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·13. Mai 2026
Comeback-Spekulation um Neuer: Die Fans wollen lieber Urbig bei der WM 2026

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Umfrage unter 6.528 Bundesliga-Fans: Jonas Urbig erhält mehr Zustimmung als Manuel Neuer. Nur jeder Fünfte will den Bayern-Keeper bei der WM sehen.
Dienstag überraschte der Kicker mit dem Bericht, beim DFB werde das Thema Neuer-Comeback intern weit intensiver diskutiert, als Bundestrainer Julian Nagelsmann nach außen einräume. Die Zeichen mehrten sich, dass der 40-Jährige doch noch zur WM nominiert werde. Öffentlich hatte Nagelsmann das bislang ausgeschlossen: „Auf der Torhüterposition haben wir gar keine Bauchschmerzen", sagte er im Februar – und sah Oliver Baumann gesetzt. Die deutschen Fußballfans sehen ein Neuer-Comeback kritisch, wie eine repräsentative Umfrage von 6.528 Bundesliga-Fans im WM-Barometer ergab: Nur jeder fünfte Befragte will Neuer bei der Weltmeisterschaft sehen. Das Kuriose: Jonas Urbig, Neuers Stellvertreter beim FC Bayern, bekam mehr Zustimmung.
Im Detail: 22,48 Prozent der Befragten nennen Neuer in ihrer Wunschliste der drei WM-Torhüter. Urbig kommt auf 33,79 Prozent – mehr als elf Prozentpunkte vor seinem Stammtorwart. Davor stehen Oliver Baumann (81,06 %) und Alexander Nübel (64,44 %), beide etablierte DFB-Kandidaten. Auf Platz vier landet Noah Atubolu vom SC Freiburg (29,29 %). Neuer ist Schlusslicht der Top fünf.
Das Pikante an der Konstellation: An der Säbener Straße steht Neuer immer noch als Bayerns Nummer eins, Urbig wird im Hintergrund auf die Nachfolge vorbereitet. Der Kicker nennt ihn „Neuers Kronprinz beim FC Bayern". Eine Hierarchie auf Zeit, mit Verfallsdatum – so jedenfalls die offizielle Lesart. In der Wahrnehmung der Fans gilt sie schon nicht mehr. Sie haben den Kronprinzen vor den Rekordnationaltorhüter gesetzt.
Bemerkenswert ist die zweite Lesart der Zahlen. Vor Urbig stehen mit Baumann und Nübel zwei DFB-Stammkräfte – der eine seit 2024 die unangefochtene Nummer eins, der andere die plausible Backup-Lösung. Auf Rang drei aber landet kein etablierter Kandidat, sondern ein Spieler, der erst am 19. März 2026 erstmals in ein DFB-Aufgebot berufen wurde, für die Test-Länderspiele gegen Ghana und die Schweiz. Die Fans setzen Urbig nicht hinter die etablierten DFB-Torhüter, sondern auf eine Stufe mit ihnen. Sie sehen ihn nicht als Bayern-Reserve, die zufällig im Aufgebot steht. Sie sehen ihn als WM-Torhüter.
Damit erzählt das Barometer weniger über die Person Neuer als über die Logik von Hierarchien im Profifußball. Klubinterne Übergänge folgen ihrem eigenen Tempo: Verträge, Vorbereitung, Hackordnung. Die öffentliche Wahrnehmung folgt einer anderen Mechanik. Sie misst, wer aktuell überzeugt, wer in welche Saison gehört. Neuer fällt mit einem Faserriss aus, Urbig hat in seiner Abwesenheit gespielt – in der Bundesliga, in der Champions League, im DFB-Pokal. Die Fans haben diese Spiele gesehen, und sie haben sie gewertet.
Was das für die Comeback-Debatte bedeutet, lässt sich nüchtern formulieren: Wer Manuel Neuer zur WM zurückholen will, holt einen Torhüter zurück, den nicht einmal jeder vierte Bundesliga-Fan dort sehen will. Die Bayern-Hierarchie hält sich nur noch in München. Nagelsmann hat seine eigene Position in der MagentaTV-Talkreihe mit Johannes B. Kerner zuletzt auf einen Satz reduziert: „Manu ist zurückgetreten, aus freien Stücken." Vielleicht reicht das. Die Fans jedenfalls finden, es reicht.


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