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·27. Mai 2026

Bundestrainer Nagelsmann: "Wir sind in den nächsten Wochen wie eine Familie"

Artikelbild: Bundestrainer Nagelsmann: "Wir sind in den nächsten Wochen wie eine Familie"

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich heute zum Start der Vorbereitung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko bei DFB-Partner adidas in Herzogenaurach getroffen. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sprechen über den vorletzten WM-Test am Sonntag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in Mainz gegen Finnland und den Weg bis zum ersten WM-Spiel.

Julian Nagelsmann über...

... den Teamspirit: Ich habe den Spielern mitgegeben, dass wir jetzt für die nächsten Wochen wie eine Familie sind, dass jeder zu dem anderen ein Vertrauen hat, alle an einem Strang ziehen und Dinge offen angesprochen werden. Die Reise beginnt nicht heute, sondern hat schon in den vergangenen drei Jahren begonnen. Es geht viel über gute Spiele - wenn du gewinnst, gibt es keinen Anlass für schlechte Stimmung. Jeder im Team ist verantwortlich, etwas zum Teamspirit beizutragen.


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... den Test gegen Finnland: Wir wollen die Tests nutzen, um eine Mannschaft zu sehen, die unter Umständen auch beginnen kann im Turnier. Aber es ist nicht alles in Stein gemeißelt. Kai Havertz wird wegen des Champions-League-Finales gegen Finnland fehlen. Wir werden ihn ersetzen müssen, aber die Spielidee ist in den vergangenen Jahren gereift, die machen wir nicht von einem Spieler abhängig. Es ist möglich, gegen Finnland auch noch mehr Spieler zu sehen. Es geht schon darum, einen Rhythmus zu finden in der Gruppe, aber die Startelf gegen Finnland wird nicht zwingend bei der WM beginnen.

... die Torwartsituation vor dem Finnland-Spiel: Wir müssen uns keine Sorgen um Manuel Neuer machen. Wir treffen die Entscheidungen mit dem Arzt, was sinnvoll ist. Bei einer kleinen Verhärtung besteht immer ein Restrisiko, und wir wollen Manu in der Gruppenphase fit haben. Wir werden nächste Woche ein Update geben, aber für Finnland macht es keinen Sinn, ihn da unnötig das Spiel machen zu lassen. Oli (Oliver Baumann, Anm. d. Red.) wird das Spiel machen - und er wird es gut machen.

... Lennart Karl: Es liegt viel daran, wie er sich in den nächsten ein, zwei Wochen präsentiert. Er hat nicht lange gebraucht bei uns, er hat zentral und rechts auf dem Flügel seine Stärken. Es liegt immer daran, wie der Gegner verteidigt.

... Nick Woltemade: Er hat bei uns gute Spiele gemacht. Die Art und Weise, wie wir spielen, wird ihm gut tun. Er hat bei uns eine kürzere Distanz zum Tor als in Newcastle. Dort war es schwerer für ihn, in den Sechzehner zu kommen. Man muss ihn in torgefährliche Situationen bringen. 

... das nötige Mindset: Die nächste Aufgabe ist immer die entscheidende. Wir müssen im Hier und Jetzt bleiben und uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können - und das ist das nächste Training und das nächste Spiel am Wochenende.

Rudi Völler über...

... die Rückkehr auf den Home Ground: Ich bin mit positiven Gefühlen angekommen. Das Wichtigste ist, dass man überzeugt ist, was man tut. Ich freue mich darauf, es ist meine fünfte WM in drei verschiedenen Funktionen. Ich bin total optimistisch. 

... seine Erinnerungen an die letzte WM in den USA 1994: Es hat sich in vielen Jahrzehnten einiges geändert, aber nicht, dass es im Team funktionieren muss. Wir hatten damals eine hohe Qualität im Kader, vielleicht größer als 1990, aber es hat in der Mannschaft nicht gestimmt. Zu Beginn der Vorbereitung schon, aber im Turnier gab es Unruhe, wir haben nicht gut gespielt. Aktuell haben wir einen enormen Teamspirit. Der Bundestrainer hat den Spielern gut erklärt, dass jeder mitgenommen wird, dass wir bei aller Qualität auch einen Teamspirit brauchen. Das wird fundamental sein.

... die WM-Stimmung in Deutschland: Die Mannschaft ist gefordert. Gute Stimmung kommt nicht von alleine. Ich glaube schon, dass wir in den letzten Spielen nach der Niederlage in der Slowakei aus der Drucksituation heraus gute Spiele gemacht haben. Wir haben siebenmal hintereinander gewonnen. Ich dachte, die WM-Stimmung kommt früher auf, aber wir haben ja auch noch ein bisschen Zeit. Die gesamte Nation hinterfragt Dinge, das ist auch in Ordnung. Das Wichtigste ist, dass Julian Nagelsmann Entscheidungen nur nach sportlichen Gesichtspunkten trifft. Man kann es nicht allen recht machen, und es ist nicht alles immer einfach. Wir schauen jetzt nach vorne und wollen die richtige Stimmung einholen mit guten Spielen.

... WM-Ziele: Ich bin fest davon überzeugt, dass es schwer sein wird, gegen uns zu gewinnen. Wir wollen die Gruppenphase natürlich überstehen, am besten als Gruppensieger. Und dann muss man sehen, dann kann alles passieren, im positiven wie negativen Sinne.

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