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·7. März 2026

Der BVB muss sich entscheiden: Solider Zweiter oder echter Bayern-Herausforderer?

Artikelbild:Der BVB muss sich entscheiden: Solider Zweiter oder echter Bayern-Herausforderer?

Elf Punkte Rückstand auf Bayern, Aus in Champions League und Pokal. Lars Ricken sieht Probleme, doch das Budget soll kaum steigen. Eine Analyse.

Elf Punkte Rückstand auf Bayern, zehn Spieltage vor Schluss. Lars Ricken spricht von wirtschaftlicher Stabilität und davon, dass das Budget sich kaum ändern werde. Ich höre diese Worte und frage mich: Ist das jetzt Souveränität oder Selbsttäuschung?


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Der Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund gibt sich nach dem Champions-League-Aus gegen Atalanta Bergamo und dem Pokal-Aus gegen Leverkusen betont gelassen. Keine Panikverkäufe nötig, der Verein stehe solide da. Das mag stimmen. Aber Stabilität ist kein Titel. Und genau hier liegt das Problem, das Ricken selbst anspricht, ohne die Konsequenz zu Ende zu denken.

Dortmund ist gegen Atalanta ausgeschieden. Gegen Leverkusen, ein Team, das in der Bundesliga neun Punkte hinter dem BVB steht, scheiterte man im eigenen Stadion. Ricken nennt das selbst eine große Enttäuschung und räumt ein, der BVB sei in dieser Saison zu leicht gewesen. Das ist eine bemerkenswert ehrliche Diagnose. Aber was folgt daraus?

Ricken fordert einen resilienten Mannschaftskern. Spieler, die vorangehen, die in ihrem Peak sind. Er will einen starken Flügelspieler verpflichten, der sich im Eins gegen Eins durchsetzt. Gleichzeitig betont er, das Budget werde sich kaum ändern. Ich sehe hier ein Spannungsfeld, das sich nicht einfach auflösen lässt. Wer Weltklasse will, muss Weltklasse bezahlen. Oder Weltklasse entwickeln. Letzteres ist der Dortmunder Anspruch, den Ricken ausdrücklich formuliert. Doch genau diese Entwicklung funktioniert nur mit dem stabilen Kern, den es erst noch zu schaffen gilt.

Das Titelrennen gegen Bayern scheint entschieden. Der Rückstand ist zu groß, die Saison zu weit fortgeschritten. Dortmunds Ziel ist jetzt Platz zwei, die Champions-League-Qualifikation. Das ist realistisch, aber es ist eben auch nur Schadensbegrenzung. Trainer Niko Kovac soll den Weg mitgehen, an den Schrauben drehen, wie Ricken es formuliert. Doch welche Schrauben sind das genau? Und wer dreht sie?

Die Fragen, die Ricken selbst aufwirft, sind unbequem. Warum fehlt in entscheidenden Spielen die Führung? Warum zeigt die Mannschaft in der Bundesliga Qualität, aber nicht in der Champions League? Das sind keine Zufälle, das sind Muster. Und Muster erfordern strukturelle Antworten, nicht nur Transfermarkt-Hoffnungen.

Ich nehme Ricken ab, dass er die Probleme sieht. Aber Sehen allein reicht nicht. Dortmund muss sich entscheiden: Will der Klub ein solider Zweiter sein, der wirtschaftlich vernünftig arbeitet und gelegentlich über sich hinauswächst? Oder will er Bayern tatsächlich herausfordern? Beides gleichzeitig funktioniert nicht mit einem Budget, das sich kaum ändert, und einem Kader, der in K.o.-Spielen zu leicht ist.

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