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·6. August 2026
Der Erpressungsvorwurf gegen die FIFA kommt aus Amman

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Ein geplatzter Milliardendeal, vier Verbände, die ihre Unterstützung zurückziehen, eine UEFA, die mit Klage droht. Und dann meldet sich auch noch ein Mann zu Wort, der Gianni Infantino schon 2016 unterlegen war.
Prinz Ali bin al-Hussein, Präsident des jordanischen Fußball-Verbandes, wirft der FIFA öffentlich vor, Prämienzahlungen zurückgehalten zu haben. Jordanien hatte im Dezember 2025 das Finale des FIFA Arab Cup erreicht. Das dafür fällige Preisgeld – Medienberichten zufolge 4,2 Millionen Dollar – sei bis heute nicht geflossen.
Auf der Plattform X beschreibt der Funktionär, ihm sei während der Weltmeisterschaft mündlich bedeutet worden, es würde dem jordanischen Verband sehr helfen, wenn er Infantino unterstütze. Sein Fazit: „Aber die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus.“ Unterstützt habe man Infantino bisher nicht und werde es auch künftig nicht tun.
Die Einordnung gehört dazu: Al-Hussein ist kein neutraler Zeuge. Er trat 2015 gegen Sepp Blatter an, 2016 gegen Infantino, und verlor beide Male deutlich. Von 2011 bis 2015 saß er im FIFA-Exekutivkomitee. Der Weltverband wurde um eine Stellungnahme gebeten.
Für Infantinos Amt ist ein anderes Schreiben bedrohlicher. Die UEFA hat ihn aufgefordert, sämtliches Material zum zurückgezogenen Investorenvorhaben zu sichern, und prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte, ein Schiedsverfahren und Beschwerden bei Aufsichtsbehörden. Entsprechende Appelle gingen auch an Technologieinvestor Joshua Kushner.
Es geht um die FIFA Forward Enterprise: eine geplante Tochter, in der die kommerziellen Rechte an Männer-WM, Frauen-WM und Klub-WM gebündelt worden wären. Rund 20 Prozent der Anteile sollten an private Investoren gehen, der Wert war zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert. Der Plan scheiterte am Widerstand der Verbände.
Bemerkenswert ist die Richtung der Bewegung. Grafström hatte sich intern von einer traurigen und verwerflichen Abfolge von Ereignissen distanziert, ohne seinen Präsidenten zu nennen. Zwei Tage später unterschreibt derselbe Generalsekretär gemeinsam mit Infantino ein Schuldeingeständnis samt Besserungsgelöbnis. In Rabat, nicht in Zürich.
Gewählt wird 2027, ebenfalls in Marokko. Vier verlorene Verbände sind bei über 200 Mitgliedern noch keine Mehrheit, und einige Konföderationen halten weiter zu ihm. Wer Infantino jetzt abschreibt, hat die vergangenen zehn Jahre nicht aufmerksam verfolgt.
In der FIFA werden Präsidenten selten von Vorwürfen gestürzt. Sie werden von Stimmen gestürzt.







































