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·8. Juli 2026
Cristiano Ronaldo und sein Ego: Ich werde beide vermissen

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Portugal scheidet im Achtelfinale mit 0:1 gegen Spanien aus. Für CR7 endet damit im Alter von 41 Jahren die große Fußball-Ära.
Cristiano Ronaldo ist Geschichte. Dass ich diesen Satz eines Tages werde schreiben können, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ronaldo war ja irgendwie immer da.
Dabei gibt es auch in der Karriere des CR7 einen Startpunkt: Alles begann im August 2002, als er für Sporting Lissabon sein erstes Pflichtspiel bestritt. Ronaldo war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und Deutschland amtierender Vizeweltmeister. Beim DFB-Test in Bulgarien spielte Ingo Hertzsch Innenverteidiger. Der ungeschlagene Bundesliga-Tabellenführer hieß VfL Bochum. So lange ist das her.
Ronaldo kam und ist seither immer da gewesen. Und wenn er mal weg war, kam er schnell zurück. Eine Art Spock des Weltfußballs. Aber Spock hat keine 233 Länderspiele für Portugal gemacht und nicht knapp 1000 Karrieretore geschossen.
Ronaldo gewann mit Real Madrid und Manchester United insgesamt fünfmal die Champions League. Er war fünf Mal Weltfußballer. Einmal Europameister. Wurde Fußballer des Jahres in England, Italien, Spanien und Portugal.
Ronaldo war mehr als ein normaler Fußballspieler. Wenn seine Mannschaft verlor, sagte man am Ende nicht mehr: Die und die Mannschaft hat verloren. Man sagte: Ronaldo hat verloren.
Jetzt endet seine Ära mit Portugals Niederlage im Achtelfinale. Cristiano Ronaldo wird nie wieder ein WM-Spiel bestreiten. Wir werden ihn nie mehr mit Lionel Messi vergleichen können. "Ich habe mein Bestes gegeben. Das Leben geht weiter", sagte er nach seinen 19 Ballkontakten beim 0:1 gegen Spanien. Jeder hat gesehen, dass das Beste von Ronaldo nicht mehr reicht. Er stand herum und schonte sich für einen Moment, der nicht kam.
Aber Ronaldo durfte das. Er war kein normaler Fußballer, sondern eine spielende Legende, eine Weltmarke mit den dazugehörenden verrückten Auswüchsen. Also den Bauchmuskeln. Der Milliarde auf dem Konto. Dem Ego-Jubel. In einer Doku führt er seinen Sohn in die riesige, mit Lamborghinis und Bugattis und Ferraris gefüllte Garage ihres Hauses und fragt den Kleinen, ob er wisse, welche Autos gerade fehlen, weil sie in der Werkstatt sind. Der Sohn guckt nur groß. Andere Väter fragen ihre Kinder in Mathe ab.
Am Montag hat Ronaldo nun sein letztes wichtiges Spiel verloren. CR7 ist im Alter von 41 Jahren, fünf Monaten und einem Tag von der großen Bühne abgetreten, und ich bin gespannt, was er als Nächstes macht; also ich und sein Kontoführer und die 671 Millionen Leute auf Instagram und die 81 Millionen bei YouTube. Europa hat übrigens weniger Einwohner als Ronaldo Follower. Aber Europa ist ja auch lächerlich klein im Vergleich zu Ronaldo.
In der jüngeren Geschichte des Weltfußballs gibt es nur zwei Phänomene, die noch beeindruckender sind als Cristiano Ronaldo: Lionel Messi – und das Ego von Cristiano Ronaldo.
Mach's gut, CR7, ich werde dich vermissen.
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