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·30. Juli 2026

CSD 2026: St. Pauli Pride im Interview

Artikelbild:CSD 2026: St. Pauli Pride im Interview

Am Samstag findet in Hamburg die Christopher-Street-Day-Demonstration statt, der FC St. Pauli ist zum zweiten Mal mit einem eigenen Truck vertreten. Wir sprachen erneut mit Tanja von St. Pauli Pride.Titelfoto: Pavel Andrasko

Die Pride Week läuft seit Samstag mit vielen Veranstaltungen und Aktionen, am kommenden Samstag steht mit der CSD-Demo der Höhepunkt an. Bereits im vergangenen Jahr, als der FCSP erstmals mit einem eigenen Truck vertreten war, hatten wir mit Tanja von St. Pauli Pride gesprochen. Dieses Interview empfehle ich als Grundlage nochmals vorweg, jetzt sprachen wir mit ihr darüber, was seitdem passiert ist.


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MillernTon: Im letzten Jahr seid Ihr erstmals mit einem eigenen Truck am Start gewesen. War das dann beim CSD auch so gut, wie Ihr Euch das vorher erhofft habt?

Tanja: Mit dem eigenen Truck ist natürlich ein absoluter Traum für uns in Erfüllung gegangen. Und so hat sich der ganze CSD dann auch echt angefühlt. Alle St.Paulianer:innen auf dem Truck und die immer größer werdende St.Pauli-Fußtruppe hinter dem Truck hatten eine tolle Zeit. Wir haben aber auch zusammen mit vielen Fahnen, Tapeten und der Musikauswahl sehr deutlich gezeigt, dass wir ein politischer Truck sind. So war einer der Höhepunkte ein vielstimmiger Chor vor der AFD-Zentrale…

MT: St. Pauli Pride ist letztes Jahr ja auch in der allgemeinen Aufmerksamkeit viel stärker wahrgenommen worden. Was hat sich damit für Euch verändert, werdet Ihr gefühlt auch anders behandelt, ernster genommen?

Tanja: Wir wurden eigentlich schon immer vom Verein sehr viel unterstützt und ernst genommen. Aber klar, dass hat sich jetzt noch mal verstärkt, zumal wir jetzt ein Ausschuss des Amateurvorstands (AV) sind, also ganz offiziell im Verein verankert sind.

MT: Inhaltlich dürfte sich ja auch einiges verändert haben, Ihr seid ja auch gewachsen und noch besser organisiert. Was ist die einfachste Möglichkeit, wenn man sich bei Euch engagieren oder einfach nur mal mit Euch ins Gespräch kommen möchte?

Tanja: Dafür haben wir unseren Stammtisch ins Leben gerufen, der jeden dritten Donnerstag im Monat um 19.10 Uhr im Clubheim stattfindet. Wir freuen uns über alle, die vorbeikommen und uns kennenlernen oder sich einfach austauschen wollen. Wir sind auch auf Instagram unter @stpaulipride oder über info@pride.fcstpauli.com erreichbar.

MT: Zurück zum Samstag: Die terminliche Überschneidung mit dem Testspiel des FCSP ist wahrscheinlich Fluch und Segen. Der Verein bettet den CSD an jenem Tag jetzt viel mehr in die Spieltagskommunikation ein, andererseits sind natürlich auch viele mit dem Spieltagsalltag beschäftigt. Seht Ihr mehr Vor- oder Nachteile in der Kombination?

Tanja: Natürlich hätten wir uns einen alleinigen Fokus auf den CSD gewünscht, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber wir sehen das Spiel auch als Chance, denn es wird im Stadion verschiedene Aktionen wie Banner mit unserem Truckmotto und eine Durchsage geben. Außerdem werden wir mit dem Truck nach dem CSD auf den Stadionvorplatz kommen, um CSD und Saisoneröffnung zu verbinden. Unsere DJs machen dort nach dem Spiel Musik und wir freuen uns auf den Austausch mit den Fans.

MT: Was gibt es von Euch um den CSD herum dieses Jahr noch an Besonderheiten?

Tanja: Größte Besonderheit ist sicherlich, dass wir mit dem Truck zum Stadion kommen. Ansonsten hat sich unser Konzept vom letzten Jahr so bewährt, dass wir auch dieses Jahr wieder die Plätze auf dem Truck an die Sporttreibenden Abteilungen und die Gremien des FC St. Pauli vergeben haben. Und natürlich sind auch unsere Freund:innen von Congstar dabei, die den Truck so großzügig unterstützen.

MT: Letzte Frage mit dem Thema, welches wir uns sicher lieber alle erspart hätten: Beim CSD in Berlin gab es einen Anschlag, bei dem mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren wurde. Leider mit vielen Verletzten und (Stand jetzt) einem Todesopfer. Habt Ihr Angst vor Nachahmern, denkt Ihr „Jetzt erst recht“ oder ist es etwas von beidem?

Tanja: Ich kann nur für mich sprechen, aber ich denke, ich spreche für uns alle, dass das „Jetzt erst recht“ überwiegt. Klar überschattet die entsetzliche Tat von Berlin auch den CSD in Hamburg und ich habe auch ein etwas mulmigeres Gefühl als sonst schon. Aber die einzige Antwort auf diesen Hass und die Gewalt kann ja nur sein, dass wir noch lauter sind und entschlossen zusammenstehen. Daher wünschen wir uns auch, dass jetzt – auch aus der St. Pauli Community – noch mehr Supporter:innen zum Truck und zum CSD kommen. Wir brauchen Allies jetzt mehr denn je. Das spiegelt auch unser Truck-Motto dieses Jahr wider: „Queer Ally – that’s the way we like it. Gemeinsam für Vielfalt kämpfen“.

MT: Liebe Tanja, vielen Dank für deine Zeit und dein Engagement, beziehungsweise das der gesamten St. Pauli Pride-Gruppe!

Alle Infos zur Pride Week findet Ihr auf Hamburg Pride, alle Infos zu St. Pauli Pride und dem Truck am einfachsten auf Instagram. Kommt alle, seid solidarisch, habt einen tollen Tag!Forza St. Pauli!// Maik

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