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·14. Juni 2026
Der 1. FC Köln und sein Stadion: Pläne, viel Arbeit und eine Mahnung aus der Vergangenheit

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Simon Bartsch
14 Juni, 2026
FC-Präsident Jörn Stobbe gab einen Einblick, wie er den Ausbau des Stadions sieht, welche Schritte schon gemacht wurden und welche gemacht werden sollen.

Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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Es ist etwa zwei Wochen her da wurde das Thema „Einlass ins Stadion“ zu einem, obwohl der letzte Ball der Saison schon längst gerollt war. Der FC bindet den Besitz einer Dauerkarte an die Mitgliedschaft und sorgte mindestens mit der Art und Weise der Kommunikation bei dem ein oder anderen Fan für Unverständnis. Das Thema „Dauerkarte“ ist ähnlich wie das Thema „Ticketing“ ein problematisches im Kölner Umfeld. Runter gebrochen ist die Gleichung ganz einfach: Es wollen mehr Menschen ins Stadion, als dieses Kapazitäten hat. Und so geistern die Begriffe Stadion-Ausbau und Stadion-Neubau schon seit Jahren rund ums Geißbockheim. Die Frage nach einer Lösung in der Platzbeschaffung ist also eigentlich keine nach dem „ob“, sondern eher nach dem „wie“ und nach dem „wann“. Schon im Wahlkampf im Sommer vergangenen Jahres hatte sich der neue Präsident Jörn Stobbe dem Thema angenommen. Und nun gab der 60-Jährige auch Einblicke in die ersten Überlegungen.
„Wir haben vereinsintern eine Kommission eingerichtet, die die verschiedenen Themen – und das sind die 10 drängendsten Themen, um einen Ausbau an dem Stadion zu erwirken – diskutiert und prüft“, so Stobbe. Darunter fallen Punkte wie Statik, Kosten, Lärmschutz, Naturschutz, Anwohnerkonzepte, Verkehr, Infrastruktur, Digitalisierung und Bedachung. „Es ist eines unserer dringendsten Themen. Wir machen unsere Hausaufgaben und gehen das jetzt richtig an. Wir wollen im kommenden Jahr eine abschließende Empfehlung aussprechen, für welchen Weg wir nach der Prüfung sind und was konkret dafür erforderlich ist“, sagte Stobbe. Erst danach sollen Gespräche mit der Stadt, der Politik und möglichen Investoren beginnen. Denn und das machte der Präsident ebenfalls klar, könne der Verein ein Projekt in dieser Größenordnung sicher nicht alleine stemmen. In Stobbes Vision sollen in einem neuen Stadion rund 75.000 Fans ihren Platz finden. Eine neue Kölner Arena wäre prompt die drittgrößte des Landes.
Zudem hätte der Präsident gerne ein verschließbares Dach und im absoluten Idealfall wäre es ein Stadion in der Hand des Vereins. „Als Pächter ist es ja auch manchmal ganz schön, dann muss der Verpächter was machen“, so Stobbe. Immerhin ist ein Vermieter für Renovierungen oder ähnliches verantwortlich. „Neben dem Olympia-Thema wurde auch das Thema Weltmeisterschaft genannt. Deutschland macht sich offenbar dahingehend Gedanken. Wenn ich mir jetzt was wünschen dürfte, dann wäre es natürlich so, dass wir im Rahmen dieser Gesamtprüfung irgendwann mal ein eigenes Stadion mit 75.000 Plätzen hätten, und wir nicht als 1. FC Köln alleine die ganze Renovierung bezahlen müssen“, so der Präsident weiter. „Der Zustand des Stadions ist tatsächlich was in die Jahre gekommen, das ist einfach so. Man kann da überall optimieren. Und das gehen wir an, aber mit sehr viel Verantwortung und Demut.“
Die Vision ist eine schöne, allerdings ist der Weg ein weiter. Als mahnendes Beispiel könnte alleine der aktuell wieder thematisierte Ausbau des Geißbockheims dienen. Zwölf Jahre ist es ein ständiges Hin und Her, einen wirklichen Fortschritt gibt es eigentlich nicht. Immerhin soll Anfang nächsten Jahres das Leistungszentrum gebaut werden. Gutachten folgten auf Gutachten, Gerichtsurteile auf Vertagungen. Zuletzt sagte das Oberverwaltungsgericht Münster die für den 11. Juni angesetzte Verhandlung kurzfristig ab — weil Ausbaugegner ein neues Artenschutzgutachten zu Tagfaltern, Grashüpfern und Libellen eingereicht hatten. Ein Ende des Verfahrens ist nicht in Sicht. Den Stadionausbau werden andere Sichtweisen umgeben. Aber es ist lange nicht gesagt, dass es weniger umstrittene sind. Es könnte um Dinge wie Lärm, Verkehrsbelästigung, Flutlicht, Natur gehen. Es könnte Gutachten, Gerichtsstreite und Revisionen geben. Reibungslos wird ein Ausbau des Stadions sicher auch nicht verlaufen. Es wird erneut um politische Mehrheiten gehen.
Zwischen Kommission und Spatenstich liegen nicht nur beim FC keine Monate, sondern Jahre. Und manchmal auch Jahrzehnte.
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