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·20. Juni 2026
Bundesliga-Raketen wollen WM aufmischen: Das macht Diomande und Toure so stark

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Auf die deutsche Nationalmannschaft wartet bei der WM im zweiten Spiel die erste echte Bewährungsprobe. Besonders auf die Außenverteidiger.
Wer vor anderthalb Jahren vorausgesagt hat, dass Bazoumana Toure und Yan Diomande die größten Gefahren für die DFB-Elf während der WM-Vorrunde werden, dürfte sich heute ohne Zweifel als Wahrsager bewundern lassen. Damals hatte Toure gerade seine erste Saison in Europa hinter sich und sich mit neun Toren für Hammarby IF in der schwedischen Allsvenskan für einen Wechsel zur TSG Hoffenheim qualifiziert. Diomande wartete in der Winterpause der Saison 2024/2025 noch auf seinen ersten Profieinsatz für CD Leganes.
Erst im März des vergangenen Jahres sammelte der Tempodribbler seine ersten Minuten in La Liga. In zehn Spielen gelang ihm ein Tor, es sollte sein einziges in Spanien bleiben. Kurz sicherte sich RB Leipzig die Dienste des schnellen Angreifers und wurde durchaus kritisch beäugt angesichts der hohen Ablöse von rund 20 Millionen Euro.
Zwölf Tore und neun Assists in der Bundesliga später hinterfragt niemand mehr, ob sich das Investment der Sachsen gelohnt hat. Inzwischen ist Diomande laut transfermarkt 90 Millionen Euro wert, Top-Klubs wie Paris Saint-Germain und Liverpool stehen Schlange. Sollte der Senkrechtstarter RB Leipzig nach seiner beeindruckenden Debütsaison schon wieder verlassen, würde der Bundesligist wohl eine dreistellige Millionensumme einstreichen.

Foto: IMAGO
Zumal der Marktwert weiter steigen dürfte, wenn Diomande bei der WM weiterhin so performt wie beim 1:0-Sieg gegen Ecuador im ersten Gruppenspiel. Arsenal-Star Piero Hincapie spielte der Leipziger regelrecht Knoten in die Beine, bereitete zahlreiche Chancen stark vor und wurde zum Spieler des Spiels gewählt.
Für den Shootingstar ist die WM in Nordamerika ein Stück weit eine Rückkehr zu den eigenen fußballerischen Wurzeln. Schon in der frühen Jugend zog er aus der Elfenbeinküste in die Vereinigten Staaten und schloss sich dort 2022 der DME Academy an. 2023 spielte er in Schottland beim Rangers FC vor, wagte jedoch erst ein Jahr später den Schritt nach Europa und unterschrieb bei Leganes. Inzwischen hat ihn sein ungewöhnlicher Werdegang zum größten Hoffnungsträger einer fußballverrückten Nation gemacht, die nach der Ära von Didier Drogba und Yaya Toure nach neuen Ikonen lechzt.
Beim Afrika-Cup im Winter deutete Diomande erstmals auch im Nationaltrikot an, dass er das Spiel der Elefanten auf ein neues Level heben kann. An seiner Seite machte auch Toure auf sich aufmerksam und war beim Kontinentalturnier bis zum Aus im Viertelfinale als Top-Joker (zwei Tore) ein wichtiger Faktor.
Im Gegensatz zu Diomande fühlt sich der Hoffenheimer auf der linken Außenbahn wohler und glänzte in seiner ersten kompletten Bundesliga-Saison eher als Vorbereiter. Zwölf Treffer bereitete der 20-Jährige vor, fünf eigene Tore können sich aber ebenfalls sehen lassen.

Foto: Getty Images
Nach ersten Einsätzen beim ivorischen Top-Klub ASEC Mimosas schloss sich Toure 2024 Hammarsby IF an und startete auf Anhieb in Schweden durch. Nur ein Jahr später schlug die TSG Hoffenheim zu. Nach einer halben Saison Eingewöhnungszeit, in der der Youngster bereits gute Ansätze zeigte, folgte unter Trainer Christian Ilzer der große Durchbruch. Auch wenn der acht Monate ältere Toure noch etwas ungeschliffener daherkommt als Diomande, ist auch dem TSG-Hoffnungsträger eine große Karriere zuzutrauen.
Bei der WM wollen die beiden Flügelflitzer ihren Höhenflug fortsetzen und auf der größtmöglichen Bühne zeigen, was in ihnen steckt. Beide eint eine enorme Geschwindigkeit, gepaart mit technischer Finesse. Im Dribbling sind sie kaum vom Ball zu trennen. Trotz ähnlicher Anlagen unterscheiden sich die ivorischen Angreifer jedoch in ihrer Spielweise. Während Diomande lieber selbst den Weg zum Tor sucht, um von rechts kommend mit links abzuschließen, hält Toure gerne die Breite und startet dort bis zur Grundlinie durch.
Für die deutschen Außenverteidiger Joshua Kimmich und Nathaniel Brown wird das Duell gegen die Elfenbeinküste daher zur Bewährungsprobe. Der erfahrene DFB-Kapitän Kimmich bekommt es wohl mit Toure zu tun und muss einen immensen Tempo-Nachteil ausgleichen. Gut möglich, dass der Bayern-Star konservativer agiert als noch gegen Curacao.
Auf der anderen Seite bringt Brown zwar Tempo und Physis mit, um Diomande das Leben schwer zu machen, besonders gute Erinnerungen an das direkte Duell in der Bundesliga hat der Frankfurter allerdings nicht. In den zwei Spielen drehte der Leipziger die SGE-Defensive nach Belieben ein und erzielte vier Tore.

Foto: Getty Images
Da bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen, dass Kimmich und Brown ihre starke Verfassung bestätigen und die Unterschiedsspieler der Elfenbeinküste am Samstagabend (22 Uhr, ZDF) einen schlechteren Tag erwischen. Kimmich ist jedenfalls gewappnet. „Er hat eine überragende Saison gespielt, obwohl RB ein paar Probleme hatte. Sein Dribbling ist außergewöhnlich, so ein bisschen wie Kingsley Coman beim FC Bayern früher. Er hat ein krasses Tempo“, adelte der Kapitän Diomande, fügte aber – wohl auch mit Blick auf dessen Pendant auf der linken Außenbahn – an: „Es gibt auch noch andere gute Spieler, auf die wir uns vorbereiten müssen.“







































