FC Red Bull Salzburg
·29. Januar 2026
Dem Glück ganz nahe gewesen

In partnership with
Yahoo sportsFC Red Bull Salzburg
·29. Januar 2026

So emotional und bitter kann Fußball sein. Mit einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung bei Aston Villa (schließlich UEL-Zweiter im Grundurchgang) sind wir dem Weiterkommen in die K.-o.-Phase ganz nahe, müssen uns letztlich gegen einen hochklassigen Gegner trotz guter Leistung doch noch mit 2:3 geschlagen geben – womit auch unsere europäische Reise 2025/26 ihr Ende findet.
Die Anfangsnervosität unserer Roten Bullen war deutlich zu spüren, immerhin liefen wir mit der zweitjüngsten UEL-Startelf des Bewerbs aller Zeiten in einem vollgepackten Premier League-Tempel gegen einen der Titelfavoriten auf. Beinahe erwischte ein Watkins-Distanzschuss in Minute eins Alex Schlager auf dem falschen Fuß, bevor der ÖFB-Nationalteamgoalie entschärfen konnte.

Nach knapp zehn Minuten hatten wir das erste Nervenflattern dann abgelegt, fanden mit einem besseren Spielaufbau auch Schritt für Schritt zu Offensivaktionen und hatten plötzlich gleich mehrfach das 1:0 auf dem Fuß – doch die Versuche von Konate bzw. Diabate und Baidoo wurden vom englischen Abwehrverbund in höchster Not geblockt (20.). Als die Partie danach etwas ereignislos dahinplätscherte, schlugen wir aus dem Nichts doch noch zu! AVL-Verteidiger Mings leistete sich einen fahrlässigen Ballverlust im eigenen Sechzehner, Balleroberer Baidoo legte auf Konate quer, der zur Führung abschloss – auch weil der Rettungsversuch auf der Linie zu unserem Glück scheiterte (33.). Zur zweiten Hälfte war damit ultimatives Zittern angesagt. Nicht (nur) aufgrund des eiskalten Winds im Villa Park, sondern rund um einen möglichen Aufstieg in die K.-o.-Phase der UEFA Europa League. Trotz unserer Pausenführung hatten wir aufgrund der Zwischenstände auf den Nebenschauplätzen als 25. noch das Nachsehen in Sachen Zwischenrunde. Es galt damit, unseren Vorsprung auswärts zu verteidigen und gleichzeitig auf Schützenhilfe zu hoffen.
Zumindest unseren Teil machten wir vorerst – und wie! Thomas Letsch bewies ein Händchen und tauschte zur Pause Torschützen gegen Torschützen. Durchgang zwei war keine drei Minuten alt, da versenkte der frisch gekommene Moussa Yeo eine Alajbegovic-Hereingabe per Fersler zum 2:0 (48.) Während wir in weiterer Folge regelmäßig die Live-Tabelle checkten, ging es für unsere Roten Bullen auf dem Feld immer mehr ums Verteidigen, denn die Hausherren erhöhten den Druck. Wir blieben jedoch selbst ebenfalls offensiv nicht untätig und verzeichneten sogar die Top-Chance in Hälfte zwei. Nach einem Top-Pass von Diabate setzte Kitano seinen Schuss leider daneben (60.). Wenige Augenblicke später dann die Ernüchterung, Aston Villa verkürzte nach einer starken Kombination durch Rogers auf 1:2 (64.). Damit liefen laaange 25 Spielminuten dem Ende entgegen, die „Lions“ hatten noch mal einen Gang höher geschaltet und unsere Defensive alle Hände voll zu tun. In der 76. Minute hielten wir dem Druck schließlich nicht mehr stand. Der groß gewachsene Mings kam bei einer Cash-Flanke vor Schlager an den Ball und ließ das Heimpublikum per Kopfball über den Ausgleich jubeln (76.).
Damit waren etwaige Rechenspiele hinfällig. Als wir in der Schlussphase noch mal alles nach vorne warfen, setzte Aston Villa mit einem Konter in der 87. Minute zum 3:2-Sieg noch den Schlusspunkt. Trotz einer guten Leistung unserer Burschen reichte es in Birmingham damit nicht für Punkte und damit auch nicht für ein Weiterkommen.

Nun richten wir unseren Fokus direkt aufs Cup-Viertelfinale an diesem Sonntag auswärts beim Wolfsberger AC um 17:30 Uhr.
Wir sind enttäuscht. Wir waren nah dran, wenn ich sehe, dass wir in allen Statistiken zumindest gleichauf sind. Dass wir ohne Punkte nach Hause fahren und damit aus dem Wettbewerb fliegen, tut weh, aber grundsätzlich macht mich der Auftritt schon stolz. Heute hat unsere Mannschaft viel gelernt, da ziehen wir vieles heraus – und jetzt kommt das bisher wichtigste Spiel der Saison in Wolfsberg.
Thomas Letsch
Wir können schon stolz auf die ersten 50 Minuten sein, in denen wir sie nonstop zu Fehlern gezwungen, wir uns Torchancen en masse erarbeitet haben und defensiv sehr gut unterwegs waren. Da haben wir allerdings extrem viel Aufwand betrieben, und das hat man am Ende schon gemerkt. Jetzt gilt’s, am Sonntag an den positiven Dingen anzuschließen.
Alex Schlager
Aufstellungen & Wechsel

Aston Villa: Martinez – Bogarde, Lindelöf, Mings, Digne – Hemmings (46. Cash), Onana (66. Konsa) – Sancho (79. Young), Elliott, Buendia (66. Jimoh-Aloba) – Watkins (35. Rogers) FC Salzburg: Schlager – Trummer, Gadou, Schuster, Krätzig – Diabate (89. Lukic) – Bidstrup ©, Kitano (89. Kjaergaard) – Baidoo (73. Onisiwo), Konate (46. Yeo), Alajbegovic (73. Bischoff)
Tore: Rogers (64.), Mings (76.), Jimoh-Aloba (87.) bzw. Konate (33.), Yeo (49.) Zuschauer: 37.457 Schiedsrichter: Rohit Saggi (NOR) Gelbe Karten: keine bzw. Trummer (35./Foul)





























































