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·5. Juni 2026

„Das dritte Zimmer“: Liegt hier der Grundstein für den HSV-Erfolg?

Artikelbild:„Das dritte Zimmer“: Liegt hier der Grundstein für den HSV-Erfolg?

Der sportliche Aufschwung des HSV in den vergangenen anderthalb Jahren wird häufig mit mutigen Entscheidungen, einer klaren Spielidee und der frischen Herangehensweise von Trainer Merlin Polzin erklärt.

Doch ein Teil der Erfolgsgeschichte beginnt offenbar weit entfernt vom Trainingsplatz. In einem unscheinbaren Raum in Polzins Wohnung lagern zahlreiche Aktenordner, gefüllt mit Notizen aus mehr als einem Jahrzehnt Trainerarbeit. Seine Partnerin habe ihn schon oft gefragt, warum diese Unterlagen überhaupt noch aufbewahrt würden, erklärte der 35-Jährige nun gegenüber Bundesliga.de. Schließlich schaue er „doch nie mehr rein“. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der HSV-Coach greift bis heute regelmäßig auf seine alten Aufzeichnungen zurück.


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„Ich bin ein großer Fan davon, die Dinge bei der Trainerarbeit aufzuschreiben und mir die Notizen immer wieder anzuschauen“, erklärt Polzin. Selbst Erkenntnisse aus seiner Zeit als Assistenztrainer einer U17-Mannschaft würden ihm gelegentlich neue Denkanstöße für die heutige Arbeit liefern. Die Ordner, die sich neben Schlaf- und Wohnraum „im dritten Zimmer“ der Polzin-Wohnung befinden, sind Teil seines kontinuierlichen Lernprozesses.

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Foto: IMAGO

Polzin ist der Vater des HSV-Erfolgs

Diese akribische Herangehensweise spiegelt sich auch in der alltäglichen Spiel- und Trainingsarbeit der Rothosen wider. Polzin gilt als Trainer, der großen Wert auf Details legt und gleichzeitig kreative Wege sucht, um seine Mannschaft zu erreichen. So ließ er seine Spieler vor Heimspielen durch das leere Volksparkstadion spazieren, um die Verbindung zur eigenen Arena zu stärken. Andere Ideen entstanden gemeinsam mit Mitarbeitern oder Spielern, die bewusst in Entscheidungsprozesse eingebunden wurden.

Der Aufstieg des HSV und der souveräne Klassenerhalt im Anschluss dürfen deshalb nicht nur als Erfolg eines ehemaligen Fans und gebürtigen Hamburgers gesehen werden. Vielmehr steckt dahinter die Arbeit eines Trainers, der seine Methoden über Jahre hinweg entwickelt und hinterfragt hat. Dabei hilft ihm bis heute der Blick zurück.

Manchmal sorgt dieser sogar für Schmunzeln. Wenn Polzin in alten Notizen liest, dass er sich als 23-Jähriger darüber aufregte, dass Begrenzungshütchen im Training nicht dieselbe Farbe hatten, denkt er heute: „Was für Probleme ich damals gesehen habe.“

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