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·16. August 2026
Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | TSG 1899 Hoffenheim

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·16. August 2026

Unsere nächste Get German Football News-Bundesliga-2026/27-Taktikvorschau führt uns … nach Sinsheim. Richtig. Alle 18 Klubs heißt eben alle 18 Klubs. Die TSG 1899 Hoffenheim gehört zum Bundesliga-Feld, ob wir Deutschen das nun mögen oder nicht. Der Autor kann nur die sachlichste Analyse versprechen, die ihm mit zusammengebissenen Zähnen möglich ist. Man sollte meinen, er habe sich im vergangenen Jahr den meisten Frust von der Seele geschrieben. Leider hat die politische Lage beim Kraichgau-Klub im Verlauf der Saison 2025/26 nur noch mehr Gründe zur Verärgerung geliefert.
Diesmal forderten die Hoffenheim-Fans selbst mehr Mitspracherecht in Vereinsangelegenheiten. Das verdiente definitiv eine ausführliche Berichterstattung. Tatsächlich waren solche Protestaktionen geradezu die Definition dessen, was auf dem Bundesliga-Beat berichtenswert sein kann und sollte. Manche sahen das anders. Der Chronist entschuldigt sich dafür nicht. Dietmar Hopp versprach, dieses Projekt an die wachsende Fanbasis zu übergeben, die es seit zwei Jahrzehnten trägt. Wenn dieses Versprechen womöglich gebrochen wird, ist das eine Geschichte. Punkt.
Was den tatsächlichen Fußball dieser Badener betrifft, bleibt jede Berichterstattung ausgewogen. TSG-Sportdirektor Andreas Schicker hat im vergangenen Sommer hervorragende Arbeit geleistet, um den Kader zu verschlanken. Die Mannschaft lieferte viele denkwürdige Auftritte. Vor dieser Saison – wäre da nicht der geplatzte Transfer von Fisnik Asllani gewesen – hätte Schicker im Sommer nahezu 100 Mio. Euro an Verkaufserlösen erzielt. Der Autor räumt ein, dass eine derart geschickte Verwaltung Lob verdient, da sie theoretisch die Notwendigkeit einer weiteren Geldspritze von Dietmar Hopp überflüssig gemacht hätte.
Ach, wir werden wohl nächstes Jahr wieder mehr über direkte Finanzierung durch den Gönner lesen.
Aus rein fußballerischer Sicht zeigt die Kurve für den Europa-League-Teilnehmer 2026/27 erneut nach oben. Schicker hat wieder eine starke Sommerpause hingelegt, Transfermasse zu Geld gemacht und reichlich junge, vielversprechende Talente verpflichtet. Verdammt. Der Autor kann den nächsten Abschnitt buchstäblich nicht schnell genug hinter sich bringen. Es gibt einfach zu viel zu berichten. Immerhin liefert das schiere Ausmaß der Aktivitäten eine Ausrede, um uns die Rhetorik zu sparen. Es genügt zu sagen, dass Kaderplanung und administrative Durchsetzung schlicht erstklassig waren. Seht euch hiermit nur gewarnt, dass dieser mürrische Schreiber seine Verachtung nur begrenzt im Zaum halten kann.
Geschätzte Sommer-Transferbilanz = +5 Mio. Euro
Bazoumana Touré und Grischa Prömel sind die einzigen zwei echten Stammkräfte, die die Mannschaft verlassen haben, die sich für Europa qualifiziert hat. Stattdessen hat Andreas Schicker Tourés Wechsel für 50 Mio. Euro nach Newcastle effektiv genutzt, um einen bereits funktionierenden Kader jünger, breiter und deutlich konkurrenzfähiger zu machen. Rund 68 Mio. Euro wurden wieder in die Mannschaft investiert, die zusätzliche Belastung durch die Europa League klar im Blick. Die Schlagzeilen-Investition ist der Teenager-Mittelfeldspieler Nathan De Cat von Anderlecht. Dicht dahinter folgt mit Mats Rots ein Linksverteidiger für 12 Mio. Euro. Wouter Burger hat versprochen, sich um seine beiden jüngeren niederländischsprachigen „kleinen Brüder“ zu kümmern.
Schicker rettete Patrick Wimmer vom sinkenden Schiff VfL Wolfsburg, bevor er Muhammed Damar auf Wunsch des Spielers dorthin abschob. Adam Daghim (vergangene Saison ein Wolfsburg-Spieler) kam für 13 Mio. Euro von seinem Stammverein Salzburg. Daghim, Wimmer und der 21-jährige Schweizer Stürmer Alessandro Vogt bilden die neuen Offensivzugänge. Weiter hinten gewann der Kraichgau-Klub das Rennen um den defensiven Mittelfeldspieler Cajetan Lenz (20) und holte zudem den Innenverteidiger Sean Dulic von 1860 München. Lenz kostete 10 Mio. Euro. Dulic kam ablösefrei.
Auch abseits von Damar wurde ordentlich aufgeräumt. Haris Tabakovic, Hennes Behrens, Stanley Nsoki und andere wurden dauerhaft abgegeben, während Hoffenheim den Leihmarkt für jüngere Spieler und überschüssige Kaderkräfte weiter aggressiv nutzt. Das Ergebnis ist ein Hoffenheim-Kader, der sich deutlich verändert hat, ohne viel von seinem eingespielten Rückgrat zu verlieren. Baumann, Kabak, Hajdari, Avdullahu, Burger und Kramarić sind geblieben. Im Sommer ging es weniger darum, die Mannschaft zu ersetzen, sondern Ilzers Version von ihr schwerer ausrechenbar und schwerer zu knacken zu machen.
Der Autor muss erwähnen, dass Schicker Leihgebühren für Tohumcu, Gift Orban, Deniz Zeitler, Erencan Yardimci, Kelvin Frees und Nahuel Noll gesichert hat. Mit anderen Worten: für wirklich jeden einzelnen Spieler, der anderswo geparkt wurde. Wäre der Asllani-Deal nicht geplatzt, hätte Schicker das „perfekte“ Sommer-Transferfenster hingelegt, für das man bei Bayern gerade Max Eberl feiert. Der Kader – mit 30 bezahlten Profis – ist bereits in unendlich besserem Zustand als um diese Zeit im vergangenen Jahr. Schicker hat praktisch all seine Kritiker zum Schweigen gebracht, diesen hier eingeschlossen.
Sehr zum Ärger des Autors legten Christian Ilzers Jungs erneut eine ungeschlagene Vorbereitung hin. Also, bis Gladbach in den letzten 45 Minuten ihres 120-Minuten-Testspiels in Österreich aufwachte und vier Tore erzielte. Tim Lemperle, Rots und Zeitler trugen sich beim Auswärtssieg in Heilbronn in die Torschützenliste ein. Die Mannschaft spielte in einer noch unausgereiften 4-4-2-Raute, die ihre Probleme hatte, aber durchweg stabil wirkte. Praktisch jeder in TSG-Blau (und die jeweiligen Mütter gleich mit) traf beim 21:0 gegen irgendeinen Dorfklub westlich von Heilbronn namens „SV Massenbachhausen“. Meine Güte! Der Autor gesteht, dass er nicht weiß, ob Lemperles Viererpack damit zu tun hatte, dass der Gegner Tiere vom Bauernhof in der Abwehr aufbot oder nicht.
Wenn wir einen etwas ernsthafteren Ton beibehalten können: Danach dominierte der Kraichgau-Klub zwei ernstzunehmendere Gegner. Die SpVgg Greuther Fürth und Holstein Kiel spielten beide in den vergangenen fünf Jahren auf Bundesliga-Niveau. Die Sinsheimer fertigten beide mühelos ab. Siege gegen Zweitligisten zählen durchaus viel, da diese Gegner ihrer Saison näher sind. Im 120-Minuten-Test gegen die Kleeblätter brachte Max Moerstedt, an der Spitze eines 4-2-3-1, die höherklassige Mannschaft schnell in Führung. Umut Tohumcu und ein gewisser Alex Honajzer schraubten das Ergebnis in der letzten Stunde weiter hoch und sorgten am Ende dafür, dass die Mannschaft ein hochverdientes 4:1 mitnahm.
Im krassen Gegensatz zu demjenigen, der die Vorbereitungsspiele von Union Berlin angesetzt hat, segelte Hoffenheim anschließend durch zwei sauber geplante Tests gegen Zweitligisten. Zurück in der 4-4-2-Raute (wenn auch mit Deniz Zeitler, der klar versuchte, den abgewanderten Bazoumana Touré zu imitieren) schnürte Lemperle erneut einen Doppelpack beim 3:1 gegen Holstein Kiel. Wieder einmal erwies sich der Ex-Kölner vor dem Tor allerdings als viel zu verschwenderisch. Lemperles Fehlschüsse und einige Aussetzer im Mittelfeld (die Mannschaft tat sich schwer, ihre Ordnung zu halten) sorgten dafür, dass die Störche länger im Spiel blieben, als sie hätten bleiben dürfen. Am Ende brachte Lemperles zweites Tor kurz vor der Pause die TSG wieder unter Kontrolle. Der frühere Kiel-Leihspieler Tohumcu bereitete spät noch einen Abstauber von Moerstedt vor und machte alles klar.
Tohumcu, Conté und Burger trafen anschließend beim flott geführten 3:0 Hoffenheims gegen den badischen Rivalen Karlsruher SC. Vieles von dem, was im nächsten Testspiel geschah, wurde bereits im Abschnitt über Borussia Mönchengladbach behandelt. Die gegen den KSC eingesetzte taktische Raute, eine schmale, funktionierte im Umschaltspiel nach vorne hervorragend. Das breitere 4-4-2 gegen Gladbach erledigte offen gesagt ebenfalls 90 Minuten lang solide seinen Job. Die wichtigste Erkenntnis aus der Vorbereitung der Mannschaft führte direkt in das alte Klischee von der „Qual der Wahl“. Entschuldigt bitte den Autor, während er sich für ein paar Minuten in eine dunkle Ecke zurückzieht, um schmollend und grummelnd vor sich hin zu murren.
Kommt zurück …
… zurück!
Der Autor gesteht, dass er – ähnlich wie im Fall von Leverkusen – diesen Teil vor dem Wochenende fertig haben wollte, um nicht ein, sondern gleich zwei Hoffenheim-Testspiele anschauen zu müssen. Leider gab es bis Freitagabend einfach nicht genug Scouting-Informationen, um einen fundierten Text zu rechtfertigen. Man stelle sich die Freude des Autors vor, als Spurs den Gästen am Samstagnachmittag höflich den Hintern auf dem Silbertablett servierten. Juchu! Ähem. Der Fairness halber: Ganz so einseitig, wie das 0:3 vermuten lässt, war es nicht.
Die erste Generalprobe in London sendete gemischte Signale. Der Kraichgau-Klub verteidigte anfangs kompakt genug und war selbst früh beinahe in Führung gegangen. Richarlison traf zuerst, aber Adam Hlozek, Wouter Burger und Adam Daghim hatten in der ersten Halbzeit ihre Chancen. Tottenham verdiente sich die Pausenführung, doch ein Gemetzel in Durchgang eins war das nun auch nicht gerade. Mats Rots hatte nach der Pause zwei Möglichkeiten zum Ausgleich. Patrick Wimmer wirkte später ebenfalls lebhaft. Max Moerstedt zwang den Gegner schließlich noch zu einer weiteren Parade.
Hoffenheim hatte seine Phasen. Es machte nur nichts daraus. Sobald Spurs dem frühen Druck der zweiten Halbzeit entkam, fielen die weiteren Tore. Diesmal ließ Ilzer die Mannschaft durchgehend in einem 4-2-2-2 spielen. Das erste Tottenham-Testspiel lieferte einige starke Hinweise darauf, wie die TSG in dieser Saison auflaufen könnte. Das zweite dagegen eher nicht. Ilzer mischte für ein nicht öffentliches Duell am folgenden Tag auf dem Spurs-Trainingsgelände kräftig durch und schenkte Hranac, Rots, Wimmer und Conté Startelfeinsätze, während mehrere Stammkräfte des Vortags entweder fehlten oder geschont wurden.
Hlozek verwandelte einen von Avdullahu herausgeholten Elfmeter zur frühen Führung, ehe Ben Davies und Luca Williams-Barnett das Ergebnis noch vor der Pause drehten. Ilzer tauschte dann zur Halbzeit jeden Feldspieler aus, und die neue Formation glich prompt aus, als Alex Honajzer Valentin Gendrey zum 2:2 bediente. Kramarić und Asllani blieben in individuellen Programmen, während auch Baumann, Kabak, Machida und Prass geschont wurden. Also eine völlig respektable Reaktion auf die Niederlage vom Vortag, aber wir widerstehen der Versuchung so zu tun, als würde eine private Sonntagmorgen-Zugabe irgendetwas Grundsätzliches an den obigen Beobachtungen ändern. Das erste Tottenham-Spiel bleibt die nützlichere taktische Generalprobe.
Der anhaltende Respekt des Autors vor Nachwuchsprodukten des 1. FC Köln macht diese Auswahl zumindest ein klein wenig weniger schmerzhaft. Lemperles erste Saison im Kraichgau bestätigte bereits, was viele erwartet hatten, als Hoffenheim ihn ablösefrei holte. Der 24-Jährige arbeitete sich hinein, stand in 24 seiner 29 Bundesliga-Einsätze in der Startelf und erzielte acht Tore, während er als Ilzers „Chefanläufer“ an der Spitze des Pressings fungierte. Mit dem Abgang von Touré und Asllanis Rückkehr, die neue Überlegungen darüber auslöst, wo dieser nach einem Sommer ohne ihn nun eigentlich hineinpasst, scheint Lemperle bereit, seine Chance voll auszunutzen. Die Tore fielen den ganzen Sommer über regelmäßig, darunter erneut ein Doppelpack gegen Kiel. Das Pressing, das Laufpensum und die Fähigkeit, entweder zentral oder als schräger Stürmer zu arbeiten, bleiben genau das, was Ilzer will.
Was den Autor nervt, ist, wie viel produktiver er sein könnte. Allein gegen Kiel erspielte sich der frühere Kölner in 45 Minuten fünf Großchancen und verwertete nur zwei. Das fasst die nächste Entwicklungsstufe im Grunde zusammen. Acht Bundesliga-Tore im vergangenen Jahr waren respektabel, aber es hätten auch zweistellige Werte sein können. Die Chancen kommen weiterhin, weil Lemperle weiterhin in die richtigen Räume stößt. Mit dem Europa-League-Fußball als zusätzlicher Belastung braucht Hoffenheim genau so einen unermüdlichen Läufer in der Offensivrotation. Lemperle wirkt bereit für den nächsten Schritt. Wie die immer noch offensichtliche gebrochene Nase des Spielers zeigt, neigt Lemperle allerdings dazu, ein etwas langsamer Lerner zu sein.
Unter der Gürtellinie? Man bedenke, dass Fußballer an hohen Maßstäben gemessen werden müssen. Der Autor hat heute außerdem einfach eine verdammt schlechte Laune. Über Hoffenheim zu sprechen, rührt einfach an allerlei wunde Punkte. Zu Lemperles Verteidigung muss man sagen, dass das mitgenommene Gesicht ziemlich treffend eine der Eigenschaften symbolisiert, die ihn für Ilzer überhaupt so wertvoll machen. Er wirft sich in Zweikämpfe, macht Verteidiger mürbe, presst gnadenlos und behandelt das Konzept der Selbstschonung im Allgemeinen als optional. Wenn sein Abschluss irgendwann mit dem Rest seines Spiels gleichzieht, bleibt vielleicht selbst diesem besonders feindseligen Chronisten nicht mehr viel zum Kritisieren.
Lasst die Miesepetrigkeit weitergehen! Was haben wir euch gesagt? Genau diese Kolumne hatte Moerstedt schon im vergangenen Sommer als einen der Gewinner von Hoffenheims Vorbereitung aufgeführt, nur damit Ilzer ihn im weiteren Verlauf der Saison weitgehend hinter der etablierten Offensivhierarchie gefangen hielt. Bereits im Dezember nannte der Autor ihn schon „völlig untergenutzt“. Am Ende kamen 22 Ligaeinsätze zusammen, aber 21 davon von der Bank. Die eine echte Gelegenheit lieferte dennoch eine hervorragende Erinnerung daran, worauf alle gewartet hatten. GGFN kürte Moerstedt beim 3:1 Hoffenheims in Frankfurt zum Spieler des Spiels, nachdem der 20-Jährige den Ausgleich erzielt, drei weitere Abschlüsse mit vorbereitet, den Ball absurde 71 Mal berührt und 50 Pässe gespielt hatte, während er ständig durch den rechten Offensivkorridor pendelte.
Das ist keine statische 1,94-Meter-Telefonstange im Strafraum! Moerstedt kann sich fallen lassen, kombinieren, in die Halbräume ausweichen, pressen und trotzdem dort auftauchen, wo ein echter Neuner auftauchen muss. Moerstedt hat offiziell das Trikot mit der Nummer 9 bekommen, reichlich Muskelmasse zugelegt, wirkt explosiver und trat in diesem Sommer deutlich selbstbewusster auf. Gegen Fürth holte er den Elfmeter heraus, übernahm in Abwesenheit von Kramarić selbst die Verantwortung und verwandelte. Später traf er gegen Kiel und brachte sich während der gesamten Vorbereitung weiter in nützliche Zonen. Moerstedt hat die letzten Jahre damit verbracht, auf Jugendebene Medaillen zu sammeln und geduldig auf genau diesen Moment zu warten. Irgendwann muss Hoffenheim tatsächlich herausfinden, was es an ihm besitzt.
Natürlich bleibt bei Hoffenheim das Problem die offen gesagt nervtötende Menge an Alternativen. Hložek wirkt nach einem von Verletzungen zerstückelten Jahr endlich wieder fit und dürfte über alle Wettbewerbe hinweg weiterhin satte vierstellige Einsatzminuten verschlingen, sofern sein Körper mitspielt; irgendetwas im Bereich von 1.500 bis 2.000 wirkt keineswegs unvernünftig. Daghim ist ein Investment von 13 Mio. Euro, startete im ersten Tottenham-Test und hat genug Tempo und Positionsflexibilität, um auf über 2.000 Minuten zu kommen, ohne Moerstedt dabei zwangsläufig direkt zu blockieren, da der Däne auf beiden Offensivachsen arbeiten kann. Alessandro Vogt ist ein weiterer Positionsrivale. Rechnet man Lemperles gefestigten Status, Asllanis Rückkehr und die anhaltende Präsenz von Kramarić hinzu, bleibt die Konkurrenz einfach absurd.
Es ist ein wenig redundant, jemanden, der bereits in der vergangenen Saison einer von Hoffenheims besten Spielern war, als „Gewinner“ des Trainingslagers zu bezeichnen, aber Burger hat es irgendwie geschafft, seine Position trotzdem noch zu stärken. Der frühere Stoke-Profi stand 2025/26 in allen 30 Bundesliga-Einsätzen in der Startelf, steuerte vier Tore und acht Vorlagen bei und sah seinen geschätzten Marktwert von 4,5 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro explodieren. Hoffenheim reagierte entsprechend schnell und belohnte ihn vor Beginn dieser Spielzeit mit einer langfristigen Vertragsverlängerung. Burger blieb das ganze Trainingslager hindurch gesetzt, traf gegen Karlsruhe und besetzte neben Avdullahu einen der beiden zentralen Plätze im ersten 4-2-2-2 gegen Tottenham. Neuzugänge wie De Cat und Lenz können den Konkurrenzkampf im Mittelfeld gerne noch so sehr anheizen. Burger geht als einer der ersten Namen auf dem Spielberichtsbogen in die Saison.
Es gibt noch einen zweiten Grund, ihn hier aufzuführen. Mit dem Abgang von Prömel scheint sich der 25-Jährige darauf vorzubereiten, dessen Rolle als Führungsspieler in der Kabine zu übernehmen. Burger hat sich bereits freiwillig angeboten, sich um die Neuzugänge Mats Rots und Nathan De Cat als seine beiden jüngeren „niederländischsprachigen kleinen Brüder“ zu kümmern, eine Rolle, die ziemlich anschaulich zeigt, wie sehr sich sein Standing in kaum zwölf Monaten verändert hat. Nichts davon sollte ihn zwingen, die offensive Freiheit aufzugeben, die ihn vergangene Saison so gefährlich machte. Ilzer hat bereits gelernt, dass Burger deutlich nützlicher wird, wenn er nach vorne stoßen darf, statt nur neben Avdullahu zu sitzen. Die Box-to-Box-Qualitäten des Niederländers bleiben außergewöhnlich. Führungsverantwortung, neuer Vertrag, etablierte taktische Bedeutung und zwei jüngere Landsleute, die er herumkommandieren kann. Ärgerlicherweise läuft für Wouter Burger offenbar alles ziemlich gut.
Die reine Anzahl an Einsatzminuten liefert hier den klarsten Grund für seine Nennung. De Cat ging praktisch direkt von der Vertragsunterschrift bei Hoffenheim in Ilzers Arbeitsrotation über, stand im ersten Test gegen Freiberg in der Startelf und erhielt anschließend unter anderem gegen Kiel und Karlsruhe längere Einsatzblöcke. Allein gegen diese beiden Zweitligisten kam er auf 46 beziehungsweise 60 Minuten. Hoffenheim stellte den 18-Jährigen ursprünglich als jemanden vor, dem Zeit gegeben werden sollte, sich an den Bundesliga-Fußball zu gewöhnen. Stattdessen behandelte Ilzer den Neuzugang für mehr als 17 Mio. Euro den Großteil des Sommers wie einen Spieler, von dem sofortige Beiträge erwartet werden. De Cat sammelte viel zu viele ernsthafte Vorbereitungseinsätze, um als bloß dekoratives Entwicklungsprojekt durchzugehen.
De Cat könnte die Saison durchaus auf der rechten Seite der Offensivreihe beginnen und nicht in seiner nominellen Heimat im zentralen Mittelfeld. Das würde viel darüber aussagen, wie schnell Ilzer ihm vertraut. Hoffenheim hat sicherlich nicht mehr als 17 Mio. Euro für einen 18-Jährigen ausgegeben, nur um ein akutes Loch auf außen zu stopfen, aber die Fähigkeit des Youngsters, verschiedene Räume zu interpretieren, gibt dem Trainer einen weiteren praktischen Vorwand, ihn auf den Platz zu bringen. Burger und Avdullahu sind zentral schwer zu verdrängen. De Cat weiter nach vorne zu schieben, bietet also einen Weg, die neue Investition unterzubringen, ohne das bestehende Gefüge zu stören. Behaltet dieses Kind im Auge. Hier arbeitet mehr als nur die Intuition des Autors.
Äh … wer? Ganz genau. Der 20-jährige tschechische offensive Mittelfeldspieler ist seit seinem Wechsel von Baník Ostrava im Jahr 2022 Teil von Hoffenheims Nachwuchssystem und sammelte vergangene Saison Seniorenerfahrung bei der TSG II in der 3. Liga. Das brachte ihn kaum in die vorderen Seiten irgendeines Bundesliga-Vorbereitungsnotizbuchs. Ilzer nahm Honajzer dennoch in die Arbeit mit der ersten Mannschaft auf, und der Junge nutzte die Einladung, indem er im 4:1-Test gegen Fürth ein Tor erzielte, während etabliertere Namen um ihn herum rotierten. Natürlich liegt zwischen einem Tor in einem Juli-Testkick und einem Durchbruch in diese absurd tief besetzte Hoffenheimer Offensive eine gewaltige Strecke. Das ist aber nicht wirklich der Punkt. Gewinner der Vorbereitung müssen nicht immer gleich Stammplätze gewinnen. Manchmal reicht es schon, Bundesliga-Chronisten dazu zu bringen, nicht mehr „irgendein Kind namens Alex Honajzer“ zu schreiben und tatsächlich zu lernen, wer zum Teufel sie da vor sich haben. Respekt, Junge!
Ein weiterer teurer Neuzugang, der die übliche Eingewöhnungsphase womöglich komplett übersprungen zu haben scheint. Hoffenheim zahlte 12 Mio. Euro für den 20-jährigen Linksverteidiger, und Ilzer verbrachte den Sommer damit, ihm jede Chance zu geben, diese Investition sofort zu rechtfertigen. Rots traf im Test in Heilbronn, sammelte im gesamten Trainingslager viele Minuten und blieb auch dann stark eingebunden, als die Qualität der Gegner zunahm. Gegen Tottenham fand er sich zweimal in Position zum Ausgleich nach der Pause wieder, ein nützliches Beispiel dafür, wie aggressiv er die linke Seite nach vorne attackieren kann, statt sie nur zu halten. Die Richtung ist klar. Rots wirkt schon jetzt weniger wie ein Langzeitprojekt und mehr wie der Spieler, der die linke Bahn zu seiner eigenen machen soll. Wouter Burger mag sich angeboten haben, auf seinen neuen niederländischsprachigen „kleinen Bruder“ aufzupassen. Nach der Vorbereitung zu urteilen, braucht der Junge nicht viel Babysitting.
Es gibt wohl keinen offensichtlicheren Verlierer des Trainingslagers als einen Spieler, der den Großteil davon mit seinem geplanten Abgang verbrachte. Asllani hatte innerlich bereits die Koffer gepackt, Testspiele vorsichtshalber ausgelassen, Hoffenheims Österreich-Vorbereitung hinter sich gelassen und schien bereit, seinen 24. Geburtstag als Spieler von RB Leipzig zu feiern, bevor der Transfer in letzter Sekunde wegen medizinischer Bedenken seitens Leipzig platzte. Hoffenheim hatte die Offensive bereits unter der Annahme zusammengestellt, dass er nicht mehr Teil davon sein würde. Lemperle, Hložek, Moerstedt, Vogt und schließlich Kramarić wurden Minuten zugeteilt, während Asllani praktisch aus dem Bild verschwunden war. Jetzt hat Ilzer einen etablierten Stürmer mehr, als er eingeplant hatte, während Asllani selbst Fitnessarbeit nachholen und Beziehungen zu den Neuzugängen aufbauen muss, nachdem er einen erheblichen Teil der gemeinsamen Vorbereitung verpasst hat.
Es gibt allerdings ein ziemlich überzeugendes Argument dafür, dass genau dieser „Verlierer“ ziemlich schnell zum Gewinner werden könnte. Hoffenheim meldete kein akutes medizinisches Problem, Asllani kehrte ohne sichtbare Einschränkungen ins Mannschaftstraining zurück, absolvierte bei seinem Comeback praktisch die gesamte Einheit und wurde nur bei der letzten Übung aus Belastungsgründen herausgenommen. Der Kosovo-Nationalspieler kennt bereits jede taktische Anforderung, die an ihn gestellt wird. Noch wichtiger: Bevor Leipzig anklopfte, war er kein beliebig austauschbares Randstück des Kaders. Wenn Asllani schnell wieder seine Fitness und seinen Kopf freibekommt, könnte Ilzer feststellen, dass der Stürmer, den er widerwillig aus seinen Planungen gestrichen hatte, einfach zu nützlich ist, um ihn dort zu lassen. Der gescheiterte Transfer macht ihn zweifellos zu einem der Verlierer der Vorbereitung. Ob er das bleibt, sobald der Pflichtspielbetrieb beginnt, ist allerdings eine ganz andere Frage.
Zurück von seinem halb heroischen Intermezzo in Augsburg, ist Chaves bei seinem Stammklub wieder ein Niemand. Das klingt hart, aber die Sommer-Hierarchie liefert kaum Hinweise auf das Gegenteil. Ozan Kabak und Albian Hajdari stehen weiter vor ihm. Sogar Neuzugang Sean Dulic (1860) hat in Ilzers Defensivrotation mehr ernsthafte Beachtung erhalten. Chaves hat schlicht nicht genug relevante Vorbereitungseinsätze absolviert, um anzudeuten, dass die Augsburg-Leihe seinen Status zurück in Sinsheim spürbar verbessert hätte. Irgendwo steckt da immer noch ein nützlicher Bundesliga-Verteidiger drin, und Augsburg hat auf jeden Fall genug aus ihm herausgeholt, um das zu belegen. Hoffenheim wirkt aktuell jedoch wie der falsche Ort für ihn, um das zu zeigen.
Ein merkwürdiger Fall. Hranac erlebte vergangenes Jahr eine komplette Renaissance, kam auf 29 Ligaeinsätze (26 Starts) und spielte bei allen bis auf drei Startelfeinsätzen die vollen 90 Minuten. Dabei schraubte der tschechische Nationalspieler seinen geschätzten Marktwert in neun Monaten von einem Tiefpunkt bei 3,5 Mio. Euro auf einen Karrierehöchstwert von 10 Mio. Euro. Was ist passiert? Der Autor ist sich nicht ganz sicher, aber die Vorbereitung lieferte kaum Anzeichen dafür, dass Ilzer ihn weiterhin zu den ersten Namen in der Defensivhierarchie zählt. Kabak und Hajdari wirkten mit zunehmendem Ernst der Tests immer mehr wie das bevorzugte Duo. Keine Katastrophe, kein offensichtlicher Einbruch und sicher nichts, was an die Vertrauenskrise erinnert hätte, die sein erstes Jahr in Sinsheim prägte. Nur ein seltsam stiller Sommer für einen Spieler, dessen Aktien so stark gestiegen waren. Für jemanden, der von einer so starken Saison kommt, zählt schon das bloße Zurücksinken in die Masse als Verlust.
Das erste der Tottenham-Testspiele gibt uns immerhin eine halbwegs klare Vorstellung davon, wie Hoffenheim am kommenden Wochenende im Pokal auflaufen wird. Die deutschen Sympathien gelten weiterhin Gegner Erzgebirge Aue, doch anders als bei Augsburg erscheint eine „Ossi-Überraschung“ eher unwahrscheinlich. Auf Grundlage der Aufstellung, die wir gleich prognostizieren, wirkt eine Abreibung deutlich plausibler. Da Andrej Kramarić für das Pokalspiel wohl weiterhin nicht zur Verfügung stehen dürfte, bleibt eigentlich nur noch die Frage, wer in einer 4-4-2-Raute beziehungsweise einem 4-2-2-2 hinter den Stürmern aufläuft. Ilzer herrscht über keinen Mangel an Offensivwaffen. Der Autor prognostiziert daher eine hochkarätig besetzte Angriffsreihe, die dieses Spiel früh entscheiden kann.
Aufstellung – TSG (PROGNOSE)

Adam Hlozek ist die beste Wette für den Platz hinter dem Sturmduo Tim Lemperle und Max Moerstedt. Der tschechische Angreifer bringt tatsächlich reichlich Erfahrung als verbindender Stürmer mit. Natürlich bleibt es möglich, dass Ilzer einige der oben genannten Namen nicht aufbietet. Schließlich braucht er für das Pokalspiel ganz sicher nicht seine beste Elf. Mats Rots könnte statt Bernardo starten. Valentin Gendrey könnte Vladimir Coufal verdrängen. Adam Daghim oder Alessandro Vogt könnten irgendwo in dieser Offensivreihe auftauchen. Nur Fisnik Asllani scheint noch nicht ganz so weit zu sein.
Oben sehen wir im Grunde Hoffenheims beste Elf zum Start der Saison. Das System selbst ist ebenso beeindruckend wie die dort aufgeführten Akteure. Eine 4-4-2-Raute kann leicht in ein 4-2-2-2 kippen, wenn mehr Offensivschub gefragt ist. Der Kraichgau-Klub scheint für einen Platz unter den ersten Vier bestimmt, genau wie im vergangenen Jahr. Ähem. Warum hat Hoffenheim dann nicht die Champions League erreicht? Der Schreiber wird nun tatsächlich eine Idee ansprechen, die zunächst verrückt klingt. Hört ihn einfach an. Trainer, die für diese Mannschaft verantwortlich sind, langweilen sich schlicht. Schlagt es nach, wenn ihr müsst.
Der Autor bleibt bei einer Aussage, die auf sieben Jahren Taktikberichterstattung zu genau diesem Verein beruht. Julian Nagelsmann. Alfred Schreuder. Sebastian Hoeneß. André Breitenreiter. Pellegrino Matarazzo. Jetzt Christian Ilzer. Hoffenheim besitzt immer wieder genug Talent, dass Trainer versucht sind, immer kompliziertere Lösungen zu ersinnen, obwohl einfachere völlig ausreichen würden. Der Autor weiß darüber übrigens ein wenig Bescheid.
Er erkennt auch Langeweile, wenn sie ihm begegnet.
Machen wir dieses Buch über diesen Klub zu und ziehen weiter.
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴 kannst du hier lesen.







































