Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz | OneFootball

Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: FC Bayern München

FC Bayern München

·18. September 2026

Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz

Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz

97 Sekunden waren gerade einmal gespielt, da zog Michael Olise erstmals von rechts nach innen, prüfte Frederik Rönnow im Berliner Tor – und gab damit die unmissverständliche Richtung vor, in die ein am Ende mehr als berauschender Abend in der Allianz Arena vor 75.000 Fans gehen sollte. Wenige Stunden vor dem Anstich des 191. Oktoberfests spielte der FC Bayern in seinen bunten Wiesn-Trikots gegen Union Berlin nicht einfach nur auf Sieg. Er entwickelte einen ganz eigenen Rhythmus aus Druck, Tempo und Spielfreude, dem die Gäste nahezu gar nichts entgegenzusetzen hatten. Am Ende stand ein fast schwindelerregendes 7:0 – doch diese Zahl allein war gar nicht das Eindrucksvollste an diesem begeisternden Bundesliga-Heimsieg: Es war die Tatsache, dass Bayerns beeindruckender Torhunger bis zum Abpfiff unersättlich blieb.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit diesem wunderschönen Sieg. Jetzt geht es für die Fans auf die Wiesn – und das ist ein gutes Geschenk“, sagte Vincent Kompany nach der Partie. Der Bayern-Trainer hatte gesehen, was diesen Abend besonders machte: „Man hat heute gesehen, wie viel die Jungs hinter jedem Ball hergesprintet sind.“


OneFootball Videos


Union hatte sich zunächst kompakt formiert und ließ in den ersten Minuten kaum Räume zu. Der FC Bayern begegnete dem Defensivbollwerk aus der Hauptstadt mit hoher Geschwindigkeit und schnellen Ballzirkulationen. Der Meister und Pokalsieger drückte damit die Berliner immer tiefer in deren Hälfte. In der Anfangsviertelstunde hatte die Mannschaft von Vincent Kompany bereits 73 Prozent Ballbesitz. 41,6 Prozent des Spiels fanden im letzten Drittel der Gäste statt.

Der erste Treffer war deshalb folgerichtig – und zugleich ein Sinnbild für Bayerns Spiel: Alphonso Davies eroberte den Ball im Gegenpressing, kombinierte sich sehenswert an seinen Gegenspielern vorbei und fand Jamal Musiala. Der schickte ihn trocken mit rechts und hoher Geschwindigkeit ins lange Eck. Der zweite Bayern-Schuss aufs Tor zappelte damit bereits im Gästenetz.

„Ein super Gefühl“

„Für so einen Sieg braucht es viel Arbeit. Das haben wir heute gezeigt und bis zur letzten Minute viel Energie reingesteckt“, sagte Musiala. Der Treffer war auch für ihn ein wichtiger Moment: Nach längerer Pause stand er wieder 90 Minuten auf dem Platz. „Jedes Spiel ist ein Schritt nach vorne. Ich weiß, dass es noch Schritte gibt, die ich machen kann. Aber wieder 90 Minuten auf dem Platz zu stehen, ist ein super Gefühl.“

Union bekam in München nach dem Rückstand keinen Fuß mehr auf den Boden. Nach Ballgewinnen spielten die Gäste nicht etwa nach vorn, sondern wurden derart gepresst, dass immer wieder Rönnow zwischen den Pfosten gezwungen war, den Ball irgendwann ins Niemandsland zu schlagen. Selbst Manuel Neuer fügte sich in die bayerische Dominanz ein: In der 32. Minute sprintete der Keeper weit aus seinem Kasten und klärte mit dynamischer Grätsche fast an der Mittellinie. Den gewonnenen Ball verteilte er gekonnt wie ein Sechser.

Kane schreibt Geschichte, Olise übernimmt die Bühne

Bayerns Kontrolle blieb nicht abstrakt. Die Münchner erspielten sich Chancen, nahmen Union mit Flanken, Tiefenläufen und Kombinationen regelrecht auseinander wie ein Wiesnhendl und fanden schließlich den Moment, in dem die Berliner Ordnung zerfiel: Michael Olise tanzte im Strafraum an Tom Rothe vorbei, wurde am Fuß getroffen – Elfmeter.

Wuchtig und platziert schoss Harry Kane den Strafstoß ins linke Eck und erzielte im 98. Bundesliga-Spiel sein 100. Tor – schneller als jeder Spieler vor ihm. Nach der Pause legte der Torjäger gar noch seinen 101. Treffer nach: Joshua Kimmich verlagerte das Spiel mit einem von zahlreichen präzisen Bällen auf Olise, der direkt weiterkombinierte und perfekt in den Strafraum flankte. Kane hielt den Kopf hin: 4:0.

„Unsere Leistung war auf höchstem Niveau“

„Ich bin sehr stolz darauf, jetzt 101 Bundesliga-Tore erreicht zu haben – gerade in der kurzen Zeit, die ich hier bin“, sagte Kane. „Wenn ich mit Spielern wie Michael, Lucho und Jamal zusammenspiele, bekomme ich meine Chancen. So war es auch heute wieder.“ Der Engländer blickte zugleich auf die Leistung der Mannschaft: „Auf so ein Spiel haben wir in dieser Saison gewartet. Unsere Leistung war von Anfang bis Ende auf höchstem Niveau.“

Doch der Abend gehörte vor allem Olise. Kurz vor der Pause hatte der Franzose bereits das 3:0 erzielt, nachdem Musiala einen Freistoß zurückgelegt hatte. Olise nutzte nun die freie Schussbahn eiskalt und traf mit links ansatzlos in den rechten Winkel. Nach Kanes zweitem Treffer bereitete der Linksfuß seine persönliche Gala weiter vor: Insgesamt vier Scorerpunkte sammelte er, drei Tore gelangen Olise erstmals in einem Profispiel.

Entscheidungen, weit bevor Union sie kommen sah

Doch die Nummer 17 war nicht nur wegen seiner Abschlüsse an diesem Abend überragend. Olise traf Entscheidungen, weit bevor Union sie kommen sah. Beim 6:0 narrte er den armen Rönnow, der offenbar mit einem Lupfer rechnete, und schob den Ball stattdessen über den Innenpfosten ins Tor. Beim 7:0 war Olise nach dem Zusammenspiel mit Tom Bischof wieder zwei Gedanken voraus: Ein Abschluss aus 20 Metern, präzise wie an der Schnur gezogen, setzte den Schlusspunkt unter seinen Dreierpack. Coach Kompany verwies danach auf die Arbeit hinter Olises außergewöhnlichen Aktionen: „Klar, Michael macht diese Tore, aber er hat auch im Training sehr, sehr viel an diesen Abschlüssen gearbeitet. Auch die Topspieler brauchen mehr als nur Talent. Es steckt harte Arbeit dahinter.“

Der wichtigste Unterschied zu einem gewöhnlichen Kantersieg zeigte sich nach dem 3:0: Bayern schaltete nicht etwa einen Gang zurück. Auch nicht nach dem 4:0. Und nicht nach dem 5:0. Die Statistiken unterstreichen diese bajuwarische Wiesn-Wucht: 23:3 Schüsse, 15:2 Abschlüsse aufs Tor, 55:5 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum und 3,77:0,34 Expected Goals. Union hatte in der ersten Halbzeit gar keinen Schuss abgegeben und kam auch nach der 51. Minute zu keinem weiteren Abschluss.

Das Gegenpressing blieb dabei der Motor des FC Bayern. Sobald Union den Ball erkämpfte, liefen die Münchner mit voller Energie an, bis sie das Spielgerät wieder zurück hatten. Tom Rothe brachte diese Qualität aus Berliner Sicht auf den Punkt: „Die hören auch nicht auf. Die wollen immer weitermachen, sprinten sogar zu den Einwürfen. Das ist einfach eine Mentalität. Wir haben es versucht, aber im Endeffekt waren sie einfach besser.“ Auch Berlins Kapitän Christopher Trimmel erkannte die Münchner Überlegenheit an: „In München bist du dann einfach chancenlos.“ Union habe versucht, Bayern vom Strafraum fernzuhalten, doch dann „machen sie eben die Tore mit Schüssen von außerhalb des Strafraums“. Die Berliner waren nicht nur an Bayerns individueller Qualität gescheitert, sondern an der Verbindung aus Tempo, technischen Lösungen und permanentem Druck.

Spielfreude bis zur letzten Aktion

Bayern jubeln sieben Mal gegen Union! Das Heimspiel in Bildern

Die schönsten Bilder und Fotos vom Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen den 1. FC Union Berlin am 4. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27.

Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz
Artikelbild:Das Geheimnis der bayerischen Dauer-Dominanz

Auch die Einwechselspieler fügten sich nahtlos in dieses Offensivensemble ein. Ismael Saibari erzielte nach Vorlage von Davies sein erstes Bundesligator für den FC Bayern, Tom Bischof bereitete zwei Treffer vor. In der Schlussphase bildeten Saibari, Musiala und Olise hinter Rückkehrer Serge Gnabry eine bewegliche Dreierreihe – und selbst in der Nachspielzeit suchte Bayern noch das achte Tor. Es fiel sogar, zählte wegen einer Abseitsposition aber nicht. Egal: Der nicht anerkannte Treffer zeichnete das eindrucksvolle Bild des unersättlichen Torhungers einer Mannschaft voller Spielfreude und Leidenschaft.

Ein wahrer Wiesnrausch

Der FC Bayern spielte sich einen Tag vor der Eröffnung des Oktoberfests in einen wahren Wiesnrausch. Den Kater trug allerdings Union Berlin davon. Somit blieb die einzige traurige Nachricht an einem rauschenden Fußballabend aus Sicht des FC Bayern die nun anstehende Länderspielpause: Diese bedeutet nicht weniger als drei Wochen Durstrecke, ehe man dieser begeisternden Mannschaft mit ihrem Torhunger wieder staunend zusehen darf.

Die Stimmen zum Heimspiel gegen Union Berlin:

Impressum des Publishers ansehen