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·17. September 2026
Der große Klopp-Hammer: Diese DFB-Stars fehlen in seinem ersten Kader

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Vier Spiele in elf Tagen, ein Mammut-Aufgebot von 44 Spielern, aufgeteilt auf zwei Kader. Trotzdem ging es am Donnerstag in Frankfurt vor allem um die, die nicht im Flieger sitzen. Jürgen Klopp hat für sein Debüt als Bundestrainer 44 Spieler nominiert und das Aufgebot auf zwei Gruppen für jeweils zwei Länderspiele verteilt. Klingt nach Rekord-Party. Ist aber vor allem eine Ansage: Alte Hierarchien sind unter Klopp offenbar nicht in Stein gemeißelt.
Die Ausgangslage: Knapp drei Monate nach dem WM-Aus übernimmt Klopp von Julian Nagelsmann und steht vor seinem Debüt als Bundestrainer. Am 24. September geht’s in Amsterdam gegen die Niederlande, drei Tage später in Augsburg gegen Griechenland, am 1. Oktober in München gegen Serbien und am 4. Oktober in Thessaloniki erneut gegen Griechenland. Für die ersten beiden Partien umfasst der Kader 24 Spieler, anschließend stoßen 20 weitere Akteure hinzu.
Aber genug Zahlenkram. Wer fehlt – und warum?
Der Name, der besonders für Aufsehen sorgt: Deniz Undav. Der Stuttgarter fehlt in Klopps erstem Aufgebot. Überraschend ist das vor allem deshalb, weil Undav in der Vorsaison eine Wucht war: 46 Pflichtspiele, 25 Tore und 14 Vorlagen für den VfB. Damit war er der treffsicherste deutsche Torjäger der Bundesliga-Saison.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Auch bei der WM in Nordamerika hatte Undav mit drei Treffern als Joker auf sich aufmerksam gemacht. In der neuen Saison wartet der 30-Jährige dagegen noch auf sein erstes Tor. Klopp hat trotzdem nicht einfach gestrichen und geschwiegen. „Mit Deniz habe ich gesprochen. Er hat noch nicht so richtig in die Saison reingefunden“, erklärte der Bundestrainer und verwies darauf, dass er sich diesmal für andere Stürmer entschieden habe.
Fair, aber bitter für einen Spieler, der noch vor wenigen Monaten zu den deutschen Lichtblicken gehörte. 📉
Wenig überraschend, dafür umso lauter diskutiert: Leroy Sané. Der über Jahre etablierte Nationalspieler fehlt komplett. Bei Galatasaray ist der 30-Jährige derzeit nicht unumstritten und kam in der Liga bislang nicht konstant zum Zug.

(Photo by Carlos Rodrigues/Getty Images)
Klopp lässt die Tür allerdings ausdrücklich offen. Die Nicht-Nominierung sei „keine endgültige Entscheidung“, erklärte der neue Bundestrainer. Gleichzeitig habe er mit Sané bislang noch gar nicht persönlich gesprochen.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Sané ist vorerst raus – aber nicht offiziell aus Klopps Zukunftsplanung gestrichen. Bei 80 Länderspielen und 18 Toren für Deutschland wäre ein komplettes Karriereende im DFB-Trikot ohnehin eine deutlich größere Aussage.
Nicht jede Streichung ist ein Statement. Neben Undav und Sané verzichtet Klopp auch auf Oliver Baumann, den verletzten Leon Goretzka, Pascal Groß, den angeschlagenen Angelo Stiller und Jamie Leweling.
Bei Goretzka und Stiller ist die Situation vor allem verletzungsbedingt. Stiller, so Klopp, sei „für den Moment und nicht für die Ewigkeit“ nicht dabei.
Bei Baumann sieht die Sache anders aus: Klopp hat sich für Marc-André ter Stegen als Nummer eins entschieden und insgesamt fünf Torhüter auf die beiden Kader verteilt. Neben ter Stegen gehören Alexander Nübel, Finn Dahmen, Noah Atubolu und Jonas Urbig zum Aufgebot. Ter Stegen selbst soll laut Klopp zunächst die Nummer eins sein, wobei der Status ausdrücklich über Leistungen bestätigt werden muss.
Der spannendste Fall ist eigentlich gar keine „Streichung“ im klassischen Sinn: Nicolò Tresoldi war bislang noch nie Teil des DFB-Kaders. Der 22-Jährige wechselte 2025 von Hannover 96 zum Club Brügge und hatte dort eine herausragende erste Saison. Mit 19 Treffern wurde er Torschützenkönig der belgischen Liga.

(Photo by Milos Bicanski/Getty Images)
Trotz dieser Bilanz taucht Tresoldi in Klopps erstem Aufgebot nicht auf. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich der Stürmer für Italien entschieden hätte. Klopp stellte klar, dass die Tür für Tresoldi offenbleibt und die aktuelle Nicht-Nominierung keine Entscheidung gegen ihn oder für einen anderen Verband darstelle.
Gerade weil Tresoldi auch für Italien interessant ist, bleibt seine Situation deshalb spannend. Eine Entscheidung ist durch Klopps ersten Kader jedenfalls noch nicht gefallen.
Und dann sind da noch die Namen, die diesmal ebenfalls draußen bleiben, aber offenbar nicht aus Klopps langfristigen Überlegungen verschwunden sind.
Paris Brunner etwa wurde nach Sky-Informationen trotz seines starken Saisonstarts bei der AS Monaco nicht für das XXL-Aufgebot berücksichtigt. Laut Klopp habe es schlicht nicht für jeden Spieler Platz gegeben. Der 20-Jährige erhielt stattdessen seine erste Nominierung für die deutsche U21.
Noch deutlicher war Klopp bei Assan Ouédraogo: Der Leipziger wäre nach Aussage des Bundestrainers ohne seine Verletzung „zu hundert Prozent“ dabei gewesen. Das klingt tatsächlich weniger nach Absage als nach einer Einladung für die nächste Runde.
Ein XXL-Kader, aber keine Wohlfühl-Nominierung nach Namen und Verdienst. Klopp hat mit 44 Spielern bewusst eine völlig neue Größenordnung gewählt und gleichzeitig einige etablierte Kräfte außen vor gelassen. 16 Spieler im Aufgebot haben bislang noch kein A-Länderspiel bestritten.
Für Undav und Sané ist das erstmal eine kalte Dusche, für Tresoldi bleibt die Tür offen und für Spieler wie Brunner oder Ouédraogo deutet sich an, dass Klopp sehr genau hinschaut.
Ob das tatsächlich die richtige Kaderpolitik ist, zeigt sich frühestens am 24. September in Amsterdam. Bis dahin: abwarten und Popcorn bereithalten.







































