Claude-Maurice: "Mein Ziel ist es immer, der Beste zu sein" | OneFootball

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·4. April 2025

Claude-Maurice: "Mein Ziel ist es immer, der Beste zu sein"

Artikelbild:Claude-Maurice: "Mein Ziel ist es immer, der Beste zu sein"

Alexis Claude-Maurice ist der Shootingstar beim FC Augsburg in dieser Saison. Als ablösefreier Spieler vom OGC Nizza entwickelte sich der 26-Jährige innerhalb eines halben Jahres zum besten Torschützen der Fuggerstädter. Vor dem Spiel gegen Bayern München sprach der Offensivspieler über seine bisherige Zeit beim FCA, die Ausbildung in einer der renommiertesten Akademien Frankreichs und seine besondere Beziehung zu Guadeloupe.

Zu Beginn gleich die wichtigste Frage: Wie spricht man deinen Vornamen richtig aus? Da sind sich ja selbst die Sportreporter immer noch nicht einig. Korrekt wäre „Alexi“, das „S“ bleibt im Französischen stumm. Ich kann aber verstehen, dass das in Deutschland nicht ganz leicht ist. Ich habe kein Problem damit, wenn man mich Alexis nennt. Beide Varianten sind für mich in Ordnung.


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Von vielen Fans wirst du sowieso nur ACM genannt. Hattest du diesen Spitznamen bereits davor? Ja und es freut mich, wenn ich auch hier so genannt werde. Ich habe ihn bereits seit meiner Jugend. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, haben meine Freunde mir diesen Namen verpasst. Und er gefällt mir bis heute sehr.

Die großen Weltstars benutzen auch gerne ihre Initialen, wenn ich an Cristiano Ronaldo (CR7) oder Lionel Messi (LM10) denke. Waren sie früher für dich Vorbilder? Vorbilder ist zu viel gesagt, weil so etwas habe ich nicht. Aber als ich jung war, habe ich mir häufig Video-Clips von Messi oder Neymar angeguckt und das mache ich auch heute noch ein- bis zweimal im Monat. Gerade von Messi gibt es ikonische Szenen, die jeder kennt und liebt. Das kann man sich immer wieder ansehen und es wird nie langweilig.

Und wer ist dann für dich der GOAT („Greatest of All Time“)? Schwer zu sagen. Je älter ich werde, desto mehr schätze ich Cristiano Ronaldo. Nicht nur für das, was er sportlich leistet, sondern vor allem als Mensch. Wenn wir nur über das Fußballerische reden, dann es ist für mich ohne Zweifel Messi.

Messi und Ronaldo haben viel mit ihren Nationalmannschaften erreicht. Du bist bisher für die U21 Frankreichs aufgelaufen. Ist es dein großes Ziel, auch einmal für die Équipe Tricolore auf dem Platz zu stehen? Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Mein Ziel war und ist es immer, der Beste zu sein und das Optimum aus mir herauszuholen. Ich fokussiere mich daher nur auf den FCA. Ich möchte hier noch viel erreichen.

Dann lass uns doch ein bisschen über deine bisherige Zeit in Augsburg sprechen. Du kamst hier an, als die Bundesliga bereits lief, und musstest dich zunächst an die Mannschaft herankämpfen. Dann triffst du in deinem ersten Spiel für den FCA gegen Gladbach und inzwischen bist du der Topscorer und in jedem Spiel gesetzt. Ist es die bisher beste Saison in deiner Karriere? Das denke ich schon. Ich profitiere aktuell aber auch sehr davon, dass mein Körper mitspielt. Bei meinen vorherigen Stationen war ich häufig verletzt und musste mich immer wieder zurückkämpfen. Bisher läuft hier in Augsburg alles sehr gut. Ich bin fit und kann meine bestmögliche Leistung abrufen.

Was jedem hier sofort aufgefallen ist, sind deine unglaublichen Fähigkeiten am Ball. So eine edle Technik haben wir hier beim FCA selten gesehen. War das schon immer deine große Stärke? Auf jeden Fall! Ich bin in jungen Jahren in das „Institut National du Football“ in Clairefontaine gekommen. Das ist die Akademie des französischen Fußballverbands und wahrscheinlich die beste Ausbildungsstätte für Spieler in Frankreich. Auch die französische Nationalmannschaft trainiert dort. Ich habe dort sehr viel gelernt, nicht nur, was meine Technik angeht, sondern auch in Bezug auf das Spielverständnis. In meiner Jugend war ich immer der Kleinste auf dem Platz. Ich wusste daher: Wenn ich gegen meine kräftigeren Mitspieler eine Chance haben will, muss ich viel in meine Technik investieren. Ab diesem Zeitpunkt habe ich fast jeden Tag daran gearbeitet.

Deine Entwicklung hier beim FCA ist auch umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass du zuvor noch nie im Ausland gespielt hast. War das für dich überhaupt keine Herausforderung? Nein, ehrlich gesagt wollte ich immer schon einmal im Ausland spielen. Ich hätte vor ein paar Jahren gerne diese Erfahrung gemacht, jetzt habe ich diese Chance hier bekommen. Ich freue mich sehr darüber und fühle mich hier in Augsburg wohl.

Du lebst jetzt seit etwas mehr als einem halben Jahr hier. Wie würdest du die Stadt einem deiner Landsleute beschreiben? Ich würde sagen, sie ist nicht so, wie man im ersten Moment denkt. Bevor ich hierherkam, kannte ich Augsburg nicht. Ich dachte, es ist eine kleine Stadt, in der man nicht viel unternehmen kann – und das stimmt eben nicht. Hier leben rund 300.000 Menschen und es gibt sehr viele Möglichkeiten. Und wenn einem das nicht reicht, kann man auch einen kurzen Trip nach München machen. Ich muss aber sagen, dass ich persönlich gar nicht so unternehmungslustig bin. Ich bleibe gerne zu Hause, lese oder schaue einen Film.

Wie sieht‘s mit Freundin und Familie aus? Sind die hier mit in Augsburg oder leben sie noch in Frankreich? Ich lebe hier allein. Meine Freundin arbeitet in Paris und auch meine Eltern leben dort. Aber immer wenn sich die Gelegenheit bietet, dann besuche ich sie. Und wenn ich nicht kann, dann kommen sie eben nach Augsburg.

Auf Social Media habe ich gesehen, dass du neben Frankreich auch ganz gerne mal auf Guadeloupe unterwegs bist.  Ja, mein Vater ist dort geboren und aufgewachsen. Ich war dort zuletzt im Dezember während der Weihnachtspause. Für mich ist es jedes Mal eine besondere Erfahrung. In Guadeloupe liegen meine Wurzeln und das bedeutet mir sehr viel.

Geht’s dann in der Sommerpause nach Frankreich oder nach Guadeloupe? Auf jeden Fall nach Guadeloupe! Aber ich werde sicherlich auch einen Zwischenstopp in Paris einlegen und meine Familie und Freunde besuchen. Aber die meiste Zeit bin ich sicherlich in Guadeloupe.

In Augsburg lagert dagegen noch ein ganz besonderes Souvenir: Der Ball, mit dem du den Hattrick gegen Borussia Mönchengladbach erzielt hast. Weißt du schon, wo du ihn hinbringst? Ehrlich gesagt: Nein (lacht)! Aktuell liegt er bei mir zu Hause. Es ist fast ein bisschen lustig: Ich wollte den Ball nach dem Spiel unbedingt haben, jetzt gehört er mir und ich beachte ihn kaum noch. Wahrscheinlich werde ich ihn im Sommer meinem Vater mitbringen. Er freut sich sicherlich darüber und für mich ist es ein Ansporn, den nächsten Hattrick zu erzielen und mir damit einen neuen Ball zu verdienen.

Unter Flutlicht geht‘s jetzt gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Wie schätzt du eure Chancen ein? Es ist ein Spiel wie jedes andere – beide Mannschaften haben die Möglichkeit zu gewinnen. Wir werden selbstbewusst in die Partie gehen und wollen den nächsten Sieg einfahren.

Du hast mit Nizza schon einmal europäisch gespielt. Wäre es dein Ziel, das auch mit dem FCA irgendwann zu erreichen? Das spielt für mich im Moment keine Rolle. Wir sollten uns auf die aktuelle Saison fokussieren und das Bestmögliche herausholen. Wir werden sehen, wofür das am Ende reicht.

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