Punkteschnitt nicht zum Klassenerhalt reichen wird. "Wir brauchen noch 22 Punkte. Das ist auf jeden Fall noch möglich." Wenngleich es dafür einen Zweierschnitt braucht. Doch Dotchev sagte: "Solange ich hier bin, werde ich mein Bestes geben. Alle haben mir viel Vertrauen gegeben. Es tut mir weh, das nicht zurückzahlen zu können." Gegen den 1. FC Schweinfurt wartet am Samstag bereits ein Endspiel auf die Spatzen, ein Sieg ist ohne Frage Pflicht. Dajaku sprach von einem "enorm wichtigen" Spiel und hofft, "dass wir den Fans etwas zurückzahlen können. Wir müssen liefern und die Leistung auf den Platz bekommen."

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