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·17. April 2026
Bundestrainer Nagelsmanns in der WM 2026 Vorschau: Im Zweifel hilft Frau Lena

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Julian Nagelsmann hat knapp vier Wochen vor der Kaderbekanntgabe am 12. Mai einen ausführlichen Blick auf seine WM-Pläne gewährt. Der Bundestrainer machte dabei deutlich, wer für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada fest eingeplant ist – und wer trotz hoher Qualität weiterhin außen vor bleibt. Im MagentaTV Interview redet er überraschenderweise sehr offen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann verfolgt aufmerksam das Geschehen vor dem Freundschaftsländerspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am 27. März 2026 im St. Jakob-Park in Basel. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Auf dem Platz seines Heimatvereins FC Issing nahm Nagelsmann den alten Spieler-Pass in die Hand und scherzte: Der Schein sei noch gültig, „ich könnte am Wochenende auflaufen“. Der FCI muss am Sonntag in der Kreisklasse 4 Zugspitze gegen die SG Lechsee allerdings ohne ihn auskommen: „Könnte muskulär kritisch werden“, räumte er ein.
Lieber sprach Nagelsmann über die Profis, die für Deutschland bei der WM in Frage kommen. Für ihn bleibt Jamal Musiala klar gesetzt. Ebenfalls gute Karten hat Deniz Undav, nicht zuletzt wegen eines Rats seiner Ehefrau Lena. Über seine Frau sagt der Bundestrainer: Sie sei „Gott sei dank sehr ehrlich zu mir“; nach Fehlern oder unglücklichen Aussagen wie zuletzt bei Undav bekomme er von ihr „einen Einlauf, was auch gut ist“. Mit dem Stuttgarter hat sich Nagelsmann inzwischen ausgesprochen, der Angreifer darf fest mit der WM planen. Sogar an seiner Joker-Rolle könne sich „etwas ändern. Aber das betrifft nicht nur Deniz, sondern alle Spieler.“
Weniger offen ist die Lage weiterhin bei Manuel Neuer. Nagelsmann betonte im Vereinsheim des FC Issing mit Blick auf den WM-Pokal auf dem Kaminsims, der Keeper sei nach wie vor „ein außergewöhnlich guter Torwart“. Neuer habe immer Lust, Bälle zu halten und sich in den Dreck zu schmeißen. Zudem habe er entgegen anderer Gerüchte „einen tollen Draht“ zum Bayern-Kapitän. An der Grundsatzfrage habe sich aber „gar nichts geändert“: Neuer sei nun einmal „zurückgetreten“, deshalb sei es „gar nicht so sinnvoll, darüber ständig zu diskutieren“.
Musiala fährt laut Nagelsmann sicher mit, sofern die Gesundheit mitspielt. Auch der Münchner Jungstar Lennart Karl darf sich Hoffnungen machen, denn er mache eine „tolle Entwicklung“ und sei „ein toller Spieler“.
Der Auftritt in der MagentaTV-Talkreihe „Bestbesetzung“ war für Nagelsmann ein echtes Heimspiel. Bevor er im Klubheim auf einem türkisfarbenen Sessel Platz nahm, fuhr er an seinem Elternhaus vorbei. Im Ort treffe er noch viele Freunde, die Menschen behandelten ihn ganz normal, erzählte er. Hier dürfe er „der Julian von früher“ sein – „das ist ein tolles Gefühl“.
Im Sommer allerdings, so Moderator Johannes B. Kerner, trage Nagelsmann Verantwortung für die Stimmung im ganzen Land. Der Bundestrainer will die Aufgabe mit „extremer Vorfreude“, einer Portion Aberglaube – auch wenn er wisse, dass das „Quatsch“ ist – und mit Lenas ehrlicher Rückmeldung angehen. Sein WM-Kader sei zu großen Teilen bereits im Kopf. Neben Kimmich, Wirtz und weiteren festen Größen setzt Nagelsmann auf Spieler, die ihre Rolle akzeptieren, etwa Pascal Groß, der „wie ein Trainer denkt“, sowie Waldemar Anton, den er als „Klebstoff für verschiedenste Kulturen“ bezeichnete. Bei einer WM seien die Teams im besten Fall acht bis neun Wochen zusammen, da müsse es auch menschlich passen. Das Ziel bleibt für Nagelsmann unverändert: „Jedes Team, das bei der WM antritt, sollte Weltmeister werden wollen.“


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