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·24. März 2026

Deniz Undavs Tore stellen Nagelsmann vor eine unbequeme Entscheidung

Artikelbild:Deniz Undavs Tore stellen Nagelsmann vor eine unbequeme Entscheidung

Sieben Tore in sechs Ligaspielen, 18 Saisontreffer – Deniz Undav zwingt Bundestrainer Nagelsmann im WM-Jahr zu einer Entscheidung über seine Sturm-Hierarchie.

Deniz Undav steht am Mikrofon, grinst und sagt Sätze wie "Kapitän werden, oder?" – und alle lachen. Aber hinter dem Berliner Humor steckt eine Botschaft, die Julian Nagelsmann nicht überhören kann: Hier meldet sich ein Stürmer, der Argumente liefert. Keine Versprechen, keine Absichtserklärungen. Tore. Sieben Stück in sechs Ligaspielen, in jedem davon mindestens eines. 18 Saisontreffer insgesamt. Das ist kein Lauf, das ist ein Leistungsnachweis.


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Die Formkurve von Undav ist das Konfliktzentrum einer Debatte, die im WM-Jahr besonders brisant wird: Wer spielt vorne für Deutschland – und warum? Undav ist derzeit der torgefährlichste deutsche Stürmer der Bundesliga. Punkt. Das ist keine Interpretation, das ist eine Zahl. Und Zahlen haben den Vorteil, dass sie sich nicht relativieren lassen. Beim 5:2 in Augsburg erzielte er zwei Tore und bereitete den Treffer von Ermedin Demirovic uneigennützig vor. Er tat das drei Tage, nachdem sein VfB Stuttgart in der Europa League gegen Porto ausgeschieden war. Andere Spieler sacken nach solchen Rückschlägen ab. Undav dreht auf.

Was macht Stuttgarts Offensive so bemerkenswert? Es ist nicht nur Undav allein – Tiago Tomás traf, Nartey traf, Demirovic traf –, aber Undav ist der Taktgeber. Der VfB steht auf Platz drei, 50 Punkte nach 27 Spieltagen, sechs Ligaspiele am Stück ungeschlagen. Sebastian Hoeneß hat eine Mannschaft gebaut, die offensiv Druck erzeugt wie kaum ein anderes Team der Liga. Die Expected Goals gegen Augsburg: 3,77 zu 1,20. Das ist keine knappe Angelegenheit, das ist eine Demonstration. Und mittendrin: ein Stürmer, der mit 29 Jahren in der Form seines Lebens spielt und offen sagt – "Am liebsten will ich spielen."

Seien wir ehrlich: Die deutsche Nationalmannschaft hat in den letzten Jahren kein Stürmerproblem gehabt, weil es an Talenten mangelte. Sie hatte ein Hierarchieproblem. Wer einmal drin war, blieb drin – oft länger, als die Leistung es hergab. Undav formuliert seinen Anspruch klug. Er poltert nicht, er fordert nicht. Er sagt: "Und selbst wenn es nicht reichen sollte, dann gebe ich halt von der Bank Gas." Das klingt bescheiden. Aber die Unterzeile lautet: Ich liefere – ihr entscheidet, ob ihr das ignoriert.

Für Nagelsmann wird das zur echten Personalfrage. Wie viel Gewicht hat die aktuelle Bundesliga-Form gegenüber den etablierten Strukturen im Kader? Undav ist kein Neuling mehr, er kennt das DFB-System. Aber er war auch nie der Gesetzte. Im WM-Jahr muss sich ein Bundestrainer entscheiden, ob er Hierarchien verwaltet oder Leistung belohnt. Beides gleichzeitig geht selten. Die Zahlen sprechen für Undav, seine Mentalität sowieso – wer nach einem Europapokal-Aus so auftritt, der bringt etwas mit, das sich nicht trainieren lässt.

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