FC Augsburg
·15. Februar 2026
Claude-Maurice: "Es wird ein hartes Spiel"

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·15. Februar 2026

Nach einer schwierigen Hinserie präsentierte sich Alexis Claude-Maurice beim FC Augsburg zuletzt in bestechender Form. Vier Torbeteiligungen sammelte der Franzose in den letzten fünf Spielen. Die Schönste davon war sicherlich der Treffer gegen Union Berlin, der für das „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau nominiert ist. Über diesen Kunstschuss, den sportlichen Aufwärtstrend des FC Augsburg und seine Interessen abseits des Platzes sprach der Offensivspieler vor dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim.
Alexis, die Formkurve beim FCA zeigt nach oben. Ihr seid zu Hause seit fünf Spielen ungeschlagen. Wie blickst du auf die aktuelle Situation? Wir sind auf einem guten Weg und haben uns sowohl defensiv als auch offensiv verbessert. Trotzdem gibt es noch Luft nach oben. Manchmal lassen wir den Gegner noch zu leicht vor unser Tor kommen, gleichzeitig müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Insgesamt zeigt der Trend seit der Winterpause aber klar in die richtige Richtung. Wir haben Selbstvertrauen gesammelt und wollen diesen Weg weitergehen.
Auch du bist wieder richtig gut in Form: vier Torbeteiligungen in den letzten fünf Spielen. Wie zufrieden bist du mit deinen Leistungen? Ich bin glücklich darüber, aber auch hier gilt das Gleiche, was ich schon über uns als Team gesagt habe. In den vergangenen Spielen gab es Situationen, aus denen ich noch mehr hätte herausholen können. Natürlich freut es mich, dass ich einige Scorerpunkte sammeln konnte. Das gibt mir Selbstvertrauen, und ich bin überzeugt, dass es so weitergehen wird.
Tatsächlich hast du in dieser Saison lange auf deinen ersten Treffer warten müssen. Das Tor gegen Union Berlin war dafür umso schöner. War das so etwas wie ein Befreiungsschlag für dich? Ehrlich gesagt nicht wirklich, weil ich meine Leistung nicht nur an Toren oder Assists messe. Für mich ist es wichtig, immer 100 Prozent zu geben – Tore und Vorlagen kommen dann von selbst. Natürlich habe ich mich sehr über den Treffer gefreut. Im ersten Moment habe ich gar nicht realisiert, wie schön das Tor war. Ich dachte eigentlich, ich hätte viel näher am Strafraum gestanden. Erst nach dem Spiel wurde mir klar, aus welcher Distanz ich geschossen hatte. Im Moment habe ich ein sehr gutes Gefühl auf dem Platz – dann können solche Dinge passieren.
Gegen den FC St. Pauli hast du Michael Gregoritsch zwei Treffer aufgelegt. Er sagte danach, du seist wie ein „Künstler“ auf dem Platz. Kannst du das unterschreiben? Ich weiß nicht, ob ich da ganz mitgehen kann (lacht). Aber es ist natürlich sehr nett von ihm. Ich versuche, meinen Mitspielern bestmöglich zu helfen und dabei auch mal etwas Unerwartetes zu machen. Fußball ist aber immer noch ein Teamsport. Wenn Michael vor seinem Tor gegen St. Pauli nicht diesen Raum geschaffen hätte, wäre die Vorlage niemals möglich gewesen. Ich freue mich über sein Lob, das gibt mir zusätzliche Motivation. Jetzt gilt es, daran in Zukunft anzuknüpfen.
Als Nächstes wartet der 1. FC Heidenheim. Die Brenzstädter stehen aktuell auf dem letzten Tabellenplatz. Wie schätzt du den Gegner ein? Für mich sagt das nicht allzu viel aus. Es wird in jedem Fall ein hartes Spiel und wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen. Wir müssen defensiv hellwach sein und unsere Chancen in der Offensive konsequent nutzen.
Helfen könnte dabei auch eure neue Stärke bei Standardsituationen. Sowohl gegen den FC Bayern als auch gegen St. Pauli wart ihr nach Ecken erfolgreich. Habt ihr daran in den letzten Wochen vermehrt gearbeitet? Ja, vor allem in der Videoanalyse. Das war ein Bereich, in dem wir uns deutlich verbessern mussten, weil wir daraus zuvor kaum Tore gemacht oder große Chancen erarbeitet haben. Jetzt haben wir bei Freistößen und Ecken deutlich mehr Möglichkeiten. Das kann ein oder zwei zusätzliche Tore pro Spiel bringen. Daran haben wir gearbeitet – und man sieht die Ergebnisse.
Jetzt haben wir viel über Fußball geredet, lass uns über deine persönliche Situation sprechen. Für dich ist es das zweite Jahr hier in Augsburg. Wie gefällt dir die Stadt? Augsburg ist eine schöne Stadt, das auf jeden Fall. Aber ich bin ehrlich: Ich bin kein Mensch, der viel rausgeht. Das war im letzten Jahr genauso. Ich bin gerne zu Hause oder fahre nach Paris, um meine Familie zu sehen.
Gibt es etwas, das du aus Frankreich vermisst? Drei Dinge: meine Familie, meine Freunde und das Essen.
Ich habe gehört, dass du in deiner Freizeit gerne liest. Welche Bücher interessieren dich? Im Moment lese ich „No Home“ von Yaa Gyasi. Es war ein Weihnachtsgeschenk von meiner Freundin. Ich bin aktuell ungefähr bei der Hälfte. Am Anfang war es ein bisschen zäh, aber jetzt wird es immer besser. Eines meiner Lieblingsbücher ist außerdem „Mind Gym“ von Gary Mack. Es war eines der ersten Bücher, die ich über das Gehirn und die Bedeutung mentaler Stärke für Sportler gelesen habe. Es ist leicht zu lesen, und ich konnte viel daraus mitnehmen.
Was fasziniert dich am Lesen? Lesen gibt mir sehr viel. Es verändert die Sicht auf die Welt und erdet einen. Als ich angefangen habe, mehr zu lesen, habe ich gemerkt, dass ich Dinge hinterfrage und über Themen nachdenke, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind. Je mehr ich lese, desto mehr merke ich, wie wenig man eigentlich weiß und wie viel es noch zu entdecken gibt.









































