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·8. Juni 2026
Christian Eriksens zweiter Zusammenbruch: Wer trägt jetzt die Verantwortung?

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·8. Juni 2026

Däne kollabiert beim Länderspiel gegen die Ukraine in Odense. Teamarzt gibt Entwarnung, doch die Debatte um seine Karriere ist zurück.
Es sind die Bilder, die man nicht mehr loswird. Christian Eriksen, am Boden, das Spielfeld in Stille. Am Sonntagabend in Odense, in der 65. Minute des Länderspiels gegen die Ukraine, ist der dänische Mittelfeldspieler erneut zusammengebrochen. Die Partie wurde abgebrochen, Eriksen ins Universitätsklinikum Odense gebracht. Und während man sich beim Sehen dieser Szenen sofort fragt, wie nah das alles wieder am Schlimmsten war, kommt am Montag die vorsichtige Entwarnung.
Teamarzt Morten Boesen teilt mit, er habe am Morgen mit Eriksen gesprochen, es gehe ihm gut, er sei bei seiner Familie und guter Dinge. Eine Entlassung aus dem Krankenhaus werde bald erwartet. Boesen geht davon aus, dass Eriksens Herzschrittmacher einen Impuls abgegeben hat. Der 34-Jährige sei schnell wieder zu sich gekommen und habe darum gebeten, selbst vom Spielfeld zum Krankenwagen zu gehen. Diese letzten Sätze sagen, was eine ganze Nation sich erhofft hat: Es ist anders als beim ersten Mal.
Beim ersten Mal, das war fast auf den Tag genau fünf Jahre zuvor, am 12. Juni 2021, EM-Gruppenspiel gegen Finnland in Kopenhagen. Herzstillstand, Wiederbelebung, ein Defibrillator. Damals hat halb Europa minutenlang den Atem angehalten, und danach gab es eine Phase, in der niemand wusste, ob Eriksen jemals wieder Profi sein würde. Die Ärzte gaben ihm das medizinische Okay zur Fortsetzung seiner Karriere. Eriksen spielte weiter, in England, zuletzt beim VfL Wolfsburg, mit dem er gerade aus der Bundesliga abgestiegen ist.
Jetzt also Odense. Und damit ist die Frage zurück, die nach 2021 nie wirklich verschwunden, aber leiser geworden war: Wie weit kann eine Profikarriere mit Defibrillator gehen? Ein Schrittmacher, der einen Impuls abgibt, ist genau das, wofür er da ist. Er hat funktioniert. Trotzdem kollabiert ein Mensch erneut auf einem Rasen, vor Zehntausenden, mitten im Spiel. Dass das System hält, ist die eine Lesart. Dass das System überhaupt anspringen muss, die andere.
Die Verantwortung liegt nicht bei Eriksen. Wer einmal das überlebt, was er 2021 überlebt hat, hat jedes Recht der Welt, danach noch Fußball zu spielen, wenn Mediziner es zulassen. Die Verantwortung liegt bei denen, die das Okay geben: bei den Ärzten, bei den Verbänden, bei Klubs. Sie müssen wissen, was ein zweiter Vorfall bedeutet, auch wenn er glimpflich ausgeht. Sie müssen erklären können, warum die Antwort weiter "weitermachen" lautet, wenn der Schrittmacher schon einmal eingreifen musste. Das ist keine Frage, die ein Spieler allein beantworten kann.
Dass die Bestürzung in Dänemark groß war, überrascht niemanden. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen schrieb auf Facebook von einem großen Schreck und einer großen Erleichterung, dass es Eriksen den Umständen entsprechend gut gehe. Boesen richtete aus, Eriksen lasse alle Spieler grüßen, ihm gehe es okay. Das sind die Sätze, an die man sich am Montag hält.
Was bleibt, sind zwei Bilder, die jetzt aufeinanderliegen: 2021 in Kopenhagen, 2026 in Odense. Eriksen ist beide Male aufgestanden. Beim zweiten Mal ist er sogar zum Krankenwagen gegangen. Die Frage, wie oft das gut geht, beantwortet keine Mitteilung eines Verbandes. Sie beantworten die Menschen, die entscheiden, wann Schluss ist.







































