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·4. August 2026

Bünning meldet sich: „Kampf zurück ins Leben“

Artikelbild:Bünning meldet sich: „Kampf zurück ins Leben“

Zwei Monate lang gab es von Lars Bünning nur Vereinsmitteilungen. Am Samstag lief im Rudolf-Harbig-Stadion ein Video über die Anzeigetafel, und plötzlich sprach er selbst – 28 Jahre alt, ein Innenverteidiger, der Ende Mai um sein Leben gekämpft hat.

„Die letzten Wochen waren die wahrscheinlich schwierigsten Wochen in meinem ganzen Leben bisher“, sagte Bünning in der Instagram-Botschaft. Es sei schön gewesen, zu sehen, dass die Fans diesen Kampf zurück ins Leben mit ihm gemeinsam führen. Die Reha laufe gut, er mache täglich Fortschritte, er dürfe bald nach Dresden zurückkehren. Ein Datum nannte er nicht.


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Eine Blutung ohne Vorwarnung

Am 1. Juni machte Dynamo den Fall öffentlich. Bünning hatte eine Hirnblutung erlitten – spontan, ohne äußere Einwirkung, wie der Verein ausdrücklich mitteilte. Es folgte eine lebensnotwendige Operation, danach die Intensivstation. Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sprach von einem „absoluten Schockmoment“, in dem der Fußball vollständig in den Hintergrund rücke.

Der Zeitpunkt: wenige Tage nach dem letzten Saisonspiel. Da war die Zweitliga-Spielzeit gerade abgehakt, für Bünning eine unbefriedigende – nach elf Ligaeinsätzen kam er in der Rückrunde nur noch zu zwei Kurzauftritten. Es ist die Art von Detail, die in solchen Wochen völlig bedeutungslos wird.

Der Ärmel, der die Vorbereitung geprägt hat

Dynamo hat den Sommer über nicht geschwiegen, sondern getragen. In allen Testspielen liefen die Profis mit einem Sonderärmel auf: Bünnings Porträt, darunter zwei Worte – „Gemeinsam kämpfen!“. Solche Aktionen können schnell wie PR aussehen. Diese wirkte nicht so, weil niemand daraus eine Kampagne machte.

Dass die Botschaft ausgerechnet am Tag der Saisoneröffnung kam, war abgesprochen. Trainer Thomas Stamm erklärte, man habe bewusst der Familie und Bünning selbst überlassen, wann der Zeitpunkt richtig sei. Kapitän Niklas Hauptmann nannte das Video hinterher schlicht „das Wichtigste“ des Tages – vor dem 2:1 gegen Erstligist Union Berlin, das an diesem Nachmittag zur Nebensache wurde.

Die Reaktionen kamen auch von außerhalb. Terrence Boyd, inzwischen bei Waldhof Mannheim und früher Mitspieler Bünnings in Kaiserslautern, kommentierte: „Wir lieben Dich, Lars Bünning!“

Was Stamm nicht gesagt hat

Eine Frage blieb an diesem Samstag offen, und sie blieb es mit Absicht. Ob Bünning je wieder Profifußball spielen kann, wollte Stamm nicht beantworten. Es werde „weiterhin ein weiter, langer Weg sein“, sagte er – ein Satz, der alles offenlässt und nichts verspricht.

Das ist die ehrlichste verfügbare Auskunft. Nach einer Hirnblutung dieser Schwere gibt es keinen Reha-Plan, den man in Wochen ausdrücken kann, und keine belastbare Prognose, die ein Verein seriös in eine Pressemitteilung schreiben könnte. Bünnings eigenes Ziel klang deshalb bewusst bescheiden: Er wolle die Fans im Stadion treffen und Dynamo-Siege mitfeiern. Vom Spielfeld sprach er nicht.

Nürnberg, Sonntag, 13.30 Uhr

Am 9. August startet die SGD im Max-Morlock-Stadion in die Zweitliga-Saison, rund 10.000 Dresdner werden mitreisen. Es wird laut werden, es wird um Punkte gehen, und spätestens am Montag wird wieder über Tabellenplätze diskutiert.

Bünning spielt in diesem Sommer um etwas anderes. Wer beides in derselben Woche mitbekommt, weiß für ein paar Tage ziemlich genau, wie viel ein Tabellenplatz wiegt.

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