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·4. Februar 2026
Das große Winter-Transferfazit: So hat sich die 3. Liga verstärkt

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Lange war ein Transferfenster nicht mehr so aufregend wie dieses. Welche Spieler zieht es nach Portugal, wo die 3. Liga auf einmal hoch im Kurs ist? Was passiert mit Ryan Naderi? Wer kann im Wettrüsten im Aufstiegskampf nachlegen? Und wie verstärken sich die Abstiegskandidaten? liga3-online.de verschafft im großen Winter-Transferfazit einen Überblick.
Bleibt er oder geht er? Das Tauziehen um Sturmtalent Ryan Naderi war die Geschichte des Winter-Transferfensters. Wird es Paderborn oder Heidenheim? Plötzlich tauchte der klangvolle Name Glasgow Rangers in den Schlagzeilen auf. Hansa Rostocks Sportdirektor Amir Shapourzadeh erwies sich als eiserner Verhandlungspartner und kitzelte die volle Zahlungsbereitschaft der Schotten heraus.
Am Deadline-Day gab Rostock schließlich nach, das Angebot des schottischen Spitzenclubs Glasgow Rangers war zu verlockend. 5,5 Millionen Euro kassieren die Hanseaten sofort, weitere Bonuszahlungen sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung können den Geldregen zusätzlich erhöhen. Doch auch so ist klar: Naderi ist mit klarem Abstand der neue Rekordabgang der 3. Liga! Bisher gehörte dieser Status Hendry Blank, der im Winter vor zwei Jahren von Dortmund II zu RB Salzburg wechselte und inklusive späterer Bonuszahlungen 4 Millionen Euro kostete.
Generell scheint klar: Der Trend der steigenden Transfersummen im Profifußball macht auch vor der 3. Liga nicht Halt. Während im letzten Winter nur rund 1,7 Millionen. Euro erlöst wurden, sind es in diesem Winter laut transfermarkt.de mindestens 7,5 Millionen Euro – mit der Tendenz zu mehr, da bei manchen Transfers noch keine Ablösesumme an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Doch auch so steht fest: Noch nie zuvor floss in der höchsten DFB-Spielklasse so viel Geld in einem Winter-Transferfenster wie dieses Mal!
Insgesamt verließen die 3. Liga in diesem Winter 47 Spieler. Dem gegenüber stehen 64 Neuzugänge. Das macht insgesamt 111 Transferbewegungen – der Höchstwert seit sieben Jahren! Weitere nennenswerte Ablösen erzielte Kennedy Okpala, für den SC Paderborn ein halbes Jahr vor Vertragsende – nach zwischenzeitlichen Streitigkeiten beider Klubs – rund 550.000 Euro an den SV Waldhof Mannheim überwies, und Stuttgarts Talent Efe Korkut, das sich Athletic Bilbao 500.000 Euro kosten ließ.
Noch deutlicher fiel die Ablöse für Tom Moustier aus, den es von Rot-Weiss Essen zu Estrela Amadora nach Portugal zog. Die Portugiesen ließen sich den französischen Mittelfeldspieler knapp 600.000 Euro kosten. Moustier ist bekanntlich nur einer von vier Spielern, die den ungewöhnlichen Weg von der 3. Liga zum Club aus dem Vorort Lissabons gingen.
Neben Moustier scoutete Amadora auch Viktoria-Stammkeeper Dudu sowie Ulm-Talent Max Scholze und den Verl-Angreifer Chilohem Onuoha. Vorbild ist Sidny Lopes Cabral, den es im Sommer von der Viktoria nach Amadora zog, wo er einen raketenhaften Aufstieg erlebte und nach nur einer Halbserie für 6 Millionen Euro an Benfica Lissabon weiterverkauft wurde.
Zu den insgesamt 111 Transfers trug nur einziger Verein nichts bei: Der TSV 1860 München. Ebenfalls zurückhaltend waren der VfB Stuttgart II, der lediglich einen Spieler aus der eigenen U19 beförderte, und der 1. FC Saarbrücken, der einen Leihspieler zurückbeorderte. Wehen Wiesbaden nahm mit Kevin Broll einen zuletzt vereinslosen alten Bekannten unter Vertrag. Und auch Hansa Rostock und der VfL Osnabrück begrüßten nur einen neuen Spieler, die es allerdings in sich haben: Sowohl der Neu-Rostocker Lukas Kunze als auch der Neu-Osnabrücker Julian Kania feierten letzte Saison mit Arminia Bielefeld den Zweitliga-Aufstieg.
Um für den Aufstiegskampf gewappnet zu sein, legte auch Herbstmeister Energie Cottbus nach – und zwar auf dem letzten Drücker. Dank der Einnahmen durch den Verkauf von Elias Bethke an Dynamo Dresden verpflichteten die Lausitzer am Deadline Day Verteidiger Mladen Cvjetinovic (per Leihe aus Kiel) und Routinier Tolga Cigerci. Zwei echte Kracher, die im Aufstiegskampf den Unterschied ausmachen könnten.
Einen echten Besser-Macher dürfte auch der MSV Duisburg unter Vertrag genommen haben: Lex Tyger Lobinger. Der bullige Stürmer wechselte ein halbes Jahr vor Vertragsende von Viktoria Köln zum MSV und fügte sich dort mit zwei Toren in den ersten beiden Spielen gleich hervorragend ein. Neben Lobinger verpflichteten die Zebras auch Aljaz Casar und Dominik Kother (beide aus Dresden) sowie den Ex-Saarbrücker Dominik Becker. Ein sehr namhaftes Quartett für die Zebras!
Auch Rot-Weiss Essen ließ sich nicht lumpen und lotste mit Ruben Reisig (Hoffenheim II), Tino Casali (SCR Altach), Ben Hüning (Dortmund II), Danny Schmidt (Fortuna Düsseldorf) und Dickson Abiama (Kaiserslautern) gleich fünf neue Spieler an die Hafenstraße. Die größte Erfolgsmeldung des SC Verl dürfte wiederum sein, dass alle Leistungsträger gehalten werden konnten – trotz großer Avancen um Spielmacher Timur Gayret. Stattdessen konnten die Ostwestfalen ihren Kader mit drei interessanten Talenten verstärken: Antonio Foti kam von Dortmund II, Raphael Araoye aus der U21 von Bristol City und Marco Wörner per Leihe aus Paderborn.
Während sich die Vereine im Tabellenmittelfeld eher in Zurückhaltung übten, war im Tabellenkeller wieder deutlich mehr Bewegung auszumachen. Der SSV Ulm 1846 heuerte insgesamt sechs Spieler an, um die Aufholjagd möglich zu machen. Unter anderem laufen fortan Luca Bazzoli (Essen) und Abu-Bekir Ömer El-Zein (Magdeburg) im Trikot der Spatzen auf. Auf die gleiche Anzahl an Neuzugängen kommt auch Alemannia Aachen, das mit Gideon Jung (Kayserispor), Jonas Oehmichen (Dresden) und Omar Sillah (Greuther Fürth) allein am Deadline Day noch drei neue Spieler vorstellte. Nach dem überraschenden Abgang von Jan Olschowsky (Rückkehr zu Mönchengladbach) duellieren sich nun die beiden Winterneuzugänge Fotis Pseftis (FC Lugano) und der erfahrenen Manuel Riemann (vereinslos) um den Platz im Tor.
Auch der TSV Havelse war eifrig auf dem Transfermarkt unterwegs und nahm fünf – zuvor größtenteils unterklassig aktive – Spieler unter Vertrag. Mit John Posselt mussten die Niedersachsen allerdings ihren Top-Torjäger an Jahn Regensburg abgeben. Erzgebirge Aue vertraut wiederum vor allem auf den Bestandskader. Die Sachsen stellten mit Stürmer Vincent Ocansey (per Leihe aus Bielefeld) lediglich einen neuen Spieler vor. Weitere Transfers waren am Deadline Day geplatzt.








































