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·7. Januar 2026

Demut statt Durchmarsch: Schalke geht vorsichtig in die Rückrunde

Artikelbild:Demut statt Durchmarsch: Schalke geht vorsichtig in die Rückrunde

Der FC Schalke 04 befindet sich mitten in der Vorbereitung für die anstehende Rückrunde, nach einer intensiven, aber auch mit Erfolg geprägten Hinrunde. Seit Freitag bereiten sie sich vor, vollständig war der Trainingsplatz am Berger Feld allerdings erst seit Dienstag.

„Extraurlaub“ für acht Leistungsträger

Trainer Miron Muslic hatte acht Leistungsträgern nach der intensiven Hinrunde Sonderurlaub gewährt: Loris Karius, Nikola Katic, Hasan Kurucay, Vitalie Becker, Ron Schallenberg, Soufiane El-Faouzi, Moussa Sylla und Kapitän Kenan Karaman durften ein paar Tage länger regenerieren.


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„Der Extraurlaub hat gutgetan“, sagte Karaman nach seiner Rückkehr. „Ich habe mit der Familie in der Sonne Kraft getankt.“ Das winterliche Gelsenkirchen mit Minusgraden und Schnee stört den Kapitän wenig: „Viele Jungs sind froh, dass sie nicht ins Trainingslager mussten, sondern bei ihren Liebsten waren. Das ist gar nicht so schlecht. Ich selbst kann mich auch nicht beklagen.“

Auch im Team sorgte die verlängerte Pause für keinen Neid. Timo Becker betonte: „Die Jungs, die etwas länger Urlaub bekommen haben, haben sich diese Tage auch verdient. Sie haben nahezu jedes Spiel komplett bestritten, sich durchgekämpft und stets in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ Der Innenverteidiger ergänzte: „Es ist gut, dass sie noch einmal etwas Kraft tanken konnten.“

Vom Trümmerhaufen zur Einheit

Die gute Stimmung ist Ausdruck eines intakten Teamgefüges. Noch vor einem halben Jahr wirkte Schalke wie eine Ansammlung von Einzelspielern, inzwischen hat Muslic eine geschlossene Einheit geformt – eine, die als Herbstmeister in die Rückrunde geht und ganz Schalke vom Aufstieg träumen lässt. Öffentlich allerdings wird weiter der Eindruck vermittelt, dass man nicht über einen möglichen Aufstieg nachdenke.

„Der Aufstieg ist in der Kabine im Moment kein Thema“, meinte Karaman nach längerem Nachdenken. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir auch in der Rückrunde punkten. Vielleicht wird er dann irgendwann ein Thema. Aber jetzt ist das noch viel zu weit weg.“ Der 31-Jährige erklärt seine Vorsicht: „So wie die letzten Jahre hier gelaufen sind, bin ich einfach nur froh, dass wir da oben stehen. Ich weiß aber auch: Es kann sehr schnell in die andere Richtung gehen – vor allem hier auf Schalke.“

Wirtschaftliche Planungen für den Ernstfall Bundesliga laufen im Hintergrund dennoch. Hauptsponsor Sun Minimeal hat eine Vertragsoption nicht gezogen, da sich das Sponsorenvolumen im Aufstiegsfall auf rund sechs Millionen Euro pro Saison verdoppeln würde. Schalke sucht daher bereits nach einem neuen Trikotpartner – und plant offenbar mit dem Szenario Erstklassigkeit.

Kaderplanung und klare Worte des Kapitäns

Sportlich wünscht Schalke trotz der starken Hinserie nachzulegen. Vor allem im Angriff wird Verstärkung gesucht. Karaman formulierte klare Erwartungen an mögliche Neuzugänge: „Ich bin ein Fan davon, dass Jungs kommen, die Bock auf Schalke haben. Die sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifizieren. Die den Hunger und die Qualität haben, uns nach vorne zu bringen.“ Alternativen seien nötig, „vor allem, wenn man so viele Verletzte hat und einige Jungs immer wieder Rückschläge erleiden“.

Karaman selbst steht bei sechs Saisontoren, will aber mehr: „Natürlich will ich zweistellig treffen, diesen Anspruch habe ich – da muss ich nicht drum herumreden.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Meine persönliche Trefferquote stelle ich diese Saison hinten an. Siege des Teams sind mir wichtiger.“

Fan-Invasion und erster Härtetest in Berlin

Ein erstes sportliches Ausrufezeichen soll gleich zum Rückrundenauftakt folgen. Am Samstagabend gastiert Schalke bei Hertha BSC – vor einer Bundesliga-tauglichen Kulisse. Über 20.000 Schalker Fans werden im Olympiastadion erwartet, die Ticketnachfrage war enorm.

Karaman weiß um die Bedeutung der Partie: „Berlin hat sich seit Saisonbeginn den Aufstieg als Ziel gesetzt. Sie werden mit aller Macht versuchen, das auch zu schaffen – das wird ein sehr schwieriges Spiel für uns.“ Die Erfahrungen der vergangenen Jahre wirken dabei weiter nach.

Ein Gradmesser – sportlich wie mental. Offiziell spricht Schalke weiter nicht vom Aufstieg. Doch auf den Rängen, in der Stadt und zunehmend auch auf dem Platz wächst das Gefühl: Diese Rückrunde könnte mehr werden als nur eine gute Geschichte.

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