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·27. März 2026

Das e in Regensburg steht für Effizienz

Artikelbild:Das e in Regensburg steht für Effizienz

Nach dem 5:2-Heimerfolg gegen den TSV Havelse dürfte der Jahnfan durchaus positiv ins Wochenende gehen. Diesmal kein Ligaspiel, sondern ein weiteres Mal die Löwen zu Gast im Jahnstadion (Episode 3/4). Im Landespokalhalbfinale geht es zu Hause gegen den TSV 1860 München. Ein Spiel, in welches ich mit gemischten Gefühlen gehe. Nach einem 0:4 im ersten Aufeinandertreffen, einem Testspiel im Jahnstadion, und einem 4:0 im Hinspiel der Ligaphase ist die Statistik zwar ausgeglichen, dennoch sind die Sechzger im Gesamten diese Saison etwas besser als wir und haben sogar noch eine theoretische Chance aufzusteigen. Der Jahn geht aber mit einem 5:2 im Rücken ins Spiel, während die Löwen ein spätes 1:2 gegen den MSV Duisburg kassierten. Blicken wir kurz zurück auf das trügerische Spiel am Samstag und werfen einen Blick nach vorne auf morgen.

Nun, was sagt man zu einem 5:2-Heimsieg gegen den TSV Havelse? Der letzte 5-Tore-Heimerfolg liegt tatsächlich schon etwas lange zurück. Am 23.10.2015 (!) konnte man in der damaligen Regionalligasaison die Zweitvertretung der Fürther mit 5:0 schlagen; tatsächlich gelang dieses Kunststück sogar zweimal. Auch der diesjährige Ligakonkurrent Schweinfurt, damals ebenfalls Regionalligist, kam am 31.07.2015 mit 5:0 unter die Räder. Das Ergebnis war am Ende des Tages etwas überraschend, nicht nur weil Havelse zuletzt etwas Luft geschnappt hatte, sondern auch weil der Spielverlauf das absolut nicht hergab. (Foto: Gatzka)


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Der Rückblick zu Havelse

Tatsächlich legte die Jahnelf mal wieder früh los. Mit der ersten Chance spielt sich Hottmann auf der linken Seite frei und setzt einen Sonntagsschuss ins lange Eck. Die Havelser, wohl noch nicht ganz auf dem Platz, lassen ihn aber auch komplett allein auf weiter Flur. Die weitestgehend ereignisarme erste Hälfte, in der Havelse nur wenig Akzente setzt und der Jahn eher verwaltet als schaltet, erreicht kurz vor dem Halbzeitpfiff noch mal den Höhepunkt. Ex-Havelser Posselt wird kurz vorm 16er gelegt; den darauffolgenden Freistoß zirkelt Adrian Fein sehenswert an der Mauer vorbei und Karbstein hält dezent die Birne hin. Auch hier steht Havelse viel zu weit weg von Ball und Gegenspieler.

Die zweite Hälfte wird kurios. Kühlwetter bekommt zuerst den Ball gut zugespielt und hat auch relativ viel Zeit, sich im Sechzehner zu überlegen, was er macht; ihm fehlt aber die Vorstellungskraft, den Ball im Tor unterzubringen, und er vertändelt den Ball. Keine zwei Minuten später dann ein Geniestreich von ebenjenem Kühlwetter: Auf Höhe der Mittellinie lässt er seinen Gegenspieler aussteigen, spielt einen Traumpass hinter die Kette und Hottmann läuft frei auf das Havelser Tor zu. Er meistert die 1-gegen-1-Situation mit dem gegnerischen Keeper souverän und schiebt ein zum 3:0. In der 66. Minute holt sich der Jahn seinen ersten Eckball – das Verhältnis bis dato 5:0 für Havelse. Der Ball rutscht irgendwie durch zu Geburtstagskind Wurm, der zum 4:0 einschiebt. Auch hier verteidigt Havelse schlecht.

Man hätte meinen können, das wird ein entspannter Tag für die geschundene Jahnseele, doch der Jahn wäre nicht der Jahn, würden sie es nicht noch spannender machen als nötig. Nassim Boujellab, ein Straßenfußballer alter Schule, wird in der 70. Minute von Düker angespielt und versenkt den Ball im langen Eck zum 4:1. Sechs Minuten später ist es wieder Düker, der diesmal Schepp mit einem guten Ball hinter die Kette bedient. Dieser muss dann allein vorm Tor nur noch einschieben. Das Spiel neigt sich dem Ende und Havelse läuft dem 4:2 weitestgehend hinterher; am Ende fehlt ihnen die Kraft, wirklich ranzukommen. Dann setzt sich Hermes in der 90. Minute gut durch und legt den Ball auf den mitgelaufenen Dietz rüber, der zum Endstand von 5:2 einschiebt und sein erstes Pflichtspieltor für den Jahn markiert.

Tatsächlich übersteigt das Ergebnis das Spielgeschehen bei Weitem. Der Jahn ist extrem effizient. Mit 6 Schüssen aufs Tor machen sie 5 Treffer; aus einem xGoal-Wert von 1,88 (Sofascore), einer Ecke und 43 % Ballbesitz so ein Ergebnis zu erzielen, ist schon eine Ansage. Während Regensburg 260 von 362 versuchten Pässen an den Mann bringt, war Havelse mit 428 angekommenen von 532 versuchten Pässen deutlich passfreudiger. Havelse hatte von Beginn an Probleme, die Regensburger Angriffsbemühungen entscheidend zu verteidigen. Sowohl beim 1:0 als auch beim 2:0 sind sie zu weit weg vom Geschehen. Die Ecke zum 4:0 ist ebenfalls schlecht verteidigt. Die Abwehrreihe war generell zu leicht zu überspielen, immer wieder waren hinten Lücken.

Die Effizienz der Jahnelf täuscht vor allem über die eigene Spielweise hinweg. Fehlpässe en masse, eigene unnötige Ballverluste und oft stand man zu weit weg vom Gegner. Die gegen Saarbrücken so starken Außen waren in diesem Spiel komplett außen vor. Dementsprechend nüchtern war nach dem Spiel der Tenor von Noch-Trainer Munier Raychouni und den befragten Spielern. Der Eindruck, den man auf der Pressetribüne bekam, war auch den beteiligten Akteuren klar. Grundsätzlich waren das aber wichtige Punkte und vor allem in puncto Effizienz eine deutliche Verbesserung, wenn man an das Ulm-Spiel zurückdenkt. Während wir gepunktet haben, konnten sowohl Saarbrücken als auch Aue gar nicht punkten, während sich zumindest Ulm ein 1:1 gegen Aufstiegsaspirant Cottbus erkämpfte. Somit steht man nun mit 39 Punkten auf Platz 12. Der Abstand zu Ulm, die derzeit Platz 17 bekleiden, beträgt nun schon 14 Punkte. Mit dem Abstieg sollte man also diese Saison nicht mehr viel zu tun haben.

Auch das Debüt von Leon Wechsel im Jahntor ist durchaus solide. Ein großer Patzer blieb aus; beim zweiten Gegentor hätte er vielleicht eher rauskommen können, am Ende dürfte er jedoch zufrieden mit seinem ersten Auftritt im Jahn-Dress sein. Seine Bälle hinten raus sehen zumindest schon mal stabiler aus als die vom Stammkeeper Gebhardt, aber das weiß dieser wohl auch selbst.

Sechzig zu Gast(mal wieder)

Am Samstag treffen die Regensburger im Toto-Pokal-Halbfinale auf 1860 München. Während der Jahn sich eben erst aus dem Gröbsten rausgekämpft hat, ist es für die Sechzger nach der 0:4-Pleite im Jahnstadion durchaus besser gelaufen. Doch das möchte ich nicht allzu weit breittreten; immerhin spielen wir schon in zwei Wochen wieder gegen München, diesmal auswärts. Da brauchen wir auch noch Material für den Vorbericht (LG Tom).

Die Sechzger setzten sich im bisherigen Turnierverlauf gegen den SC Reichmannsdorf, den TSV Geiselbullach-Neu-Esting, den Vorjahressieger FV Illertissen und den TSV Aubstadt durch. Unseren Weg kennt man; vor allem das denkwürdige Auswärts-„Spiel“ inklusive Elfmeterschießen in Ansbach dürfte noch in Erinnerung sein. Leider haben sich im ersten Halbfinale die Würzburger Kickers gegen Burghausen durchgesetzt. Das Traumfinale gegen den längst verblassten Rivalen fällt also aus.

Die Wichtigkeit dieses Pokals liegt auf der Hand. Da der Pokalsieg mit einem Startplatz im DFB-Pokal einhergeht und unser aktueller Rückstand auf Platz 4 satte 15 Punkte beträgt, ist das unsere wahrscheinlich einzige Chance auf die dortigen Einnahmen, die im zweiten Drittligajahr sehr wichtig sein dürften. Außerdem liegt der letzte Pokalerfolg mittlerweile 15 Jahre zurück. Immerhin sind wir immer noch Rekordlandespokalsieger; schon siebenmal konnte der SSV Jahn Regensburg das Finale für sich entscheiden. Das Halbfinale gegen 1860 München dürfte das schwerste Los des Turniers sein; somit schauen wir dem Samstag gespannt entgegen.

Da war doch noch was?

In puncto Trainerfrage sind wir immerhin für den Samstag abgesichert. Laut Sportdirektor Alexander Schmalhofer ist man im Gespräch mit dem DFB und kann das Pokalhalbfinale straffrei mit Interimstrainer Munier Raychouni bestreiten. Denn auch wenn der Toto-Pokal ein vom BFV getragenes Event ist, unterliegt der SSV Jahn als Drittligist weiter den DFB-Regularien. Diese besagen, dass innerhalb von 15 Tagen ein Trainer mit UEFA-Pro-Lizenz Cheftrainer sein muss – unabhängig davon, wie viele Spiele, egal unter welchem Verband, in diesem Zeitraum stattfinden.

Nächste Woche wird wohl eine Lösung präsentiert. Wie diese aussieht, ist noch unklar. Der Name Tobias Schweinsteiger ist allgegenwärtig. Auch eine „Notlösung“ mit dem aktuellen Trainer der zweiten Mannschaft, Christoph Jank, wäre denkbar. Dieser ist immerhin im Besitz der geforderten UEFA-Pro-Lizenz und könnte als Cheftrainer ernannt werden, um Raychouni weiterarbeiten zu lassen, während man in Ruhe weiter nach geeigneten Kandidaten sucht. Vor allem die eher undurchsichtigen Aussagen Schmalhofers im aktuellen TVA-Interview deuten auf diese oder eine ähnliche Lösung hin. Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist der Pool geeigneter Kandidaten natürlich relativ klein, und jetzt einen Trainer woanders loszueisen, dürfte sowohl von der Portokasse als auch von der aktuellen sportlichen Lage her durchaus knifflig sein. Nicht jeder Trainer verlässt seinen Verein, um zum Saisonende zu einem (nicht mehr ganz) im Abstiegskampf steckenden Verein zu wechseln, ob ihr’s glaubt oder nicht.

Das Spiel dürfte durchaus interessant werden. Die Jahnelf hat in den letzten Spielen gezeigt, dass sie in allen Belangen dazugelernt hat, und wenn sie die positiven Dinge der letzten Spiele gesammelt auf den Punkt bringt, könnte ein Sieg gegen die Münchner mehr als drin sein.

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