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·24. September 2026
Ceferin legt nach – und nennt Infantino nicht einmal beim Namen

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Aleksander Ceferin hat sich zurückgemeldet. Zwei Monate nach dem Aufstand der Europäer gegen den FIFA-Investorenplan äußerte sich der UEFA-Präsident erstmals wieder öffentlich zum Konflikt mit dem Weltverband. Einen Namen nannte er nicht. Das war auch nicht nötig.
In einer Videobotschaft an den Portugal Football Summit in Lissabon sprach der Slowene am Mittwoch über den Zustand des Weltfußballs. Das Projekt, das die Einheit des Fußballs gesprengt habe, sei zwar vom Tisch. Doch „das Vertrauen, das es zerstört hat, ist nicht zurückgekehrt“. Es wieder aufzubauen, sei jetzt die Aufgabe der UEFA.
Vertrauen im Sport ruhe auf drei Säulen, sagte Ceferin: Einheit, Transparenz und eine Führung, die der Mehrheit dient und nicht einigen wenigen. Alle drei seien zuletzt ausgerechnet von jenen missachtet worden, die geschworen hätten, sie zu schützen. Dann folgte der Satz, der vor allem in Zürich angekommen sein dürfte: „Nicht jeder stellt das Spiel über seine eigenen Ambitionen.“ Zum Schluss wiederholte er das bekannte UEFA-Mantra, dass der Fußball nicht zum Verkauf stehe.
Brisant ist der Zeitpunkt. Nur zwei Tage zuvor hatte Gianni Infantino versucht, die Lage zu beruhigen. In einem Brief an das FIFA-Council und die Präsidenten aller 211 Mitgliedsverbände brachte er eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Entscheidungsprozesse ins Gespräch. Ceferins Antwort darauf lässt sich kaum als Friedensangebot lesen.
Im Zentrum stand die sogenannte FIFA Forward Enterprise. Diese kommerzielle Tochtergesellschaft sollte die Rechte an allen künftigen Weltmeisterschaften, Klub-WMs und weiteren Turnieren bündeln. Mindestens 20 Prozent davon wollte die FIFA für 4,2 Milliarden US-Dollar an eine Investorengruppe um Josh Kushner verkaufen, den Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Jeder Mitgliedsverband, der zustimmte, sollte zusätzlich 20 Millionen Dollar erhalten.
Die FIFA verkaufte das Vorhaben als Schub für die Entwicklung des Fußballs außerhalb Europas. UEFA, AFC und CONCACAF brachten es im Juli dennoch zu Fall. Ihr Gegenvorschlag: Die FIFA sitzt nach der WM 2026 auf Rücklagen von mindestens fünf Milliarden Dollar. Sie könne daher jedem Mitglied einmalig zehn Millionen Dollar aus eigener Tasche zahlen, ganz ohne Investoren.
Dass Infantino den Plan binnen weniger Tage zurückzog, hat die Europäer nicht besänftigt. Die UEFA kündigte an, auf seine Absetzung hinzuarbeiten, notfalls bei der FIFA-Wahl im März. Zudem bereitet sie in der Schweiz eine Strafanzeige gegen ihn wegen mutmaßlicher finanzieller Misswirtschaft vor.
Infantino denkt nicht an einen Rückzug. Der 56-Jährige strebt eine vierte und letzte Amtszeit bis 2031 an. Ceferin selbst hat eine Kandidatur ausgeschlossen. Nach der Exekutivkomitee-Sitzung in Thessaloniki sagte er vergangene Woche aber, es gebe „viele, viele“ geeignete Herausforderer.
Am 15. Oktober leitet Infantino in Zürich die Sitzung des 37-köpfigen FIFA-Councils. Ceferin sitzt dort mit am Tisch. Bis zum 18. November müssen sich mögliche Gegenkandidaten melden. Gewählt wird im März 2027 in Marokko, ausgerechnet bei einem engen Verbündeten Infantinos, in dessen Nähe die FIFA ihr Afrika-Hauptquartier unterhält.
Die UEFA hat damit knapp acht Wochen Zeit, um einen Namen zu präsentieren. Ohne Gegenkandidat bliebe von der Kampfansage aus Nyon am Ende nur Rhetorik.







































