Der-Jahn-Blog
·28. August 2026
Das Erlebnis und den Erfolg aus dem Totopokal mitnehmen – Auswärtsfahrt nach Hoffenheim

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·28. August 2026

Kann der Jahn im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Saarbrücken etwas Zählbares mitnehmen? Bringt Patrick Hobsch (Foto: Niekoe) diesmal den Ball am Torwart vorbei? Wie steht es um die Personalsituation? Schafft es die Jahnelf, an den Erfolg unter der Woche im Totopokal anzuknüpfen und die Euphorie mitzunehmen? Viele Fragen – hier vielleicht ein paar Antworten und ein Blick auf unseren kommenden Gegner: Hoffenheim II.
Es mutet schon etwas grotesk an, dass trotz Schmuddelwetters im Totopokal über 4000 Zuschauer unter der Woche in Weiden waren – in der Liga bei der Zweiten von Hoffenheim werden es vermutlich kaum Tausend werden – und das am Samstagnachmittag. Über die Sinnhaftigkeit von Zweitvertretungen in einer Profiliga wurde bekanntlich schon oft philosophiert – ich bin weniger wegen der mangelhaften Atmosphäre überhaupt kein Fan davon – umso mehr stört mich die damit verbundene Wettbewerbsverzerrung, ich habe es jetzt beim Vorbereiten dieses Berichts mir auch wieder gedacht, wie schwer es ist, wenn man eigentlich nie weiß, wer letztlich im Kader der zweiten Mannschaft steht.
Aber sei es drum, es gilt den Fokus auf das zu richten, was man selbst beeinflussen kann und dazu gehört meiner Meinung nach, dass man möglichst nach dem unglücklichen Last-Minute-Gegentreffer von Saarbrücken sich den Mund abputzen sollte und dankbar sein sollte, dass man statt zwei Wochen Pause ein Erfolgserlebnis vor imposanter Kulisse – insbesondere auch Jahnfans – in Weiden feiern durfte. Mit Ausnahme der Anfangsphase, wo man etwas Glück hatte, war es ein weitgehend standesgemäßer und souveräner Sieg. Darauf kann man doch aufbauen! Bemerkenswert ist auch noch, dass John Posselt endlich getroffen hat und das gleich zweimal – auch wenn es ganz am Schluss war, so bleibt dennoch zu hoffen, dass ihm das erstmal Selbstvertrauen und einen Schub gibt.

Neben unseren Langzeitverletzten Dietz, Wörner, Stolze und Asante wird Sascha Hildmann voraussichtlich auf weitere Spieler verzichten müssen. Bene Saller ist zwar wieder fit, aber wird noch Zeit brauchen, um wieder bei 100% zu sein. Ähnliches gilt für unseren jüngsten Neuzugang Zeteny Jano, der zwar nach einem Ödem am Knie wieder schmerzfrei ist, aber langsam aufgebaut wird – voraussichtlich wird es noch mehrere Wochen dauern, bis er wieder komplett einsatzfähig ist.
Fraglich sind Adrian Fein (Foto: Niekoe) aufgrund von Leistenproblemen und Nicolas Oliveira (Zeh).
Laut Sascha Hildmann, der übrigens auch sehr angetan war von der Weidener Kulisse, muss Hermann gerade auch bei mentalen Angelegenheiten gefördert werden und wird deswegen maximale Spielzeit erstmal erhalten, was für Max Schmitt bedeutet, dass er öfter mal in der U21 ran soll (was er sehr professionell aufgenommen hat).
Spielzeit benötigen dringend auch Malte Karbstein und Ben Kieffer, weswegen sie in Weiden auch auf ihren nicht angestammten Außenverteidigerpositionen eingesetzt wurden.
Sascha Hildmann kann aber trotz einiger personeller Sorgen aktuell überall eine gute Grundstimmung ausmachen – weswegen man auch guten Mutes nach Hoffenheim fährt und sich natürlich zum Ziel setzt, etwas mit nach Hause zu nehmen, am besten drei Punkte. Spannend wird es natürlich zu beobachten sein, wie man Fein, sollte er nicht spielen können, kompensieren kann – und ob die jungen Spieler, insbesondere Jakob Seibold an die bisherige Form anknüpfen können und weiter Spielminuten sammeln werden.
Vor Beginn der Saison haben viele Hoffenheim II als einen der ersten Abstiegskandidaten gehandelt. Das dürfte sich spätestens seit dem Auswärtssieg in Düsseldorf geändert haben, aber auch meine Eindrücke des ersten Spiels im Dietmar-Hopp-Stadion gegen einen der designierten Aufstiegsfavoriten, Hansa Rostock, war trotz einer knappen Niederlage alles andere als das eines klaren Abstiegskandidaten. Der hauptsächliche Unterschied dieser beiden Teams war schlicht die Effizienz, so hat Rostock eiskalt Profit geschlagen aus den Fehlern des Gegners und insbesondere auch bei Standards für viel Torgefahr gesorgt. Ob man diese Effizienz wieder hat, die unsere Elf ja am ersten Spieltag in Köln schon beeindruckend zeigen konnte, wird also auch am Samstag wieder mit entscheidend sein.
Ich möchte mir aus dem Kader drei Spieler herausgreifen, die mir besonders aufgefallen sind in dieser Partie. Yasin Zor sollte einigen schon vor der Saison ein Begriff gewesen sein, er spielte letztes Jahr bei Astoria Walldorf eine überragende Saison in der Regionalliga. Überflüssig zu erwähnen, dass ein „normaler“ Drittligist niemals die Hand an diesen Spieler bekommen hätte – aber trotzdem fand ich es beeindruckend, dass er offensichtlich nahtlos den Übergang vom Unterschiedsspieler der Regionalliga zu einem zumindest auffälligen Spieler in der 3. Liga geschafft hat. Er gefällt durch eine starke Technik, gute Übersicht und einen guten Antritt. Unsere Zentrale in der Defensive inklusive des Mittelfelds dürfte gut beraten sein, ihm ständig auf den Füßen zu stehen und ihm keine Zeit zu lassen, in Ruhe Bälle anzunehmen und in die gefährliche Zone zu passen oder eben selbst anzutreten. Dass er nicht nur das kann, sondern auch noch im Abschluss sehr gefährlich ist, zeigen dass er in besagtem Spiel neben einem Assist auch sofort ein wunderschönes Tor erzielen konnte. Aufgrund seiner Vergangenheit in Kaiserslautern sollte aber auch Sascha Hildmann mit seinen Stärken durchaus vertraut sein.
Der zweite Spieler, den ich hier nennen möchte, ist der gestern erst 17 Jahre (!) alt gewordene Mittelstürmer Jakov Dedic. Auch er erzielte ein wahrlich herrliches Tor gegen Hansa und auch in Düsseldorf konnte er gleich nochmal als Torschütze glänzen. Ein brandgefährlicher sehr junger Mann, der körperlich schon unheimlich weit wirkt für sein Alter und zudem einen top Abschluss besitzt. Auch er würde sich natürlich nie in einer Nicht-Zweitvertretung in der dritten Liga befinden.
Noch nicht in die Scorerliste eintragen konnte sich bisher Blessing Makanda, der aber auf seiner rechten Seite enorm Betrieb machte und sowohl vom Antritt als auch seiner Geschwindigkeit die Rostocker vor enorme Probleme stellte. Ich bin gespannt, wie (voraussichtlich) Oscar Schönfelder (Foto: Niekoe) mit ihm zurecht kommt – Übung mit einem überragenden Rechtsaußen hat er ja mit Florian Pick gerade hinter sich und sich dabei meines Erachtens nicht so schlecht verkauft.
Schwächen haben die jungen Hoffenheimer natürlich auch. Wie so oft bei unerfahrenen Teams kann man ihnen körperlich mehr entgegensetzen, auch bei hohen Bällen und defensiven Umschaltmomenten wirkten sie nicht immer sicher.

Über den Ort, das Stadion und das Gesamterlebnis dort möchte ich nicht wirklich eingehen – es ist zu hoffen (und zu erwarten), dass der Auswärtssupport dem der Heimmannschaft überlegen ist. Man erwartet etwa 350 Jahnfans am Samstag – mal schauen, ob die Zuschauerzahl insgesamt überhaupt vierstellig sein wird. Hoffentlich wird auch die Jahnelf auf dem Platz die überlegene Mannschaft sein.
Also Jungs, nehmt den Schwung mit und nehmt was zählbares mit nach Regensburg zurück, am besten natürlich einen Dreier! Ich erwarte wie so oft in dieser Liga ein offenes Spiel und sehe keinen klaren Favoriten – und gerade deshalb ist ein Sieg auf jeden Fall drin.
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