Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zum SC Paderborn 07 | OneFootball

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·18. August 2026

Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zum SC Paderborn 07

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zum SC Paderborn 07

Unsere Get German Football News-Serie zur taktischen Vorschau auf die Bundesliga vor der Saison 2026/27 geht weiter. Die aktuelle Phase führt uns in den Bereich einer „Serie in der Serie“. Es ist Zeit, einen Blick auf die beiden Aufsteiger der deutschen Eliteklasse zu werfen: den SC Paderborn und den SV Elversberg. Interessanterweise fallen beide Klubs – ganz zu schweigen von ihren Farben – genau in das, was die Deutschen eine „Graue Maus“ nennen. Selbst wer nur rudimentäre Deutschkenntnisse hat, kann wohl ableiten, dass „Graue Maus“ auf Englisch „Grey Mouse“ bedeutet. Zwei solche kuriosen Säuger aus der Ordnung der Nagetiere sind in diesem Jahr in der „Oberhaus-Küche“ aufgetaucht.

Ein „Graue-Maus“-Klub, auch das ist wieder leicht zu erschließen, schleicht durch ein unscheinbares Loch in der Wand in die Bundesliga-Küche. Und kaum ist er da, verschwindet er meist wieder in seinem alten Zuhause. Elversberg ist völliger Bundesliga-Neuling, was bedeutet, dass man dort höchstens davon träumen kann, überhaupt ein „Graue-Maus“-Klub zu werden. Paderborn hingegen qualifiziert sich als die Quintessenz einer „Grauen Maus“. Die Ostwestfalen tauchten zur Saison 2014/15 auf und verschwanden nach nur einer Spielzeit wieder. Dasselbe geschah 2019/20. Der Aufenthalt in der Küche blieb kurz. Das Licht ging an. Die Maus huschte davon.


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Paderborn bekommt einen etwas längeren Einführungsteil. Der Autor erinnert sich natürlich noch sehr gut an die von Steffen Baumgart trainierte Version aus der Saison 2019/20. Damals waren etliche Namen dabei, die ihm vertraut sind, weil er in jenem Jahr die Bundesliga eng begleitet hat. Andere werden Paderborn kaum von Bielefeld unterscheiden können. Viele werden Paderborn und Elversberg in dieser Saison durcheinanderbringen. Das ist vollkommen verzeihlich, muss aber nicht sein. Der Autor versichert allen, die ihre Bundesliga-Bildung erweitern möchten, dass diese Kolumne sie bei SCP vollständig auf den neuesten Stand bringen wird. Bleiben Sie bei dieser Serie! Ehe Sie sich versehen, sind Sie ein Profi in Sachen „Graue Maus“!


SC Paderborn 07


Was unterscheidet Paderborn von den anderen Mäusen? Denken Sie bei SCP an den Klub, der massenhaft Bundesliga-Trainer und Manager hervorgebracht hat. Der bereits erwähnte Baumgart wurde tatsächlich von Kölns unglücklich gescheitertem Lukas Kwasniok beerbt. Auch der frühere Schalke-, Hoffenheim- und Hannover-Trainer André Breitenreiter führte dieses Team während seines missglückten Aufenthalts 2014/15 im deutschen Oberhaus. Auf der Managementebene brachte Paderborn zwei aktuelle Bundesliga-Personalchefs hervor: die Sportvorstände Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) und Fabian Wohlgemuth (VfB Stuttgart).

Weitere Reisen in die Vergangenheit im Verlauf dieser Analyse werden helfen, noch mehr Erinnerungen hervorzuholen. Vertrauen Sie dem Chronisten. Paderborn-Assoziationen liegen tief in Ihrem Unterbewusstsein vergraben. Sie werden bis in Ihren präfrontalen Cortex aufsteigen und „Ach ja, stimmt!“-Momente auslösen. Erinnern Sie sich an Klaus Gjasulas Schutzhelm und seinen Gelbe-Karten-Rekord? Ach ja, stimmt! Paderborn! Oder daran, wie Baumgart in der „Geisterspiel-Ära“ seinen „Kulttrainer-Status“ erlangte, als jeder ihn an der Seitenlinie rau brüllen und pfeifen hören konnte? Paderborn!

Gerrit Holtmann, der das Interesse an Temporekorden anheizte? Paderborn! Streli Mamba, der aus der 3. Liga kam und die höchste Spielklasse im Sturm eroberte? Paderborn! Luca Kilian, der offiziell als erster Bundesliga-Spieler positiv auf COVID getestet wurde? Richtig geraten! Paderborn! Leider müssen wir hier abbrechen. Die aktuelle Version dieser Mannschaft ist schon spannend genug. Außerdem müssen wir uns der Frage widmen, wie lange diese spezielle „Graue Maus“ diesmal bleiben will.

Wichtige personelle Veränderungen, Paderborn

Geschätzte Sommer-Transferbilanz = -450.000 Euro

Der Bundesliga-Aufstieg hat Paderborn etwas Geld zum Ausgeben verschafft. Anders als in früheren Aufstiegsjahren haben sich die Ostwestfalen diesmal aber nicht dafür entschieden, es einfach zur Seite zu legen. Viele von uns waren überrascht, dass sie 3 Mio. Euro für den ehemaligen Bayern-Angreifer Gabriel Vidovic ausgegeben haben. Gewöhnlich gilt diese Organisation als ein „Steine-anstatt-Beine“-Klub, auch wenn man Investitionsgelder nicht nur für Stadion und Infrastruktur einplant. Das Management dieses Vereins ist bekannt dafür, die Jugendarbeit zu priorisieren. Jedenfalls war es durchaus überraschend zu sehen, wie ein Klub, der vor seiner letzten Bundesliga-Saison nur eine winzige Summe (vielleicht 600.000 Euro oder so) für Spieler ausgab, in diesem Sommer fast 6 Mio. Euro an Ausgaben anhäufte.

Ein Teil des bekannten Rekrutierungsmodells bleibt erhalten. Viele Neuzugänge kamen aus der 2. Bundesliga, 3. Liga, Regionalliga oder aus Reserve- und Entwicklungsstrukturen von Bundesliga-Klubs. Die Mittelfeldspieler Oliver Batista Meier, Luka Duric und Jano ter Horst kamen dennoch nicht ablösefrei. Leihspieler wie Deniz Zeitler (Hoffenheim), Nahuel Noll (ebenfalls Hoffenheim) und Laurin Ulrich (Stuttgart) kamen ebenfalls gegen sechsstellige Gebühren. Die Ausgaben wurden notwendig aufgrund dessen, was man als „normales Ausbluten“ eines Aufsteigers bezeichnen könnte. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass eine Mannschaft wie diese ihre besten Spieler verliert.

Im Fall von Paderborn verließen drei Spieler den Verein, ohne Transfererlöse zu bringen. Aufstiegs-Keeper Dennis Seimen kehrte nach einer herausragenden Leihsaison nach Stuttgart zurück. Stamm-Innenverteidiger Calvin Brackelmann wechselte ablösefrei nach Augsburg. Am schmerzhaftesten in der Offensive war jedoch, dass Filip Bilbija seine 15 Aufstiegstore mit zu Derby County nahm, ohne eine Ablöse einzubringen. Bilbijas Vielseitigkeit und seine Fähigkeit, Chancen in Tore umzuwandeln, hinterließen eine Lücke, die Paderborn einen Großteil des Sommers zu schließen versuchte. Immerhin spülte Mika Baur 5 Mio. Euro plus in die Kassen des SCP.

Auf dem Papier wurden auf jeder Position Ersatzlösungen verpflichtet. Noll ist der offensichtliche Versuch, Seimen zu ersetzen. Ulrich wurde gezielt dafür eingeplant, Baur im Mittelfeld mit zu ersetzen. Weiter vorne bieten Vidovic, Batista Meier, Zeitler und Millgramm mehrere unterschiedliche Wege, Bilbijas Kreativität und Direktheit zu ersetzen, ohne dass einer von ihnen allein 15 Tore nachliefern muss. Brackelmanns Abgang scheint deutlich schwerer so sauber aufzufangen zu sein. Die gesamte Defensivreihe wurde in diesem Sommer von Verletzungen geplagt. Paderborn hat die Namen ersetzt. Ob auch das ersetzt wurde, was diese Namen tatsächlich geleistet haben, ist eine deutlich Bundesliga-großere Frage.

Notizen aus der Vorbereitung, Paderborn

Paderborn begann die Saison mit einem 18:0 gegen B-Kreisligist Blau-Weiß Ostenland. Paderborn traf durch elf verschiedene Spieler. Ähem. Gut. Weiter im Text. Danach kam Hannover 96 und lieferte diesem kritzelnden Notizenschreiber etwas Material. Ralf Kettemann begann mit einem variablen 3-5-2, das im Ballbesitz wie ein 3-4-1-2 aussah. Hannover ging zweimal nach Standardsituationen in Führung. Steffen Tigges glich einmal aus, während Stefano Marino schließlich doppelt traf und das 3:2-Comeback vollendete. Marinos Bewegungen im zweiten Test waren insofern leicht interessant, als dass er ziemlich frei herumirrte.

Als Nächstes folgte der japanische Erstligist Fagiano Okayama. Kettemann probierte ein 3-4-3 und ein 4-3-3 aus. Cool. Sven Michel traf beim 3:1 doppelt. Albert Millgramm kam herein und bereitete Sebastian Klaas das dritte Tor vor. Doppelt cool. Es war allerdings noch nicht ganz an der Zeit, das Taktik-Notizbuch ans Whiteboard der Bibliothek zu tragen, zumal ein Mangel an Innenverteidigern gegen Magdeburg Kettemann dazu zwang, die Mannschaft in einem 4-4-2 aufzustellen. Ehrlich gesagt: Ab da konnte man das Mitschreiben auch lassen. Ein Spiel ohne SCP-Tore (eine 0:2-Niederlage) produzierte zudem kaum genug Tinte, um überhaupt das Klicken des Kugelschreibers zu rechtfertigen.

Paderborn hatte gegen den FCM viel Ballbesitz. Tigges war zweimal nahe am Tor. Millgramm traf gegen seinen Ex-Klub den Pfosten. Kein Grund, das überzubewerten. Der Bundesligist hatte gerade seine härteste Trainingswoche absolviert, während der Zweitligist den Vorteil von zwei zusätzlichen Trainingslager-Wochen hatte. Der amerikanische Mittelfeldspieler Santiago Castaneda hatte etwas an sich. Der Autor einer regelmäßigen Kolumne über „Amerikaner in der Bundesliga“ erlebte einen kurzen Flashback in alte Zeiten. Das war tatsächlich ein wenig stressig.

Southampton tauchte dann scheinbar aus dem Nichts als nächster Testspielgegner auf. Paderborn bestand die Probe am Ende, weil Jano ter Horst offenbar entschied, dass konventionelles Abschließen überschätzt wird. Der nominelle Schienenspieler – zuletzt als Notlösung in die Innenverteidigung gedrückt – erzielte in der 87. Minute per Fallrückzieher den Ausgleich und traf dann in der Nachspielzeit noch einmal. Dreifach cool. Taktisch musste Kettemann weiterhin auf viele seiner regulären Innenverteidiger verzichten. Also sahen wir erneut eine Dreierkette. Für „vierfach cool“ war es aber noch zu früh.

An diesem Punkt begann sich ein etwas unerwünschter Trend zu zeigen. Southamptons Tor fiel nach einer schlecht verteidigten Ecke. Hannover hatte bereits zweimal nach ruhenden Bällen getroffen. Magdeburg legte noch einen Freistoßtreffer nach. Southampton gesellte sich dazu. Ein Standardproblem in der Vorbereitung ist vielleicht verzeihlich, wenn die Hälfte der verfügbaren Innenverteidiger im Behandlungsraum feststeckt, aber Bundesliga-Teams werden es trotzdem registrieren.

Das 2:0 in Osnabrück brachte Paderborn wieder näher an die bevorzugte Struktur. Gegen den Ball formierte man sich in einem 5-2-3, während Castaneda klar vor die Abwehr zurückfiel, um den Ballbesitz zu lenken. Mika Baur konnte dadurch höher in den offensiven Halbraum schieben. Der Fußball funktionierte größtenteils. Baur traf schließlich kurz vor der Pause. Das zweite Tor erzielte der 17-jährige Vigo Wernet, ein in Osnabrück geborener Paderborner U19-Spieler, der wegen der Verletzungen in den Kader hochgezogen wurde und auf dem Spielbogen mit einem F“ für „Freundschaftsspielberechtigter“ geführt wurde.

Der für Freundschaftsspiele spielberechtigte Teenager traf natürlich.

Jetzt ist es Zeit für „vierfach cool“!

Die Verletztenliste wurde deutlich weniger amüsant. Hoffmeier musste mit einem Wadenproblem früh raus, und Michel erlitt eine Leisten-/Oberschenkelverletzung, die ihn voraussichtlich mehrere Wochen kosten wird. Götze, Awortwie-Grant, Nick Bätzner und Timur Gayret fehlten bereits. Ein 140-Minuten-Marathon gegen Werder Bremen änderte wenig an der zentralen fußballerischen Frage. Paderborn erspielte sich über lange Phasen die besseren Möglichkeiten. Millgramm und Batista Meier sorgten früh für Gefahr. Marino traf die Latte.

Siebzig Minuten vergingen ohne Tor. Dann fielen vier Treffer, als die meisten Reservisten auf dem Platz standen und sich kaum noch jemand dafür interessierte. Der Autor gehörte zufällig zu diesen hartnäckigen Seelen, genauso stur wie die Ostwestfalen selbst. Kein Unterhaltungswert in einem ausgedehnten Trainingskick. Kein Publikum auch. Ruben Müller und Lasse Eickel trafen im abschließenden 2:2. Schön für sie. Die wirklichen Erkenntnisse sollten ohnehin erst die abschließenden Duelle gegen Köln liefern.

Die erste Halbzeit war schwach. Paderborn verteidigte tief, hatte große Probleme, Defensive und Angriff zu verbinden, und ließ Köln das Spiel kontrollieren. Ragnar Ache stellte verdient auf 1:0. Dann kam die Pause. Offenbar hätte Köln fragen sollen, ob man die zweite Halbzeit nicht einfach absagen könnte. Batista Meier zirkelte einen Freistoß ins Tor. Curda flankte auf Castaneda, der zum zweiten Treffer einköpfte. Batista Meier zeigte anschließend eine wunderbare erste Ballannahme, bevor er Curda zum 3:1 bediente. Der späte Elfmeter von Said El Mala sorgte für den Endstand von 3:2.

Die zweite Paderborn-Elf lag dann gegen Kölns Reserveteam 1:3 hinten und gewann noch 4:3. Steffen Tigges traf dreimal gegen seinen Ex-Klub. Felix Götze erzielte das andere Tor, als er spät in einer Mittelstürmerrolle auftauchte. Über beide Spiele hinweg drehte Paderborn also ein 0:1 in ein 3:1 und ein 1:3 in ein 4:3. Notiz an Köln: Zur Halbzeit fängt Paderborn offenbar erst an, richtig Fußball zu spielen.

Der Sommer insgesamt hinterlässt trotz der endlosen Systemwechsel ein ziemlich stimmiges taktisches Bild. Kettemann scheint sich weiterhin am wohlsten zu fühlen, wenn er von einer Dreierkette aus startet, aber die genauen Zahlen drumherum sind hochgradig variabel. Paderborn verteidigte im 5-2-3, baute über 3-5-2- und 3-4-2-1-Strukturen auf, wechselte in 3-4-3-Formen und nutzte sowohl 4-4-2 als auch 4-3-3, wenn Personal oder Trainingsziel es verlangten.

Und dann sind da noch die ruhenden Bälle. Zu viele Gegentore in der Vorbereitung fielen nach Ecken und Freistößen, auch wenn die Verletzungen in der Innenverteidigung die Arbeit dort natürlich erschwerten. Trotzdem gab es viel Positives. Wichtig war vor allem, dass der Aufsteiger nur selten ängstlich wirkte, wenn er seinen Fußball spielen wollte. Ob die Bundesliga ihm allerdings so viele Gelegenheiten lässt, den letzten Satz auch zu Ende zu schreiben, ist eine andere Frage.

Gewinner des Trainingslagers, Paderborn

Steffen Tigges, MS

Jetzt der versprochene Spaziergang durch die Vergangenheit. Erinnern Sie sich an diesen merkwürdigen Edin-Terzic-BVB-Aufstieg in den Profikader? Und daran, wie er dann nach Köln wechselte und gegen Ende der Abstiegs-Saison 2023/24 regelmäßig nicht einmal mehr im Kader von Tim Schultz stand? Der inzwischen 28-Jährige ist mit Wucht zurück, traf per Hattrick gegen den Klub, der ihm kaum eine Chance gab, beim Aufstieg oder Abstieg zu helfen, und ihn im vergangenen August für eine lächerlich geringe Ablöse abgegeben hat. Für den gebürtigen Osnabrücker schmeckt Rache sicher süßer als jede Karnevalssüßigkeit. Insgesamt war es auch sonst ein gutes Trainingslager für ihn. Ob das in eine Startelfrolle mündet, ist weniger sicher. Wir fassen „Gewinner“ hier recht weit.

Stefano Marino geht womöglich mit dem stärkeren Anspruch in den Pflichtspielbetrieb. Der 22-Jährige traf doppelt gegen Hannover und führte im abschließenden Köln-Doppeltest die stärkere Elf von Kettemann an. Marino bietet zudem eine beweglichere Interpretation der Position und lässt sich regelmäßig in Richtung Zehnerraum fallen, um das Spiel zu verbinden und Angriffe aus tieferen Räumen anzuschieben. Tigges bleibt die physischere Option, bringt Kopfballstärke, Ballbehauptung und deutlich mehr Bundesliga-Erfahrung mit, aber sein starkes Ende der Vorbereitung hat ihm wohl eher einen echten Konkurrenzkampf eingebracht, als die Hierarchie festzuzurren. Eine interessante Geschichte braut sich weiter zusammen.

Oliver Batista Meier, OM

Erinnern Sie sich an dieses frühere Bayern-München-Talent? Was hat der gebürtige Kaiserslauterer eigentlich gemacht? Batista Meier verließ Bayerns Entwicklungsstruktur nach einer Leihe zu Heerenveen, wechselte zu Dynamo Dresden und fand schließlich bei einer starken Leihe nach Verl wieder in die Spur. Stationen bei Grasshopper Zürich, eine weitere Rückkehr nach Dresden und SSV Ulm folgten, bevor er in der vergangenen Saison bei Preußen Münster landete. Dort spielte der 25-Jährige endlich eine solide Zweitliga-Saison und kam in 30 Ligaspielen auf sechs Tore und vier Vorlagen.

Jetzt hat Paderborn ihn für nur 400.000 Euro geholt, und der frühere Bayern-Youngster wirkt wie eine natürliche Besetzung für Kettemanns rotierende Offensivstrukturen. Batista Meier kann als Zehner oder hängende Spitze spielen. Besonders stark war sein Endspurt in der Vorbereitung. Nach einer auffälligen Leistung gegen Werder erzielte er im 3:2-Comeback der stärkeren Mannschaft gegen Köln einen herrlichen Freistoß und lieferte danach die Ballannahme und den Pass, die Laurin Curda vor dem entscheidenden dritten Tor freispielten. Paderborn könnte endlich das Umfeld gefunden haben, in dem das einst hoch gehandelte Bayern-Talent all die gesammelten Karriere-Umwege in etwas Stabileres umwandeln kann.

Albert Millgramm, LA/RA

Endlich mal jemand, an den sich niemand erinnert. Was für eine Geschichte! Der Autor nennt ihn inzwischen schon Albert „Mini-Jobber“ Millgramm! Der 21-jährige Berliner arbeitete noch ein paar Nachmittags-Schichten pro Woche bei Rewe, während seine Profikarriere gerade Form annahm. Ein paar Monate später bereitete er sich auf eine Bundesliga-Saison vor. Millgramm kam zu diesem Klub von den… halten Sie sich fest… Reserven des 1. FC Magdeburg. Seine bisherige Erfahrung im Profifußball beschränkt sich bislang auf zwei kurze Joker-Einsätze in der 2. Bundesliga. Jetzt ist er zu einer der Entdeckungen in Kettemanns Vorbereitung geworden.

Kettemann war fast schon euphorisch, was ihn angeht, und lobte nicht nur das Dribbling, sondern auch Millgramms Gespür dafür, wann er Gegenspieler attackieren sollte, seine Fähigkeit, einen oder sogar zwei Verteidiger stehen zu lassen, und sein außergewöhnliches Laufpensum von Strafraum zu Strafraum. Millgramm sieht kaum so aus, als wäre er für den traditionellen Bundesliga-Stellungskrieg gebaut. Kettemann hält das eher für einen Vorzug als für ein Problem. Man kann es kaum erwarten, Kettemanns „kleinen Riesen“ besser kennenzulernen. Außerdem ist es eine großartige Nachricht, dass man in der Bundesrepublik offenbar immer noch einen ordentlichen Mini-Job bekommen kann. Ein cooler Fußballer und ein aufmunterndes Sozialprogramm.

Der frühere Mini-Jobber aus dem Supermarkt könnte bald sehr andere regelmäßige Schichten übernehmen.

Jano ter Horst, RM

Dieser Spieler gewinnt den Preis für die „Unterhaltung der Vorbereitung“. Ter Horst, ein für 200.000 Euro von Preußen Münster gekommener Neuzugang, verbrachte weite Teile des Trainingslagers damit, wegen der Verletzungen als Notlösung in der Dreierkette auszuhelfen. Gegen Southampton erzielte er in der 87. Minute per Fallrückzieher den Ausgleich und traf dann in der Nachspielzeit noch einmal zum 2:1-Sieg. Ter Horsts Wert ging weit über die Akrobatik hinaus: Seine Fähigkeit, die rechte Seite und die zentrale Abwehr zu besetzen, gab Kettemann dringend benötigte Flexibilität, und in der stärkeren Elf für den letzten Köln-Test behielt er seinen Platz in der Dreierkette. Für einen Spieler, der zunächst wie günstige Kaderbreite wirkte, ist das eine bemerkenswerte Einführung.

Santiago Castaneda, ZM

Bundesliga-Reporter kennen diesen 21-Jährigen aus einem scheinbar endlosen Strom von Transfergerüchten, die ihn mit einem Wechsel ins Oberhaus in Verbindung brachten. Lustig, wie der Aufstieg dieses Problem am Ende für ihn gelöst hat. Castaneda wirkt jetzt wie einer der sichersten Namen auf Kettemanns Spielbogen und, noch wichtiger, wie die strukturelle Konstante, um die sich all diese wechselnden Formationen drehen. Er bleibt unterhalb der Rotationen, organisiert den Ballbesitz und gibt die Absicherung, wenn die Schienenspieler nach vorne schieben. Castaneda krönte einen starken Sommer mit einem Kopfballtor nach Curdas Flanke beim Comeback-Sieg gegen Köln. Nach all den Gerüchten bekommt die Bundesliga ihn nun endlich zu sehen, ohne dass irgendjemand ihn kaufen musste.

Laurin Curda, RV

Hier muss man nichts künstlich verkomplizieren. Laurin Curda ist einer von Paderborns sichersten Bundesliga-Startern. Der 24-Jährige war einer der herausragenden Spieler der Aufstiegssaison, gewann bemerkenswerte 13,3 Duelle pro Spiel, hatte die besten Eins-gegen-eins-Werte der 2. Bundesliga, gab mehr Torschüsse ab als jeder Mitspieler und erzielte obendrein noch das entscheidende Playoff-Tor gegen Wolfsburg. Der letzte Köln-Test lieferte eine saubere Zusammenfassung seines Werts. Ob man ihn Rechtsverteidiger, Schienenspieler oder einfach den Mann nennt, der den gesamten rechten Korridor besetzt, hängt davon ab, welche Formation Kettemann gerade auf die Tafel geschrieben hat. Die eine Konstante scheint Curda zu sein.

Der Autor mag den Begriff „Schienenspieler“ immer noch.

Verlierer des Trainingslagers, Paderborn

Sven Michel, MS

Erinnern Sie sich an Michel? Das einzige verbliebene Mitglied des Bundesliga-Kaders von 2019/20. „Verblieben“ ist eigentlich nicht das richtige Wort. Michel kehrte nach Stationen bei Union Berlin und Augsburg nach Paderborn zurück, Stationen, die leider als eher vergessenswert gelten müssen. Auch dieses Trainingslager wird Michel gern vergessen wollen. Ein gegen Osnabrück erlittenes Leisten-/Oberschenkelproblem setzte ihn anschließend für mehrere Wochen außer Gefecht. Das ist besonders unglücklich, weil Michels Rolle nie davon abhängen sollte, sich einen Startelfplatz über 34 Spiele zu erkämpfen. Der älteste Paderborner Angreifer geht in die Saison mit dem Ziel, wieder fit zu werden, während Marino und Tigges sehr lautstark für jene Minuten werben, die sonst vielleicht ihm gehört hätten.

Marcel Hoffmeier, IV

Noch ein reiner Rückschlag bei der Verfügbarkeit. Und ein besonders frustrierender. Hoffmeier hatte bereits fast die komplette vergangene Saison verpasst, nachdem er sich im August 2025 das Kreuzband gerissen hatte, nachdem er sich zuvor als wohl bester aufbauender Verteidiger Paderborns etabliert hatte. Sein Passspiel, seine Beidfüßigkeit und seine Bereitschaft, mit dem Ball aus der Kette herauszudribbeln, machten ihn zum natürlichsten internen Kandidaten, um Calvin Brackelmann zu ersetzen, und zumindest rechtzeitig zu den Aufstiegs-Playoffs war er in den Kader zurückgekehrt. Doch gerade als er wieder Rhythmus aufbauen und Ansprüche auf einen Bundesliga-Startelfplatz anmelden wollte, unterbrach ein Wadenproblem erneut seine Vorbereitung.

Nyamekye Awortwie-Grant, IV

Der frühere Verteidiger von Energie Cottbus sollte auf der rechten Seite der Dreierkette Physis und Konkurrenz bringen, doch eine Verletzung in der Vorbereitung sollte ihn für mehrere Wochen außer Gefecht setzen. Angesichts dessen, wie viele defensive Experimente die Verletzungen Kettemann ohnehin schon aufzwangen, verlor Awortwie-Grant wertvolle Zeit genau in der Phase, in der Rollen verteilt wurden. Das erwies sich als besonders kostspielig, weil Tjark Scheller seine Position stärkte und Jano ter Horst den Notdienst in der Innenverteidigung in ein überraschend überzeugendes Bewerbungsschreiben verwandelte. Der 25-Jährige startet mit Aufholbedarf in die Bundesliga-Saison.

Felix Götze, IV

Das ist eigentlich überhaupt nicht fair. Der Autor wollte lediglich darauf hinweisen, dass berühmte deutsche Fußballer offenbar gesetzlich dazu verpflichtet sind, jüngere Brüder namens Felix zu haben. Das gilt schließlich auch für Toni Kroos. Felix Götze hat allerdings deutlich mehr geleistet, als nur Marios jüngerer Bruder zu sein. Sein Sommer wurde trotzdem durch Adduktorenprobleme erschwert, die ihn bereits am Ende der Aufstiegssaison beeinträchtigt hatten. Die späte Hierarchie der Vorbereitung scheint aktuell Tjark Scheller im Zentrum der Dreierkette zu bevorzugen.

Der Kapitän würde natürlich lieber starten, muss sich vorerst aber damit begnügen, als später Notstürmer einzuspringen.

Taktik-Scout, Paderborn

Und nun die Ergebnisse des bereits erwähnten Ausflugs zum Whiteboard der Bibliothek. Der Autor empfindet eine gewisse Verbundenheit mit denen, die in dieser Saison die Formationsgrafik von Paderborn zeichnen müssen. Zum Glück hatte das Whiteboard einen Schwamm. Ähem. Kettemann bevorzugt grundsätzlich den Start aus einer Dreierkette. Seine Aufstiegsmannschaft nutzte oft ein 3-4-3. Die Sommer-Projektionen gingen eher in Richtung 3-5-2, 3-4-1-2 oder 3-4-2-1. In der Vorbereitung sah man dann alle drei, dazu noch ein 4-3-3 und ein 4-4-2. Außerdem gab es viele Anpassungen innerhalb der Spiele.

Kettemann betrachtet Formationen als Ausgangspositionen. Ein Pass löst eine Bewegung aus; die Bewegung verändert die Aufgabe; der nächste Spieler reagiert. Der Aufstieg basierte auf Ballbesitz und ständigen Positionsrotationen. Paderborn hatte im Schnitt rund 53 Prozent Ballbesitz, erzeugte ungefähr 15 Abschlüsse pro Spiel und stellte den zweitaggressivsten PPDA-Wert der 2. Bundesliga. Es war also ein Ballbesitzteam, ja, aber ein deutlich physischerer und direkterer Vertreter dieser Kategorie, als diese Beschreibung manchmal vermuten lässt.

Nach all den Experimenten des Sommers hat sich eine Positions-Konstante herauskristallisiert. Santiago Castaneda bleibt, wo er ist. Als Kettemann gegen Magdeburg wegen der Verletzungen verzweifelt zu wenige Innenverteidiger hatte, hätte der Trainer seinen 21-jährigen Sechser problemlos in die Abwehr zurückziehen können. Er tat es nicht. Kettemann wollte, dass Castaneda Wiederholungen sammelt und Ballbesitz genau in der Rolle weiterlaufen lässt, die für ihn in der Bundesliga vorgesehen ist. Alles andere darf um ihn herum tanzen.

In einer Standard-Auslegung der Dreierkette haben die äußeren Verteidiger die Erlaubnis, im Ballbesitz herauszurücken. Curda und Obermair geben Breite oder schieben in höhere Bahnen. Die zentralen Mittelfeldspieler rotieren vor Castaneda. Die offensiven Mittelfeldspieler können in die Halbräume einrücken. Gegen den Ball fällt die Struktur oft in ein 5-2-3 zurück, aber nicht zwingend passiv: Die erste Linie will pressen, das Mittelfeld schiebt dahinter nach, und Castaneda schützt das Zentrum. Gegen Osnabrück war das besonders deutlich.

Was die Elf betrifft, ist der letzte Test gegen Köln am wichtigsten, weil Kettemann anschließend selbst sagte, dass diese Startelf einen leichten Vorteil habe.

Aufstellung–SCP (PROGNOSE)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zum SC Paderborn 07

Nennen Sie es 5-2-3, 6-1-2 oder sogar 7-2-1. Wie man leicht erkennen kann, handelt es sich um eine Rotationsmaschine auf Basis einer rückwärtigen Achse, die Sicherheit durch Überzahl betonen und gleichzeitig viel Konterpotenzial erzeugen soll. Man kann durchaus erahnen, dass Duric gewissermaßen als vorläufiger Platzhalter für Vidovic oder Ulrich dienen könnte. Ebenso wird Kettemann Zeitler und letztlich auch Vidovic regelmäßiger in die Offensive einbinden wollen. Die vorgeschobene Mittelfeldposition bleibt so oder so sehr relevant.

Dieser Spieler, aktuell Duric, kann neben Castaneda arbeiten, im Aufbau zurückfallen und dann beim nächsten Rotationsvorgang wieder vorrücken. Obermair (oder seine Position) ist vielleicht der nützlichste Formwandler von allen. Er kann in einer Dreierketten-Formation breit als Schienenspieler bleiben und dann nach innen ziehen, wenn Paderborn über eine Viererkette aufbaut. Genau das haben wir bereits gegen Okayama gesehen. Der Angriff ist in diesem Setup also weder ganz vergessen noch langweilig, nur eben nicht besonders dicht besetzt.

Paderborns zentrales Sommerproblem war eigentlich nicht der Ballbesitz. Jeder mit nahezu null Fußballwissen kann sehen, dass die obige Grafik darauf ausgelegt ist, Gegner entweder endlosen Bogenläufen hinterherjagen zu lassen oder sie mit Kurzpass-Kombinationen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es sieht fast wie etwas aus, das sich Peter Bosz ausdenken würde. Genau auf diese Art von „Underdog“-Fußball kann man sich die ganze Saison freuen. Manchmal wird das reichen.

Es fühlt sich nicht so an, als würden viele der hier beobachteten Paderborn-Spiele langfristig in Erinnerung bleiben. Einige der interessanteren Geschichten, die dieser Klub liefert, werden leider ebenfalls in den Hintergrund gedrängt werden. Man sollte die Comebacks gegen Köln als das behandeln, was sie waren: halbwegs wettbewerbsnahe Angelegenheiten. Es wird Phasen geben, in denen Paderborn dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken kann. Köln hat das in Abschnitten beider Spiele gezeigt.

Paderborns System ist nachweislich zu mehr fähig, als hinten nur alles zuzumachen und Angriffe zu zerstören. Wie wir im Vorbereitungsscout gesehen haben, lassen sich auch kompliziertere Tore herausspielen. Ob das gegen Bundesliga-Gegner gelingen wird, bleibt ein Rätsel, zumal Top-Neuzugang Gabriel Vidovic erst sehr spät dazustieß und in weiten Teilen der Vorbereitung fehlte.

Paderborn kann seine Mechanismen gut umsetzen und trotzdem verlieren, weil Bundesliga-Gegner ihnen weniger Chancen geben, ihren Aufbau härter bestrafen, die Schwäche bei Standards offenlegen und bessere individuelle Problemlöser besitzen werden. Die „Graue Maus“ scheint wohl eher früher als später wieder auf dem Weg zurück in ihr Loch zu sein. Viel machen kann man dagegen nicht.

Außer ihr Tribut zu zollen, indem man sich an sie erinnert.

Lassen Sie einige dieser Geschichten in Ihnen weiterleben.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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