Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | VfL Borussia Mönchengladbach | OneFootball

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·12. August 2026

Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | VfL Borussia Mönchengladbach

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | VfL Borussia Mönchengladbach

Unsere Serie Get German Football News mit taktischen Vorschauen zur Bundesliga 2026/27 geht weiter mit einem Blick auf – dank des Abstiegs von Wolfsburg – den einzigen „Verein für Leibesübungen“ in der deutschen Topliga. Wir schauen bei Borussia Mönchengladbach in dieser Saison deutlich früher vorbei, was vor allem daran liegt, dass der erfahrene BMG-Funktionär Rouven Schröder keine Zeit verlor und direkt nach dem Ende der vergangenen Spielzeit einen Fahrplan für 2026/27 aufstellte. Eine liebevoll formulierte Lobeshymne auf Schröder folgt weiter unten. In diesem einleitenden Abschnitt bleiben wir bei allgemeineren Themen.

Zunächst können wir Gladbachs Entscheidung vom vergangenen Herbst noch einmal aufgreifen, die Namensrechte ihres hochmodernen Parks an einen Konzern zu vergeben. Entschuldigung an alle, die sofort eine Kaderanalyse wollten, aber Deutsche haben beim Thema Fußball eben ihre eigenen Prioritäten. Einfach nach unten zu scrollen, gehört allerdings ebenfalls zu den unveräußerlichen Rechten des Menschen. Wie umstritten ist es, dass BMG-Fans bald ins ista-Borussia-Park pilgern müssen? Nicht besonders. Eine Entwicklung wie diese verdient natürlich die eine oder andere Protestaktion, aber das liegt vor allem daran, dass wir deutschen Fußballliebhaber einfach protestieren müssen.


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Wir werden Gladbach im Verlauf dieser Analyse – zu Ehren der neuen finanziellen Schirmherrschaft – dennoch als den „Submetering-Klub“ bezeichnen. Das haben sie sich selbst eingebrockt. So wie frühere Themenkandidaten Union Berlin in ihrem Abschnitt ein eigenes Motto bekamen, gilt das auch für „die Niederrheiner“. Es ist tatsächlich leicht humorvoll, dass sich einer der konstant frustrierendsten Bundesliga-Klubs der letzten Jahre mit genau der Firma zusammentut, die einen regelmäßig fluchen lässt, weil diese zusätzlichen Pauschalen auf der Nebenkostenabrechnung rein gar nichts mit einem selbst zu tun hatten – und man am Ende niemanden hat, bei dem man sich beschweren kann.

Jim drüben auf der anderen Hofseite ist derjenige, der diese zusätzlichen Lichter aufgehängt hat!

Verdammter Jim!


VfL Borussia Mönchengladbach


Ist das die Saison, in der Gladbach endlich aus seiner Mittelmaß-Misere im Tabellenmittelfeld ausbricht? Nein, absolut nicht. Die Lobeshymne auf Schröder (die noch kommt) hält fest, dass der noch recht neue Verantwortliche für Personalfragen zwar eine dringend nötige Bereinigung vorgenommen hat, den Kader aber nicht wirklich aufgewertet hat. Dieses Team europatauglich zu machen, dürfte mindestens noch ein weiteres Jahr brauchen. Englischsprachige Fußballfans (und der Autor kennt Dutzende davon), die versucht sind, Gladbach allein wegen des langen, preußisch geprägten, interessanten Namens mit Umlaut zu ihrem Bundesliga-Klub zu machen, seien hiermit gewarnt.

Gladbach-Fan zu werden kann zu reichlich Leid führen!!

Größere personelle Veränderungen, Gladbach

Geschätzte Transferbilanz im Sommer = +11,75 Millionen Euro

Schröder brachte die Dinge nach dem Ende der vergangenen Bundesliga-Saison schnell ins Rollen. Da wir nun bei der versprochenen Lobeshymne angekommen sind, von der manche Leser womöglich dachten, der Autor habe sie längst vergessen, möchte der Autor betonen, dass die Fohlen einen sehr effektiven Verwalter an der Spitze haben. Wer von uns Bundesliga-Journalisten Schröders Entwicklung von Mainz über Schalke bis hin zum Red-Bull-System verfolgt hat, muss einräumen, dass er in jeder Station besser geworden ist. Schröder hat aus seinen früheren Fehlern an all diesen Orten gelernt. Er hat die nächste Entwicklungsphase bei BMG zügig ausgearbeitet.

Was hat Schröder konkret erreicht? Die erste Priorität war es, Eugen Polanskis Platz auf der Bank für die kommende Saison zu bestätigen. Das war absolut die richtige Entscheidung. Bei allen Schwächephasen während Polanskis Amtszeit hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich an seine Taktik anpassen und phasenweise sehr ordentlich spielen kann, sobald etwas Momentum entsteht. Auch die späten Saisonsiege gegen Dortmund und Hoffenheim im vergangenen Jahr boten einige der kantigeren Fußballmomente, die man sich langfristig wünscht. Polanski – völlig ohne Vorwarnung in seine erste größere Cheftrainerrolle geworfen – hat mit dem Team gute Arbeit geleistet.

Polanski verdient mehr Zeit. Punkt. Schröder hat absolut richtig gehandelt, indem er Polanski mit einigen weiteren Anpassungen, Vorgaben und Vorbehalten Planungssicherheit gab. Polanski bekam neue Co-Trainer. Die Rückkehr zur Viererkette wurde von der Klubführung vorgegeben. Einige wirklich starke Verpflichtungen aus der 2. Bundesliga wurden geholt, bevor andere zuschlagen konnten. Schröder agierte mit derselben brutalen Effizienz wie deine Submetering-Firma, wenn wieder irgendeine nebulöse und fragwürdige Zusatzgebühr aufgeschlagen wird. Jetzt können wir über die konkreten Transfers sprechen, von denen alle Leser verdammt sicher sind, dass der Autor sie längst vergessen hat.

So mancher andere Bundesliga-Klub hätte sicher gerne aufstrebende 2.-Bundesliga-Spieler wie David Herold (Karlsruhe, Marktwert 4 Millionen Euro), Isac Lidberg (Darmstadt, Marktwert 5 Millionen Euro) und Enzo Leopold (Hannover, Marktwert 4 Millionen Euro). Schröder holte zwei, vielleicht sogar drei potenzielle Stammspieler mit einem geschätzten kombinierten Marktwert von 13 Millionen Euro für nur 6,5 Millionen Euro. Leopold kam ablösefrei, ebenso vielversprechende Spieler wie der ukrainische Rechtsverteidiger Yukhym Konoplya und der potenzielle neue Stammtorhüter (falls Moritz Nicolas geht) Daniel Batz. Als Konoplyas Verletzung Schröders Pläne zu gefährden drohte, verschwendete der Funktionär keine Zeit und sicherte sich per Leihe die Dienste von Daiki Hashioka von Slavia Prag.

Schröder verpflichtete außerdem die Entwicklungsspieler Zento Uno und Jan Leszczynski. Letzterer war nicht billig, aber Schröder hat noch nicht einmal die Hälfte des Sommer-Transferüberschusses aufgebraucht, der unter anderem durch den Verkauf von Rocco Reitz an RB Leipzig entstand. Zugegeben, das hat auch viel mit der kuriosen Wendung zu tun, dass tatsächlich jemand bereit war, ordentlich Geld für Giovanni Reyna zu zahlen. So oder so verdient Schröder Lob. Er hat für jede Neuverpflichtung in diesem Sommer unter Wert eingekauft, einschließlich des aufstrebenden schwedischen Flügelspielers Hugo Bolin. Stark gemacht vom Mann an der Spitze von Deutschlands „Submetering-Team“!

Notizen aus der Vorbereitung, Gladbach

In Schröders eigenen Worten brauchte Polanski eine komplette Sommervorbereitung, um dem Team wirklich seinen Stempel aufzudrücken. Mit einer Reihe ordentlich angesetzter Testspiele konnte der BMG-Trainer genau das erreichen. Die „Fohlenelf“ kehrt mit einer klaren taktischen Ausrichtung und einer soliden Vorstellung davon, wie ihr Fußball aussehen soll, in ihre bedauerlich korporativ gebrandete Arena zurück. Der Autor sollte hinzufügen, dass die Verletzung von Jens Castrop diese angeblichen Pläne durcheinanderbringt. Am interessantesten ist jedoch, dass dadurch aus einem erwarteten 4-2-3-1 am Ende ein offensiveres 4-3-3 werden könnte. Manchmal können ungünstige Umstände glückliche Folgen haben.

Hugo Bolin und Franck Honorat schnürten beim 6:0-Auswärtssieg im malerischen Wuppertal zum Start der Vorbereitung jeweils einen Doppelpack. Wael Mohya bereitete beide Bolin-Tore vor, beide fielen noch vor Ablauf der ersten Viertelstunde. Die Fohlen hatten in jener Stadt, die Deutsche meist dann erwähnen, wenn sie einen generischen, namenlosen deutschen Fußballbezug brauchen, den niemand, der nicht in den 1970ern gelebt hat, wirklich einordnen kann, schnell freie Bahn. Nach Wuppertal ging es nach Essen zu einem deutlich härteren Test gegen RWE. Diesmal trafen Bolin und Mohya erneut beim 2:1-Auswärtssieg. Auch das 17-jährige BMG-Talent Edin Biber erzielte ein Tor. Leider ins eigene.

Im zweiten Testspiel bekamen wir den ersten Blick auf Polanskis vorgegebenes 4-2-3-1. Am besten ließ es sich als holprig und unbeholfen beschreiben. Robin Hack wirkte auf der Zehn nicht besonders sortiert. Natürlich half auch die Verletzung von Yukhym Konoplya nicht. Dass Tim Kleindienst noch nicht für viel mehr als eine halbe Stunde bereit war, hemmte den Gladbacher Spielfluss zusätzlich. Gegen Rostock stellte Polanski Hugo Bolin dann auf die Zehn, während Hack nach links rückte und unter anderem Florian Neuhaus auf die Doppelsechs rotierte. Zunächst blieb vieles zäh, bis Polanskis Mannschaft in der zweiten Halbzeit aufwachte. Lukas Ullrich, Kevin Stöger und Isac Lidberg trafen beim überzeugenden 3:1-Auswärtssieg. Auch der neu verpflichtete Hashioka rückte in die Innenverteidigung und hinterließ einen soliden Eindruck.

Die Lehren aus dem 15:0-Kantersieg gegen den FC Rottach-Egern im offiziellen Trainingslager am Tegernsee halten sich naturgemäß in Grenzen. Erwähnenswert ist, dass Mohya erneut einen Doppelpack erzielte. Das gelang auch Kleindienst, dem jungen Offensivtalent Iaia Manco Danfa, Shuto Machino und dem inzwischen verletzten Jens Castrop. Zento Uno durfte sein erstes (inoffizielles) Gladbach-Tor erzielen. Das 4-2-3-1 funktionierte mit Hashioka auf seiner natürlichen Position als Rechtsverteidiger reibungslos. Natürlich war dieses völlig unkompetitive Spiel kaum ein echter Test. Was danach folgte, war dagegen ein deutlich klarerer Beleg dafür, dass Polanski mit dem Kader auf dem richtigen Weg ist.

In einer Entwicklung, die den meisten deutschen Fußballfreunden ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte, zerlegte Gladbach Hoffenheim in einem 120-Minuten-Test. TSG-Neuzugang Bambassa Conté eröffnete im ersten 60-Minuten-Abschnitt den Torreigen, doch die Fohlenelf antwortete im zweiten durch ihren eigenen prominenten Neuzugang Lidberg. Nachdem Robin Hack ausgeglichen hatte, nutzte Lidberg Fehler der TSG-Reservisten Arthur Chaves und Robin Hrnac und verbuchte in den letzten 30 Minuten zwei Tore und eine Vorlage. Gladbach gewann das Duell im österreichischen Trainingslager mit 4:1. Und ja, für alle, die sich fragen: 120-Minuten-Testspiele haben zwei Trinkpausen. Das heißt technisch gesehen, dass es kein richtiger Fußball ist.

Der jüngste Test gegen den Fünftligisten SSVg Velbert (heute absolviert) ist vor allem deshalb erwähnenswert, weil Wael Mohya verletzt ausgewechselt werden musste. Offenbar war Gladbachs Verletztenliste noch nicht voll genug. Robin Hack traf vor der Pause doppelt. Nach dem Seitenwechsel brachen dann endgültig alle Dämme. Iaia Manco Danfa, Florian Neuhaus (zweimal), Elias Vali Fard, Shuto Machino und Fritz Fleck vollendeten ein 8:0-Schützenfest. Machino und Neuhaus tanzten beim ersten Neuhaus-Tor sogar abwechselnd durch die Velberter Defensive. Sehr hübsch anzusehen und aufschlussreicher als erwartet.

Gewinner aus dem Trainingslager, Gladbach

Isac Lidberg, SS

Beginnen wir hier mit dem Hinweis, dass weder Tim Kleindienst noch Robin Hack besonders starke Vorbereitungen gespielt haben. Dass sie dabei aber auch keine völlig trägen Tollpatsche waren, verhindert noch ihre Einstufung als „Verlierer“. Beide wichtigen Offensivkräfte kommen aus verletzungsgeprägten Saisons zurück, und Hack (siehe oben) konnte durchaus Akzente setzen. Praktisch alle deutschen Fußball-Prognostiker werden den Lesern sagen, dass Gladbachs gesamte Saison davon abhängt, ob Kleindienst und Hack zu ihrer Form zurückfinden. Dieser Chronist teilt diese Ansicht nicht ganz. Warum? Das beginnt mit dieser Hälfte der „schwedischen Verbindung“ im Team. Vorhang auf: Isac Lidberg!

Der 27-Jährige ist – wie er selbst zugibt – eigentlich schon etwas alt für einen „Bundesliga-Rookie“. Seine 17 Tore in der 2. Bundesliga wird er nicht wiederholen. Tatsächlich wird Lidberg, wenn mit Kleindienst alles so läuft wie erhofft, gar nicht so viel Einsatzzeit sehen. Ein 4-4-2 mit einem etwas zurückgezogenen Stürmer links neben Kleindienst ist nicht ausgeschlossen, aber Lidberg bleibt trotz der vielseitigen Elemente seines Spiels eher ein Zielspieler im Sturmzentrum. Shuto Machino könnte für so ein System besser geeignet sein. Ein Wechsel auf 3-5-2 würde Platz für ihn schaffen, aber das Quartett neuer Co-Trainer, das Polanski unterstützt, würde ihn vermutlich umbringen, wenn er das versuchte.

Trotzdem müssen wir über Lidberg sprechen, jenes Thema, bei dem die Leser mittlerweile fast sicher sind, dass der Autor es vergessen hat. Der Doppelpack gegen Hoffenheim ist ein ermutigendes Zeichen. Lidberg spaltet Abwehrreihen gut auf und zeigt ein starkes Positionsspiel. Sein erstes Tor zeigte, wie schnell er beschleunigen kann, und unterstrich seine guten Abschlussqualitäten. Das zweite war eher ein Abstauber, aber Positionierung und Ruhe vor dem Abschluss gefielen. Vielleicht kommt er als Joker auf eine zweistellige Torzahl. Man sollte nicht vergessen, dass in der vergangenen Saison absolut niemand Haris Tabakovic auf dem Zettel hatte.

Hugo Bolin, ATTM

„Kompliment an die Scouting-Abteilung“ trifft es tatsächlich. Die andere Hälfte der „schwedischen Verbindung“ im Kader sollte wahrscheinlich links vor Hack starten. Bolin hatte in seiner ersten Leihphase im vergangenen Frühjahr vielleicht einen kleinen Stotterstart. Das ist jetzt völlig irrelevant, nachdem der 23-Jährige eine bärenstarke Vorbereitung hingelegt hat. Polanski testete Bolin tatsächlich auf mehreren Positionen entlang der zweiten Offensivreihe. Anders als viele Kollegen überzeugte der frühere Malmö-Spieler überall. Polanski hat hier eine absolute Waffe, die links, rechts und zentral eingesetzt werden kann.

Der mittlerweile zweifache Nationalspieler spielte bereits in der vergangenen Saison überall in der zweiten Reihe und erzielte sein erstes Tor im Gladbacher Saisonfinale. Wir haben ihn bereits in unserem GGFN-Beitrag zum Abstiegscheck von Borussia Mönchengladbach gewürdigt und sind bereit, das in dieser Saison noch viele weitere Male zu tun. Er ist schnell. Er ist kreativ. Okay, er ist auch eher schmächtig. Macht nichts. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass er auch als Torjäger eine Gefahr sein kann. Wenn der Autor dieses Team trainieren würde oder einer der neuen Trainer wäre, die ein Auge auf Polanski haben sollen, würde er dafür sorgen, dass Bolin Hacks Platz übernimmt.

Im Moment sieht es allerdings so aus, als würde Hacks jüngste Leistung Bolin auf die Zehn schieben.

Wael Mohya, ATTM

Das sollte das Jahr sein, in dem das mit 17 Millionen Euro bewertete Talent den Durchbruch schafft. Sechs Startelfeinsätze gegen Ende der vergangenen Saison – gepaart mit einer starken Vorbereitung, in der er schnitt, zersägte und trickste wie ein Spieler mit mindestens fünf zusätzlichen Jahren Erfahrung – könnten dazu führen, dass er Franck Honorat dauerhaft verdrängt. Schröder hat beide Außenverteidigerpositionen bewusst aufgefrischt, um das Angriffsspiel zu beschleunigen. Jetzt, da Yukhym Konoplya verletzt ist, könnte Honorat auf bloßes Transferköder-Niveau abrutschen.

Vorausgesetzt, die jüngste Verletzung ist nichts Ernstes!

Enzo Leopold, DM

Wie Lidberg geht auch der 26-Jährige in einem relativ fortgeschrittenen Alter in seine „Rookie“-Bundesliga-Saison. Ob der frühere Kapitän von Hannover 96 ein Mittelfeld in der deutschen Topliga zusammenhalten kann, bleibt abzuwarten. Castrops Verletzung setzt Leopold enorm unter Druck. Gemeinsam mit dem früheren Holstein-Kiel-Kapitän Philipp Sander scheinen Leopold und sein ebenfalls ehemaliger Zweitliga-Spielführer-Kollege zumindest zu wissen, wie man die Dinge stabil hält. Wie dieses improvisierte Epoxidharz-Duo gegen stärkere Gegner aussieht, wird wirklich interessant. Leider dürfte Leopold wohl derjenige sein, der geopfert wird, wenn Polanski auf ein 4-1-4-1 oder ein offensiveres 4-3-3 umstellt.

Beachte, dass Stöger und Sander im jüngsten Testspiel vor Leopold begannen.

Es ist keineswegs garantiert, dass Leopold startet.

Nun macht Florian Neuhaus’ Doppelpack die Lage noch komplizierter.

Daiki Hashioka, RV

Daiki „Happy“ Hashioka setzte im zweiten Durchgang des Rostock-Spiels als Innenverteidiger sofort ein Ausrufezeichen und erhielt dafür ausdrücklich Lob von Trainer Polanski. Nach zwei Vorlagen im Rottach-Egern-Blutbad machten sich danach müde Beine in seinem „Wolke sieben“-Kopf bemerkbar. Der 27-Jährige blieb in den folgenden Testspielen einige Male sichtbar zu lange am Ball hängen und war auch in der ersten Hälfte des jüngsten Tests nicht sonderlich beeindruckend. All das spielt aber kaum eine Rolle, weil Schröders „Außenverteidiger-Auffrischung“ ihm vor Saisonbeginn praktisch einen Startplatz schenkt. Es wäre eine riesige Überraschung, wenn Joe Scally noch einmal eine echte Chance bekäme.

Verlierer aus dem Trainingslager, Gladbach

Jens Castrop, ZM

Autsch. Das ist ein herber Verlust für Spieler und Klub. Castrop sollte das Herzstück von Gladbachs taktischem Neuaufbau werden. Der langfristige Ausfall des 23-Jährigen beraubt das Team vielleicht seines größten „X-Faktors“, der zumindest Hoffnung gegeben hätte, sich über den mittelmäßigen Morast zu erheben, den man dort sonst so produziert. Der Autor war noch deutlich zerzauster, als es darum ging, Castrop aus seiner prognostizierten Startelf zu streichen. Wie oben erwähnt, könnte diese Entwicklung am Ende zu einem 4-3-3 von Polanski führen. Nur hat man nicht das Gefühl, dass seine Aufpasser ihm das sofort erlauben werden.

Yukhym Konoplya, RV

Doppel-Autsch. Was man anfangs von dieser rothaarigen Rakete sah, machte durchaus optimistisch. Beweisen lässt es sich zwar nicht, aber einiges aus der frühen Arbeit des 26-Jährigen in der Vorbereitung deutete stark darauf hin, dass er ein guter Bundesliga-Rookie geworden wäre. Vorerst müssen wir einfach warten. Die Anpassung an das Tempo dieser Liga wird ohne die sanftere Rampe eines Sommer-Trainingslagers schwieriger. Die Bänderverletzung des ukrainischen Nationalspielers bedeutet, dass er sich nun gedulden muss.

Joe Scally, RV

Dreifach-Autsch. Die Verpflichtung von Hashioka war ein echter Schlag ins Gesicht. Derzeit gibt es keine verlässlichen Gerüchte, die den gebürtigen Long-Islander konkret mit einem Abgangsklub in Verbindung bringen. Trotzdem geht man inzwischen davon aus, dass Scallys Bundesliga-Tage schlicht gezählt sind. Der Außenverteidiger, den der Autor einst Woche für Woche in der alten Kolumne „Americans in the Bundesliga“ ausführlich beobachtete und dokumentierte, ist weiterhin eine solide Präsenz auf der rechten Schiene. Scally hat in Sachen Form nichts wirklich Erkennbares verloren. Es ist einfach Zeit, dass sowohl der 23-Jährige als auch sein Klub etwas anderes ausprobieren.

Lukas Ullrich, LV

Einfach nur aua. Der deutsche Außenverteidiger, der wiederholt zur Pointe des Witzes vom „Federgewichtskampf des Jahrhunderts“ wurde, setzte sich ENDLICH gegen Luca Netz als Stammspieler durch – und verlor seinen Platz dann sofort an einen Bundesliga-Rookie, der ein Jahr älter ist als er. Positionskämpfe zwischen Spielern, die vermutlich nie über das U21-Niveau hinauskommen, stehen fast sinnbildlich für das, was es über die Jahre bedeutete, über diesen Klub zu berichten. Man muss eine Menge erschreckend durchschnittlichen Fußball schauen und irgendwie einen Weg finden, daraus leicht überdurchschnittliche Geschichten zu machen. Seufz.

Fabio Chiarodia, IV

Apropos … egal. Hören wir einfach hier auf. So sehr der Autor den Lesern mehr über BMG-Talente wie Iaia Manco Danfa, Fritz Fleck und Mathieu Nguefack erzählen möchte – er kann das einfach nicht mehr. Auf jede Erfolgsgeschichte (wie etwa Rocco Reitz), die dieser Klub hervorbringt, kommen Unmengen an jungen Spielern, die Jahr für Jahr vielleicht ein oder zwei Zentimeter wachsen, während sie gleichzeitig mit Verletzungen und Formschwankungen kämpfen. Irgendwann müssen wir einfach die Aufstellung dieses Teams prognostizieren und erklären, warum ein weiteres Jahr gut gemeinter Maßnahmen nicht funktionieren wird.

Weiter zum nächsten Abschnitt!

Taktischer Scout, Gladbach

Die bundesligaaffineren Leser haben sicherlich die Abgangsgerüchte um Torhüter Moritz Nicolas und Nico Elvedi mitbekommen. Der neueste Stand bei beiden Spielern ist laut Schröder selbst, dass die interessierten Premier-League-Klubs keine formellen Angebote abgegeben haben. Dass Nicolas und Elvedi bleiben, ist an diesem Punkt fast das Sicherste, was man über diesen Kader sagen kann. Alles zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen, bleibt eine spekulative, wenn nicht leicht traurige Übung. Mit Castrop im Mix könnte das Ganze deutlich anders aussehen. 

Aufstellung-BMG (PROGNOSE)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | VfL Borussia Mönchengladbach

Sieht das für irgendjemanden nach etwas anderem als Platz 9 bis 12 aus? Natürlich kommt an die Freude, komplett widerlegt zu werden, nur wenig heran. Bei den Niederrheinern ist der Autor es allerdings leid, Jahr für Jahr ständig bestätigt zu werden. Gladbach ist – ähnlich wie manche Autobahnabschnitte in seiner Umgebung – eine ewige „Baustelle“: ein Projekt, das immer kurz vor der Fertigstellung steht, aber nie dort ankommt. Schröder hat ein paar Schlaglöcher gefüllt und die äußeren Fahrspuren erneuert. Vielleicht liefern genau diese Spuren uns ein paar Überraschungen. 

Vielleicht kehrt andererseits auch das leidige Phänomen namens „Gladbach Block“ in den präfrontalen Cortex dieses Autors zurück. In den Zeiten der ausführlichen Kolumne „Tactics Talk“ musste der Autor jede einzelne Woche etwas Interessantes über Gladbach schreiben. Es war sicher kein Zufall, dass immer dann, wenn Gladbach auf dem Zettel stand, ein sehr langer Spaziergang angesagt war. Der Trend begann in der Adi-Hütter-Saison und hält bis heute an. 

Das ist definitiv etwas, das der Autor gerne vergessen würde – oder über das er sich zumindest bei irgendeinem lebenden Menschen am Telefon bei der Submetering-Firma beschweren könnte. Die neu aussehenden „ista-Fohlen“ sind völlig brauchbar, wunderbar adäquat, sensationell glaubwürdig, prächtig ausreichend und herrlich akzeptabel. Zeit für einen zügigen Spaziergang um den Block!

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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