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Justus Pludra·3. Januar 2026
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Justus Pludra·3. Januar 2026
In einem gängigen Fangesang wird das erfundene Ableben der eigenen Großmutter als Ausrede besungen. Allerdings, um bei einem Fußballspiel dabei sein zu können. In der folgenden Story wurde mit dieser Ausrede das Gegenteil versucht - mit peinlichen Folgen.

Stephen Ireland galt Mitte der 2000er als vielversprechendes Talent im britischen Fußball. Der technisch versierte Mittelfeldspieler war einer der Lichtblicke im Team von Manchester City, dass bis zur Übernahme der Investoren aus Abu Dhabi zum grauen Mittelmaß der Premier League zählte.
Mal so gar keine Sternstunde des feinen Technikers ereignete sich dagegen im September 2007. Dort sollte der Ire eigentlich seiner Nationalmannschaft dabei helfen gegen Tschechien wichtige Punkte für die Qualifikation zur EM 2008 zu erkämpfen. Ireland ließ das Spiel jedoch sausen, weil seine Großmutter mütterlicherseits verstorben sei.
Besagte Patricia Tallon erfreute sich allerdings bester Gesundheit und protestierte schockiert, als sie von ihrem eigenen Tod in der Zeitung lesen musste. Ihr Enkel ruderte deshalb umgehend zurück und korrigierte sich: Ein Versehen, eigentlich sei seine Oma väterlicherseits verstorben.
📸 MICHAL CIZEK - 2007 AFP
Blöd nur, dass sich wenig später auch diese Geschichte als Lüge herausstellte. Wie der 'Guardian' seinerzeit berichtete, waren Familienmitglieder von ebenjener Brenda Kitchener sogar derart erbost über den dreisten Schwindel, dass sie "mindestens einer Zeitung mit rechtlichen Konsequenzen drohten".
Endlich Zeit für die Wahrheit? Nicht mit Stephen Ireland, der noch einen drauflegte. Er änderte flugs noch ein zweites Mal die Erzählung. Tatsächlich sei nicht seine andere Oma, sondern die Lebensgefährtin seines in Scheidung lebenden Großvaters nicht mehr unter den Lebenden. Auch das stellte sich als Lüge raus.
Von seinem Vereinstrainer Sven-Göran Eriksson bereits als "dumm" abgekanzelt, sah dann auch der kreative Ireland keinen Ausweg mehr. Er tischte die Wahrheit auf. In Wirklichkeit hatte er seine "einsame" Freundin in der Heimat besucht. Noch unter dem Vorwand der Oma-Lüge hatte er dafür sogar versucht, bei Eriksson noch einen längeren Aufenthalt in Irland auszuhandeln.
📸 AFP - 2007 AFP
In einem zweiseitigen Entschuldigungsschreiben bat der damals 20-Jährige anschließend um Verzeihung. Für den Ursprung seines Fehlverhaltens machte er dabei seine Freundin Jessica mitverantwortlich. Die habe kurz zuvor eine Fehlgeburt erlitten und die Nummer mit der toten Großmutter dazuerfunden, damit ihr Freund noch schneller zu ihr käme.
Ob das nun wirklich alles so stimmte, ließ sich nicht überprüfen bzw. sprach Eriksson vielen aus der Seele als er abschließend bilanzierte: "Was auch immer dein Problem ist, bleib bei der Wahrheit. Erzähl keine Lügen, das ist dumm."
📸 Michael Regan - 2009 Getty Images









































