FC Schalke 04
·25. Juli 2026
Dejan Ljubičić über prominente Trikot-Tauschpartner, heiß-kalte Regeneration und ein ersehntes Wiedersehen

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·25. Juli 2026

Plötzlich schellt es: Mitten im wohlverdienten Sommerurlaub von Dejan Ljubičić meldet sich Österreichs Teamchef Ralf Rangnick bei Schalkes Mittelfeldmann und nominiert ihn für die Weltmeisterschaft nach. Der 28-Jährige erzählt im Interview mit schalke04.de wie er das Turnier wahrgenommen hat, welches Ritual er mit seinem neuen Buddy im Trainingslager pflegt, wodurch er sich am besten erholt und auf welche österreichischen Spezialitäten er besonders steht.
Ein Espresso, dann ist Dejan Ljubičić so weit. Für ihn ist es lieb gewonnene Routine nach dem Essen. Bei sogenanntem Kaiserwetter nimmt er mit seinem Lieblingsgetränk Platz auf der Terrasse des Mannschaftshotels ELVA im Stubaital und fängt an zu erzählen. Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Nur einen Tag später darf er mit Maximilian Wöber einen weiteren österreichischen Kollegen als Mannschaftskameraden begrüßen. Auf den anderen kommt der Rechtsfuß im Verlauf des Interviews noch zu sprechen …
Dejan, ein aufregender Sommer liegt hinter Dir. Daher zunächst simpel, aber entscheidend: Wie fühlst Du Dich, zurück beim S04? Ich fühle mich gut und bin froh, mit der Mannschaft im Stubaital zu sein. Ich habe das Teamgefüge und die Abläufe wirklich vermisst. Nach meinem Urlaub im Anschluss an die Weltmeisterschaft steigere ich nun Stück für Stück mein Programm.
Bevor wir auf Deine Zeit hier eingehen und einen Ausblick wagen – erzähl doch mal von Deiner Nominierung für die Weltmeisterschaft. Ich war im Sommerurlaub in Split mit meinen Freunden. Am Tag der Nominierung habe ich bis etwa 10 Uhr geschlafen. Als ich wach wurde, hatte ich auf meinem Handy schon zwei Nachrichten von Spielern der österreichischen Nationalmannschaft. Darunter stand auf dem Display ein verpasster Anruf von Ralf Rangnick. Ich habe den Teamchef zurückgerufen, danach ging es ganz schnell. Ich bin von Split nach Wien zum ÖFB-Campus gereist, habe dort alle notwendigen Sachen eingepackt und dann weitergeflogen nach Los Angeles.
Welche Jungs aus der Nationalmannschaft hatten Dich bereits kontaktiert? Kevin Danso von Tottenham und Saša Kalajdžić von Wolverhampton. Die beiden haben mir direkt geschrieben, dass sie sich auf mich freuen. Gerade mit Saša habe ich dann auch die meiste Zeit in den USA verbracht.
Wie darf man sich Eure Freizeitgestaltung in den Vereinigten Staaten vorstellen? Wir haben meistens in der Früh trainiert und hatten nachmittags mehrmals frei. Daher war ich das eine oder andere Mal in Los Angeles und habe die Straßen dort erkundet. Da ich früher „Grand Theft Auto V“ auf der Konsole gespielt habe, kannte ich manche Abschnitte schon. (lacht)
Für alle Österreicher dürfte der emotionalste Moment der WM das dritte Gruppenspiel gegen Algerien gewesen sein. In einer tückischen Ausgangslage schient Ihr während der Nachspielzeit raus und seid dann in letzter Sekunde doch noch weitergekommen … … das war wirklich sehr emotional, muss ich sagen! In den letzten 20 Minuten gegen Algerien wollte keiner so richtig, weil beide Mannschaften mit einem Unentschieden weitergekommen wären. Dann macht Algerien das Tor und wir waren gefühlt schon ausgeschieden. Saša Kalajdžić erzielte nach seiner Einwechslung aber doch noch das 3:3 – der Rest war Ekstase pur. Wir haben uns riesig gefreut und in der Kabine und im Bus gefeiert.
Du warst Sekunden nach dem Treffer von Saša Kalajdžić als einer der ersten bei Ihm. Was hast Du Deinem Kollegen in der Situation gesagt? Ich habe Ihm vor dem Spiel schon gesagt, dass er das entscheidende Tor macht. Daran habe ich Ihn dann noch mal erinnert. (schmunzelt)
Im Sechzehntelfinale seid ihr danach gegen den späteren Turniersieger Spanien mit 0:3 ausgeschieden. Schmälert das die Enttäuschung über das WM-Aus? Man muss schon sagen, dass die Spanier überragenden Fußball gespielt haben. Sie haben gegen uns nahezu keinen Fehler gemacht und sind absolut verdient Weltmeister geworden. Nach unserem Spiel wusste ich: Sie können sich eigentlich nur selbst schlagen.
In einer Medienrunde hast Du erzählt, dass Du Dir bei der WM das Trikot von Argentiniens Alexis Mac Allister gesichert hast. Ist Deine Trikotsammlung noch um weitere Schätze erweitert? Ja. Dazu habe ich noch das Trikot von Dani Olmo ergattert. Er spricht ebenso wie ich Kroatisch und hat auch eine Vergangenheit bei Dinamo Zagreb.
Wo haben die beiden Jerseys Ihren Platz bekommen? Sie sind beide bei meinen Eltern in Wien, wo ich alle meine Trikots aufbewahre. Unter anderem auch eins von Kylian Mbappe.
Kommen wir nun zu Dir als Knappe. Du hast anfangs betont, dass Du die Abläufe vermisst hast. Welche meinst Du genau? Mir hat der Rhythmus einfach gefehlt. Hier im Trainingslager oder in Gelsenkirchen hast du einen strukturierten Tagesablauf und weißt, wann die nächste Einheit ansteht und auf welchen Gegner du dich vorbereiten musst.
Als WM-Rückkehrer bist Du hier im Trainingslager in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Wie sehr brennen die Beine nach den ersten Einheiten? Schon nach dem ersten Training fing es an zu brennen. (lacht) Da habe ich gleich gemerkt: Dejo, Du brauchst noch etwas. Das ist aber auch völlig normal. Ich habe in meiner Karriere schon einige Vorbereitungen hinter mir.
Wie regenerierst Du nach der harten Arbeit am besten? Ich war mit Junior (Adamu, Anm. der Redaktion) bereits abends in der Sauna und danach im Eisbad. Das hilft mir immer ungemein.
Du sprichst Neuzugang Junior Adamu an. Er hat bei seiner Verpflichtung verraten, dass Du Ihm vorher öfters geschrieben hast. Welche Worte sind da gefallen? Er hat mich seit vergangenem Winter häufiger angerufen und gefragt, wie es bei Schalke ist. Ich war zwar selbst neu, aber für mich hat es von Beginn an gepasst. Daher habe ich ihm von Schalke vorgeschwärmt und bin richtig froh, dass er nun hier ist. Er ist ein richtig cooler Typ und immer positiv.
Woher kennt Ihr Euch genau? Wir kennen uns auch von der österreichischen Nationalmannschaft und haben uns dort schon immer gut verstanden. Hier teilen wir uns nun sogar ein Apartment.
Wer von Euch beiden ist denn der Frühaufsteher im Stubaital? Wir besprechen tatsächlich immer am Abend zuvor, wer wen aufweckt. Heute Morgen hat er mich aufgeweckt.
Und wer braucht länger von Euch beiden im Bad? (überlegt) Ich würde sagen Junior.
Gibt es, bevor es mit der Mannschaft zurück nach Gelsenkirchen geht, bestimmte österreichische Spezialitäten, die Du unbedingt noch genießen musst? Kaiserschmarrn, Sachertorte oder Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat – das habe ich alles, bevor ich ins Stubaital gekommen bin, noch in Wien mit der Familie gegessen. Ich bin mit meinen Favoriten also durch. Wenn es meine Kollegen aber noch mal probieren wollen, gerne.
Du hast betont, kommende Saison in der Bundesliga mindestens genauso viele Scorer auflegen zu wollen, wie in der vergangenen Rückrunde. Welche Position wäre Dir dafür am liebsten? Ich kann mehrere Rollen spielen und auf einigen Positionen was bieten. Dahingehend werde ich mit dem Trainer noch Gespräche führen – schauen wir mal, wo er mich sieht, ich bin da total offen. Fest steht: Ich werde Vollgas geben und alles raushauen!
Du kennst sowohl die Bundesliga als auch die Zweite Liga. Was sind aus Deiner Sicht die größten Unterschiede? Ich würde sagen, in der Bundesliga wird noch viel mehr antizipiert. Der Gegner verschiebt seine Ketten meistens richtig gut und fängt die Bälle dann im passenden Moment ab. In der Zweiten Liga ist es meistens ein bisschen wilder.
Was sind Deine Ziele mit Schalke in der Bundesliga? Abgesehen davon, dass wir uns dort als Verein etablieren wollen, möchte ich die Atmosphäre aufrechterhalten, die wir in meinem ersten halben Jahr beim S04 hatten. Mein erstes Spiel haben wir gegen Bochum im Januar dieses Jahres verloren, es kam aber keine negative Stimmung auf. Dieses Mindset wollen wir behalten, da macht unser Trainerteam einen sehr guten Job.
Am 7. Spieltag steht für Dich die Rückkehr nach Köln an. Wie groß ist die Vorfreude auf das Wiedersehen mit deinem Ex-Club? Es gab schon einige spitze Nachrichten, die mit Leuten aus Köln ausgetauscht wurden (lacht). Das Spiel in Köln ist ohne Zweifel besonders für mich. Dazu fiebere ich natürlich meinem ersten Derby entgegen. Das sind die beiden Partien, die für mich ganz besonders werden.
Mit einer Mitgliedschaft in der Auf Schalke eG übernehmen Schalkerinnen und Schalker Verantwortung für die Zukunft ihres Vereins. Gemeinsam stärken wir das Fundament für sportlichen Erfolg und die nächste Generation königsblauer Talente.
Mehr erfahren: aufschalkeeg.schalke04.de
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