Bundesliga 2026/27 Taktik-Vorschau | FC Augsburg | OneFootball

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·15. August 2026

Bundesliga 2026/27 Taktik-Vorschau | FC Augsburg

Artikelbild:Bundesliga 2026/27 Taktik-Vorschau | FC Augsburg

Unsere nächste Folge der taktischen Vorschau auf die Bundesliga 2026/27 von Get German Football News wirft einen Blick auf einen der drei deutschen Fußballklubs, bei denen der Autor Mitglied ist. Diesmal ist Augsburg an der Reihe. Es gibt so unfassbar viele schöne Erinnerungen an Besuche in dieser Stadt und an tiefgehende Fußballgespräche mit den Einheimischen in ihrem herrlich knuffigen Dialekt. Tiefe Zuneigung und Sympathie für die Fuggerstädter führten im vergangenen Jahr zu reichlich mürrischen und beschwerdelastigen Kolumnen. In den vorherigen FCA-Artikeln gab es neben jeder Menge Anti-Sandro-Wagner-Tiraden auch scharfe Kritik an diesem „Römer-Rebranding“ des Klubs. Der Autor richtete leidenschaftliche Appelle an Augsburg, zu seinen langweiligeren Wurzeln aus Bankwesen und Puppen zurückzukehren.

Mit dieser Meinung war der Autor nicht allein. Auch die Ultras des Vereins verspotteten den ganzen „Augusta Vindelicum“-Hype und flehten den Stolz ihrer Heimatstadt an, wieder zu den Grundlagen zurückzukehren. Augsburg hörte zu. Manuel Baum kehrte zurück, um zunächst „ein paar Leitplanken auf der örtlichen Autobahn aufzustellen“ und dann dafür zu sorgen, dass seine Mannschaft ruhig, komfortabel und größtenteils anonym auf der ganz rechten Spur dahinrollt, wo sie niemand stört – oder überhaupt bemerkt. Gut gemacht. Bravo. Wurde Augsburgs „Römer-Rebranding“ aufgegeben? Natürlich nicht. Dafür wurde bereits viel zu viel Geld in die Ausstattung des Stadiontunnels und das Design von (kein Witz) Trikots im Marmor-Look investiert, nur damit die „AV“-Mützen aus dem Regal verschwinden. Das „Römerstadt-Recasting“ bleibt uns erhalten.


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Augsburg bewegt sich mit seinem Cheftrainer (solide und unspektakulär) und seinem Marketing (ein lächerliches Stück rustikaler Ambition) weiter in entgegengesetzte Richtungen. Wenn alles nach Plan läuft, wird Baums Team genau das vollenden, was es sich vorgenommen hat: eine 17. Bundesliga-Saison in Folge sichern. Ja, das ist alles. Mittelmaß ist im Land der „Puppenkiste“ kein Schimpfwort. Haltet die Mannschaft einfach in der höchsten Spielklasse, damit der „Kids Club“ jeden Tag fröhlich um den Platz kreisen kann. Man muss nicht nach Europapokal-Fußball wie zu Markus-Weinzierl-Zeiten streben. Das dient dem „Kids Club“ nicht. Die Kleinen könnten Europapokalnächte unter Flutlicht ohnehin nicht genießen – die wären schließlich nach ihrer Schlafenszeit.


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Baum hat großartige Arbeit geleistet, dieses Team in einem 3-4-2-1 zu stabilisieren. Im Grunde wirkt es so, als sei der aktuelle Kader bewusst so zusammengestellt worden, dass Baum noch ein Jahr in diesem sicheren System arbeiten kann. Fairerweise muss man sagen, dass die nächste Stürmergeneration durchaus etwas Vorfreude weckt. Die Klubverantwortlichen haben einen langfristigen Plan für ambitionierteren Fußball. Um das Bauprojekt der bayerisch-schwäbischen Version der ewigen Stadt jedoch überhaupt in Gang zu bringen, muss man sich zunächst darauf konzentrieren, „Rom“ vor dem Brennen zu bewahren. Die Glut des Wagner-Feuers glimmt noch immer. Entsprechend fielen die Sommertransfers überwiegend klar in die Kategorie „sicher“.

Größere personelle Veränderungen, Augsburg

In ihrem ersten vollständigen Sommer an der Spitze der FCA-Geschäftsstelle verfolgten die Verantwortlichen Benni Weber, Marc Lettau und Julian Baumgartlinger ganz klar den Ansatz „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“. Die oberste Priorität blieb Kontinuität. Baum wurde – offenbar ohne allzu viel Überzeugungsarbeit – dazu bewegt, als Cheftrainer zu bleiben, statt in seine frühere Entwicklungsrolle zurückzukehren. Auch die beiden Leihstürmer, die unter ihm zur Stabilisierung beitrugen, wurden fest verpflichtet. Augsburg zahlte 5 Mio. Euro, um Rodrigo Ribeiro zu halten, und vergleichsweise bescheidene 700.000 Euro für Michael Gregoritsch. Das Duo gibt Baum zwei sehr unterschiedliche Optionen: Ribeiro als beweglicheren Entwicklungsstürmer und Gregoritsch als erfahrenen Zielspieler, der Verteidiger bindet und Bälle festmachen kann.

Auch die Defensivarbeit folgte einer erfreulich unkomplizierten Logik. Hennes Behrens kam für 3,5 Mio. Euro aus Hoffenheim als Nachfolger von Dimitrios Giannoulis auf der linken Seite. Calvin Brackelmann wechselte ablösefrei vom Aufsteiger Paderborn, um Cédric Zesiger in der Dreierkette zu ersetzen. Sima Suso – für 1,6 Mio. Euro vom abgestiegenen Zweitligisten Düsseldorf geholt – bringt eine weitere junge Option im zentralen Mittelfeld, auch wenn Han-Noah Massengo und Fabian Rieder sich offenbar klar als Baums bevorzugte Doppelsechs etabliert haben. Nichts besonders Revolutionäres also. Gut so. Jeder echte Römer kann bestätigen, wie schrecklich „zu viele Kaiser“ in kurzer Zeit sind.

Um Platz für Behrens zu schaffen, wurde Giannoulis letztlich in einem recht sauber ausgehandelten Deal inklusive Freundschaftsspiel gegen PAOK Thessaloniki verkauft. Zesiger zog es ebenfalls zurück in seine Heimat zu den Young Boys. Zusammen brachten die beiden Verteidiger 7,75 Mio. Euro ein. Diese Führungsriege hob sich auch von früheren Funktionärsregimen ab, indem sie den Kader hervorragend ausdünnte. Beschwerden des Autors über schlechte Kaderbalance unter Verantwortlichen wie Stefan Reuter und Marinko Jurendic sind längst vergessen. Michael Ströll und seine administrativen Helfer trennten sich von Henri Koudossou, David Colina, Maximilian Bauer, Elvis Rexhbecaj und Oliver Sorg und strichen zudem mehrere zurückkehrende Leihspieler sowie Randfiguren von der Gehaltsliste.

Kyliane Dong, Elias Saad und Aiman Dardari wurden allesamt per Leihe zur Weiterentwicklung abgegeben. Auch Yusuf Kabadayi wechselte für ein weiteres Jahr nach Rijeka. In einer der größeren Überraschungen des Sommers – wenn auch nicht mehr ganz so überraschend, sobald man etwas darüber nachdenkt – wurde der taumelnde Zesiger einfach zurück in die Schweiz geschickt. Augsburg hat jedoch grundsätzlich der Versuchung widerstanden, jeden brauchbaren Wert in Transfererlöse zu verwandeln. Chrislain Matsima bleibt, nachdem der Wechsel zu Crystal Palace geplatzt ist, während Mert Kömür bislang trotz eines abgelehnten Angebots von Hull City über 10 Mio. Euro vor englischem Interesse geschützt wurde.

Dieser letzte Punkt ist wichtig, denn der Sommer könnte noch deutlich weniger langweilig werden. Kömür bleibt eines der wertvollsten jungen Assets im Kader. Alexis Claude-Maurice hat nach zwei Spielzeiten als einer der Unterschiedsspieler Augsburgs offen mit dem Gedanken gespielt, den „nächsten Schritt“ zu machen, und der FCA ist historisch gesehen nicht dafür bekannt, den richtigen Verkauf zu blockieren. Sollte einer der beiden gehen, wird ein weiterer offensiver Transfer wahrscheinlich. Im Moment bleibt das Gesamtbild jedoch angenehm sicher: die Achse bewahren, vernünftige Ersatzleute holen, Ballast loswerden und nichts in Brand setzen. Rom kann warten.

Notizen aus der Vorbereitung, Augsburg

Bevor wir überhaupt zu den Ergebnissen kommen, muss betont werden, dass Baum in der Vorbereitung deutlich mehr experimentiert hat, als man erwarten durfte. Zwar hielt er meist am 3-4-2-1 fest (manchmal auch 3-4-3 oder 3-6-1), doch kein Mittelfeldduo spielte zweimal zusammen. Spieler wie Robin Fellhauer, Anton Kade, Fabian Rieder und sogar Marius Wolf wurden ordentlich herumgeschoben. Wolf agierte mehrfach so weit vorne wie ein zweiter offensiver Flügelspieler in der Halbraumachse – etwas, das man seit den Köln-Tagen des 31-Jährigen nicht mehr regelmäßig gesehen hat. Hier geben wir Baum gern den Vertrauensvorschuss und nehmen an, dass der FCA-Coach lediglich die Vielseitigkeit seines Kaders testen wollte, anstatt die These dieses Artikels komplett zu zertrümmern.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht berichtet der Autor erfreut, dass das erste lockere Aufwärmspiel der Vorbereitung gegen eine zusammengewürfelte Truppe namens „Schwabenauswahl“ stattfand. Zugegeben: Er ist sich nicht ganz sicher, warum ihn das so amüsiert. Irgendetwas daran, dass Schwaben mit sich selbst (oder überhaupt irgendetwas) zufrieden genug sind, um sich so einen Namen zu geben, ist einfach witzig. Wer zur Hölle auch immer diese „Schwabenauswahl“ war – sie brachte ihre bayerisch-schwäbischen Freunde jedenfalls nicht besonders gut in Form für das Duell mit dem 1. FC Saarbrücken eine Woche später. Mert Kömür musste spät den Ausgleich zum 1:1 sichern. Auch Keeper Labrovic musste den Bundesligisten am Ende noch retten.

Baums Team zeigte im ersten größeren Testspiel nahezu überhaupt keine Struktur. Gegen Bournemouth im nächsten Vergleich sah man dann aber definitiv das 3-4-2-1 aus dem Vorjahr – oder zumindest das, was dafür durchging. Die englischen Cherries öffneten etwa ab der Stundenmarke die Schleusen und erzielten in einem 120-Minuten-Test fünf Treffer gegen ihre deutschen Gastgeber. Alexis Claude-Maurice und der interessante Tim Schnitzer trafen kurz hintereinander und sorgten für den Endstand von 2:5. Wichtig ist dabei: Baums ursprüngliche Startelf hielt in den ersten 60 Minuten stand. Erst nachdem der FCA-Coach nach der zweiten Pause eine komplett neue Elf brachte, wurde daraus ein wildes Durcheinander.

Danach bekam das Team die Gelegenheit, bei einem sonntäglichen Kick gegen einen Amateurgegner zu üben. Die „Wochenend-Krieger“ aus dem österreichischen Schwaz erlaubten den Fuggerstädtern, in 90 Minuten satte 15 Tore zu erzielen. Der völlig vergessene Uchenna Ogundu schnürte einen Dreierpack. Marius Wolf traf doppelt. Auch Anton Kade legte zwei Tore nach. Um alles in der Welt des Heiligen Römischen Reiches willen: Nathanaël Mbuku und Tomas Kastanaras trafen ebenfalls! Dieses Ergebnis kann man schlicht nicht ernst nehmen. Ein Autor, der sich in moderatem Maße (ganz deutsch) mit der Art und Weise beschäftigt, wie Klubs ihre Testspiele in der Vorbereitung ansetzen, wird anmerken, dass selbst das den Zweck nicht erfüllte. Das fehlende Selbstvertrauen aus dem Bournemouth-Spiel war weiterhin deutlich zu spüren. 

Hektik und großes Getöse zogen sich auch ins nächste Freundschaftsspiel gegen US Sassuolo in der WWK Arena hinein. Noahkai Banks verursachte in der ersten Halbzeit ein Foul (eigentlich knapp außerhalb des Strafraums), wodurch die Gäste per Elfmeter in Führung gehen konnten. Keeper Finn Dahmen half den Italienern dann auch noch beim Ausbau der Führung, indem er planlos seine Linie verließ. Zu ihrer großen Ehre kämpfte Baums Mannschaft aber weiter und holte tatsächlich noch den Sieg. Robin Fellhauer köpfte eine Flanke von Marius Wolf zum Anschlusstreffer ein. Kurz vor der Pause glich Anton Kade zum 2:2 aus: Nach einem langen Ball von Keven Schlotterbeck lupfte er den Ball über einen herausstürmenden Verteidiger. Hennes Behrens erzielte kurz nach Wiederanpfiff den Siegtreffer. Trotz vieler Chancen konnten die Gastgeber ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen.

Die Achterbahnfahrt der Vorbereitungsergebnisse setzte sich dennoch fort. Wie schon im Eröffnungsabsatz müssen wir erneut die Frage stellen: Hat Baum die eigentliche Notiz überhaupt richtig verstanden? Die, in der stand, dass er dieses Team im „Bautempo“ arbeiten lassen sollte? Zum zweiten Mal in dieser Reihe von Testspielen kassierten die Fuggerstädter eine ordentliche Abreibung gegen einen Premier-League-Gegner. Ein 5-2-3 passte im letzten Testspiel überhaupt nicht gegen Leeds. Baums Mannschaft lag schnell 0:3 hinten, zunächst überrollt von einem frühen Treffer des deutschen Nationalspielers Anton Stach.

Die deutschen Gäste wirkten gegen die Peacocks führungslos und hilflos und kamen nicht einmal annähernd zu einer echten Torchance. Finn Dahmen verhinderte mit mehreren Paraden, dass Leeds noch höher stellte. Dass es eben doch nur ein Testspiel war, führte zudem dazu, dass Leeds nach dem dritten Treffer bewusst einen Gang runterschaltete. Augsburg brachte trotzdem nichts Erwähnenswertes zustande – abgesehen von etwas besserem Verteidigen in den zweiten 45 Minuten. Ein weiterer ehemaliger deutscher Nationalspieler, Lukas Nmecha, setzte mit dem 4:0 in der 82. Minute den Schlusspunkt.

Taktisch war Baums Truppe ziemlich ungeordnet unterwegs. Zeitweise formierte sich die Mannschaft in ein 3-4-3 um, um etwas Vorwärtsdrang zu erzeugen. Es brachte exakt gar nichts. Robin Fellhauer spielte auf drei Positionen, was bei ihm tatsächlich nicht ungewöhnlich ist. Der 28-Jährige war allerdings ungewohnt schwach – als linker Flügelspieler, zentraler Mittelfeldspieler und rechter Schienenspieler. Dieses Resultat ist ausgerechnet das Allerletzte, was Augsburg vor dem Auswärts-Pokalspiel bei Energie Cottbus am kommenden Wochenende gebrauchen konnte. Es kann schnell heikel werden.

Ach ja.

Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag abgebrannt!

Gewinner des Trainingslagers, Augsburg

Uchenna Ogundu, MS

Baums Behauptung, Michael Gregoritsch und Rodrigo Ribeiro könnten womöglich in einem Zwei-Stürmer-System zusammen existieren, scheint nichts weiter als heiße Luft zu sein. Tatsächlich sah keiner der beiden Kandidaten für die Sturmspitze in der Vorbereitung besonders gut aus. Der Autor gibt Gregoritsch dennoch den Vorzug in einem Duell, das nun wirklich nicht gerade einer gladiatorischen Battle Royale glich. Der Spieler, über den wir hier sprechen, wirkt absolut nicht wie ein Kandidat für die Startelf, hat aber immerhin alle daran erinnert, dass es ihn noch gibt. Ein Dreierpack beim völlig bedeutungslosen 15-Tore-Schützenfest von Schwaz beweist natürlich nur sehr wenig. Ogundu verlässt das Trainingslager aber mit etwas, das er vorher nicht wirklich hatte: einem plausiblen Argument für einen Platz in der Angriffsrotation.

Niemand sollte das schon als Durchbruch missverstehen. Gregoritsch bleibt die sicherste Option, Ribeiro das stärker geförderte Entwicklungsprojekt, und Baum hat genug Offensivspieler, sodass die Einsatzminuten Ogundu nicht einfach so in den Schoß fallen werden. Der Autor meint sogar, dass Steve Mounie wahrscheinlich noch eine weitere Chance bekommt (und sie vermutlich unter dem richtigen Trainer auch verdient), bevor Baum den 20-Jährigen fest einplant. Dennoch dient die Vorbereitung auch dazu, dass sich Spieler für einen weiteren Blick empfehlen. Auftrag erfüllt. Schickt ihn nicht wie Mounie per Leihe weg! Lasst den Jungen hierbleiben!

Marius Wolf, RA

Ja, das könnte tatsächlich funktionieren. Zumindest hätte man das vor dem letzten Testspiel gesagt. Wolf überraschte in einigen der beobachteten Partien wirklich positiv. Nennt den Autor verrückt, aber den 31-Jährigen deutlich höher auf dem Feld einzusetzen, schien ihm tatsächlich wieder etwas Leben einzuhauchen. Baum nutzte Wolf mehrfach als offensiven Flügelspieler in der zweiten Achse, etwas, das man seit seinen Köln-Tagen nicht mehr regelmäßig gesehen hatte. Er schnürte einen Doppelpack beim Kantersieg gegen Schwaz und lieferte vor allem die Flanke zu Robin Fellhauers Anschlusstreffer gegen Sassuolo. Die Beine sind womöglich nicht mehr dafür gemacht, endlos eine ganze Seite rauf und runter zu marschieren. Gibt man ihm aber etwas weniger Rasen zum Bearbeiten und ein paar mehr Gelegenheiten, den Strafraum anzugreifen, könnte da noch etwas Nützliches übrig sein.

Natürlich kam dann Leeds und ruinierte den ganzen Spaß. Wolf war Teil eines kollektiven offensiven Totalausfalls im letzten Härtetest und lieferte kaum überzeugende Argumente dafür, dass dieses Experiment zu einer Dauereinrichtung werden sollte. Andererseits verlangt Augsburg von ihm auch nicht gerade, die Welt in Brand zu setzen. Zumindest kann er auf der linken Offensivseite als Übergangslösung dienen, bis Verstärkung kommt, oder Fellhauers natürlichen Platz rechts warmhalten, bis dort – die schwächste Position im Kader – eine Lösung gefunden ist. Wenn Baum aus dem Veteranen ein paar produktive offensive Kurzauftritte herausquetschen kann, zählt das bereits als kleiner Sieg der Vorbereitung. Vielleicht hat der alte Wolf noch ein paar Bisse übrig. Es ist noch nicht an der Zeit, ihn zum Tierarzt zu bringen!

Yannik Keitel, ZM

Ja, auch das scheint tatsächlich funktionieren zu können. Wieder galt das allerdings nur bis zum letzten Testspiel. Profitierend von den Ausfällen von Kristijan Jakic, Sima Suso, Alexis Claude-Maurice und Anton Kade sammelte der Leihspieler vom VfB Stuttgart viele Minuten im Mittelfeld und auch als improvisierter Innenverteidiger. Das könnte alles wenig bedeuten, sobald der Pflichtspielbetrieb beginnt. Keitel profitierte zudem von Han-Noah „Hans“ Massengos später Erkrankung. Es könnte sich am Ende herausstellen, dass Keitel nicht mehr als die diesjährige Version von Jakic ist – ein „Lückenfüller“, wenn irgendwo ein Körper auf einer Achse der Dreierkette gebraucht wird.

Selbst das wäre für ihn schon ein Upgrade. Dass wir überhaupt darüber sprechen, wer auf Klubebene der Mann wird, der Jakic ersetzt, gibt zumindest die Sicherheit, dass wir wieder in dem langweiligen Bereich angekommen sind, in dem sich dieser Verein bewegen muss. Keitel war in seinen Freiburger Tagen eigentlich kein langweiliger Spieler, und viele von uns Bundesliga-Hardcores hatten nie das Gefühl, dass der 26-Jährige in Stuttgart wirklich fair behandelt wurde. Keitels Abschnitt greift Wolfs Abschnitt auf mehr als nur eine Weise auf. Wenn Keitel im Mittelfeld spielt, wird Rieder frei, um links offensiv zu agieren, bis dort eine Lösung gefunden wird.

Hennes Behrens, LV

Merkt euch diesen Namen. Der 21-Jährige zeigte bereits während seiner Leihe nach Heidenheim, dass er Bundesliga-Fußball kann, indem er links aggressiv nach vorne schob und aus tieferen Räumen echte Offensivqualität einbrachte. Davor setzte ihn TSG II auf verschiedenen Positionen ein. Er ist ein Mini-Fellhauer. Hier steckt deutlich mehr Vielseitigkeit drin, als das Positionslabel vermuten lässt. Augsburg scheint nun davon zu profitieren. Behrens war den ganzen Sommer über lebhaft, erzielte den Siegtreffer gegen Sassuolo und wirkt perfekt dafür geeignet, Giannoulis’ Rolle zu übernehmen. Der Autor erwartet, dass er früher oder später sowohl im Verein als auch auf U21-Nationalmannschaftsebene Spuren hinterlassen wird.

Tim Schnitzer, ZM

Merkt euch auch diesen Namen. Im Fall von Schnitzer ist das allerdings ziemlich schwer zu vergessen. Ein Buchstabe Unterschied zu „Schnitzel“ funktioniert bei deutschen Fußballfans natürlich perfekt. Der gebürtige Augsburger ist seit der U10 im Verein, spielte regelmäßig über seiner Altersklasse, war Kapitän der U17 und erhielt einen langfristigen Profivertrag, bevor er im vergangenen März gegen Leipzig sein Bundesliga-Debüt gab. Jetzt, mit 18 Jahren, war Schnitzer vom ersten Sommer-Testspiel an dabei und sorgte für einen der wenigen wirklich ermutigenden Momente gegen ernstzunehmende Gegner, als er bei der 2:5-Niederlage gegen Bournemouth traf. Es sollte Raum geben, damit der Junge bedeutungsvolle Minuten im Profibereich sammeln kann. Dieses spezielle Schnitzel muss man noch nicht zu dünn klopfen.

Noahkai Banks, IV

Die meisten von uns Bundesliga-Chronisten kennen diesen Namen bereits. Einige von uns vergessen trotzdem noch, wie man den Vornamen schreibt, obwohl sie schon Dutzende Artikel über ihn verfasst haben. Der 19-Jährige stand in fünf der sechs Testspiele in der Vorbereitung in der Startelf. Im Kantersieg gegen Schwaz spielte er zentral mit Schnitzer zu seiner Rechten und erzielte in diesem – zugegeben bedeutungslosen – Schützenfest sogar ein Tor. Manche mögen sechs Startelfeinsätze in der Vorbereitung nicht für relevant halten, doch der Autor hat das Gefühl, dass der 35-jährige Kapitän Jeffrey Gouweleeuw nicht in jedem einzelnen Spiel als Anker der Dreierkette durchziehen kann. Die Einsätze von Banks wirkten nach deutlich mehr als nur einem Vorspielen. Gouweleeuw kann es etwas ruhiger angehen und später in Spiele eingreifen.

Verlierer des Trainingslagers, Augsburg

Alexis Claude-Maurice, OM

Der berühmte „lupenreine“ Franzose musste sowohl mit Verletzungen als auch mit Gerüchten über einen Abgang kämpfen. Der 28-Jährige lieferte respektable Produktionszahlen ab (fünf Bundesliga-Tore und sechs Vorlagen in der vergangenen Saison), sammelte jedoch bis auf zwei all seiner Scorerpunkte während einer besonders starken Formphase zwischen Mitte Januar und Ende März. Baums Überangebot an Stürmern in diesem Kader dürfte dazu führen, dass eher Angreifer auf der unterstützenden Offensivachse zum Einsatz kommen. Für Claude-Maurice ist schlicht kein Platz, zumal er auch noch ins letzte Jahr seines Vertrags geht.

Sima Suso, ZM

Ein Startelfeinsatz in der Defensive, dann eine Verletzung. Der 21-Jährige bekam nicht die richtige Gelegenheit, sich für Jakics Rolle zu empfehlen. Massengo und Rieder bleiben das bevorzugte Duo, Keitel nutzte die Ausfälle für wertvolle Minuten, und Baum verbrachte sogar Teile des Trainingslagers damit, andere Spieler für zentrale Rollen umzuschulen. Suso geht daher eher als entwicklungsfähiger Ergänzungsspieler in die Saison und nicht als unmittelbarer Herausforderer. Angesichts seines Alters und des vergleichsweise überschaubaren Investments in ihn ist das keineswegs eine Katastrophe. Es bedeutet nur, dass das erste echte Vorspielen des Neuzugangs vertagt wurde.

Tim Breithaupt, DM

Uff. Das hier fällt klar in die Kategorie „Wann ist das endlich vorbei?“. Seit seinem Wechsel im Sommer 2023 für 2,5 Mio. Euro vom KSC nach Augsburg ging es für den inzwischen 24-Jährigen nur bergab. Breithaupt kam als hoch angesehener deutscher Jugendnationalspieler nach 57 Zweitligaeinsätzen für Karlsruhe, schaffte es beim FCA aber nie über 18 Bundesliga-Auftritte hinaus. Sechzehn davon kamen in seiner Debütsaison zustande; 2024/25 war er aus der Rotation praktisch verschwunden, bevor Augsburg ihn nacheinander an Kaiserslautern und Düsseldorf in die 2. Bundesliga verlieh. Beide Stationen waren miserabel. Breithaupt bekam in diesem Sommer ein Vorspielen als rechter Schienenspieler – und es war unerquicklich. Bitte schickt ihn nicht wieder nach Lautern!

Calvin Brackelmann, IV

Ein hochgelobter Sommerneuzugang könnte am Ende der nächste Patric Pfeiffer werden, an den sich manche erinnern dürften: Er wurde vor der Saison 2023/24 vom Aufsteiger Darmstadt verpflichtet und schaffte nie den Bundesliga-Durchbruch. Da Chrislain Matsima bleibt, ist Keven Schlotterbeck links in der Innenverteidigung fest gesetzt. Wie oben erwähnt, ist Banks die bevorzugte Option rechts. Die Dreierkette ist derzeit womöglich die einzige echte Konstante in Manuel Baums Kader. Natürlich könnte sich das alles ändern, falls Matsima oder Schlotterbeck vor Schließung des Transferfensters doch noch gehen sollten.

Finn Dahmen, TW

Das wirkt fast schon sakrilegisch, aber der deutsche Nationalmannschaftskandidat hatte einfach kein gutes Trainingslager. Man vermutet, dass das etwas mit den neuen Torwarttrainern zu tun haben könnte oder damit, dass der 28-Jährige beim Eintritt ins letzte Vertragsjahr etwas abgelenkt ist. Dahmen irrte gegen Sassuolo planlos aus seinem Tor und schenkte den Italienern so den zweiten Treffer; auch in den übrigen Tests hatte er mehrere wacklige Momente, selbst wenn er später verhinderte, dass die Blamage gegen Leeds noch deutlich schlimmer wurde. Nichts davon gefährdet ernsthaft seinen Status als unangefochtene Nummer 1 von Baum. Es hinterlässt Augsburg aber mit einem weiteren leicht unangenehmen Problem, das vor Saisonbeginn noch gelöst werden muss.

Taktischer Scout, Augsburg

Um ein oben formuliertes Arbeitsprinzip wieder aufzugreifen: Für die Zwecke dieser Analyse geben wir Baum den Vertrauensvorschuss. Tatsächlich hat Baum womöglich gar keine große Wahl. Alles an Experimenten, was er ausprobierte, scheiterte gegen brauchbare Gegner kläglich. Während Bundesliga-Enthusiasten (hoffentlich sehr viele davon) die Stifte zücken und interessante Pokalspiele einkreisen, ist Augsburgs Reise nach Cottbus eure Zeit absolut wert. Sie ist auf jeden Fall besser als das konkurrierende 13:00-Uhr-Angebot SV Wehen Wiesbaden gegen Bayer 04 Leverkusen.

Werden die frisch aufgestiegenen Ossis die bayerischen Schwaben aus dem Pokal werfen? Es könnte gut sein, dass sich hier die erste große Überraschung anbahnt. Das Letzte, was Baum (und das teure Römer-Rebranding des Vereins) gebrauchen kann, ist eine Wiederholung des Unterhaching-Spiels unter Enrico Maaßen von vor drei Jahren. Und nach dem Heim-Aus in der vergangenen Saison unter Wagner gegen Bochum dürften im Kader sicher noch ein paar Spieler etwas nervös sein, wenn es um Pokalspiele geht. Deshalb kann man gar nicht genug betonen, dass Baum hier sofort seine stärkste Elf aufbieten muss. Wenn am Ende alles nur auf Marschbefehle und Muskelgedächtnis hinausläuft … nun ja … das ist ziemlich römisch!

Es ist nicht die schwerste Aufgabe der Welt, Folgendes zu projizieren:

Aufstellung–FCA (PROGNOSE)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27 Taktik-Vorschau | FC Augsburg

Dieses FCA-Mitglied steht stolz zu dieser Prognose. Wenn Baum daran festhält, sagen die römischen Vorzeichen einen hart erkämpften 1:0-Sieg voraus! Zweifelt nicht am taktischen Können eines Schreibers, der sich (ein Jahr später) noch daran erinnert, dass er einst versprach, auf der Taktiktafel den Namen „Hans Massengo“ zu verwenden. Er hat auch jenen Ziegelstein nicht vergessen, den ihm der Klub einmal schickte, oder das 3.472. Sandro-Wagner-Interviewstück, das er aufzugreifen beschloss.

Wahrscheinlich ist es für Leser und Schreiber gleichermaßen das Beste, diesen Spaziergang durch die Erinnerung fürs Erste kurz zu halten. Es genügt zu sagen, dass Baum seine Mission erfüllen kann, dieses Team herrlich mittelmäßig und sicher im Tabellenmittelfeld zu verankern, damit es noch viele wunderbare Fußballnachmittage in dieser hübschen kleinen Stadt gibt. Wenn im Frühjahr wieder die Buchmesse ansteht, ist das für die örtliche Bevölkerung ohnehin völlig akzeptabel. 

Ist es möglich, dass Augsburg auf mehr hoffen darf? Sicher. Spieler wie Rieder und Massengo gehörten in der vergangenen Saison zu den Spitzenreitern bei den Bundesliga-„Pre-Assists“. Wenn Baum die Mannschaft irgendwann stabilisiert bekommt und einige Verletzungen ausheilen, besitzt die aktuelle Doppelsechs das Potenzial, den Angriff zu füttern. Rieder kann wieder neben Massengo rücken. Kade oder ein anderer Neuzugang kann seine Position übernehmen.

Eine weitere natürliche Verstärkung für den linken Flügel auf dem Transfermarkt könnte sogar eine Umstellung auf ein 4-2-3-1 rechtfertigen, wobei der hochtalentierte Kade als Zehner arbeitet. Und dann? Jetzt sind wir uns schon wieder viel zu weit vorausgeeilt. Genau das sollte niemand rund um diesen Klub tun. Einfach an die Marschbefehle halten und auf der rechten Spur der Autobahn bleiben. 

Das reicht fürs Erste. 

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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