Der Höhenflug der Adler: So prägt Benfica Portugals Fußball | OneFootball

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·28. September 2026

Der Höhenflug der Adler: So prägt Benfica Portugals Fußball

Artikelbild:Der Höhenflug der Adler: So prägt Benfica Portugals Fußball

Wenn Vitória über dem Estádio da Luz seine Kreise zieht, ist das in Lissabon mehr als eine stimmungsvolle Ouvertüre. Der Adler ist Wappentier, Namensgeber und Selbstverständnis von Benfica – Sinnbild eines Klubs, der hoch hinauswill. Auch die Frauenmannschaft hat in wenigen Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt: 2018 gegründet, heute Portugals Maßstab und seit mehreren Jahren auf Europas großer Bühne zu Hause. Am Mittwochabend ab 21 Uhr (im Liveticker auf fcbayern.com & in der FC Bayern App) treffen die FC Bayern Frauen in der Ligaphase der UEFA Women’s Champions League auf die Águias, die Adler aus Lissabon. fcbayern.com stellt den kommenden Gegner vor.

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Der Adler hebt ab

Benficas Geschichte ist noch jung. Erst im Frühjahr 2018 begann der traditionsreiche Klub mit dem Aufbau seiner Frauenfußballabteilung – zwei Jahre, nachdem der Lokalrivale Sporting diesen Schritt gegangen war. In der Saison 2018/19 traten die Benfica-Frauen erstmals in der portugiesischen Segunda Divisão, der zweiten Liga, an. Lange hielten es die Encarnadas – die Scharlachroten – dort allerdings nicht. Schon im September 2018 setzte Benfica ein erstes Ausrufezeichen: Gegen UD Ponte Frielas gewann das Team 28:0. Auf diesen Auftaktsieg folgten 13 weitere Erfolge; nur einmal blieb das Ergebnis einstellig. Erst im Pokalhalbfinale mussten die Adler Federn lassen: Im März 2019 unterlag Benfica vor heimischer Kulisse Sporting Braga mit 1:2 – die erste Pflichtspielniederlage in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Statt einzubrechen, zeigte die Mannschaft jedoch eine bemerkenswerte Reaktion. Im Rückspiel drehte Benfica die Begegnung mit einem 4:2 und zog als erster Zweitligist ins portugiesische Pokalfinale ein. Dort krönte das Team seine Premierensaison endgültig: Im Endspiel setzten sie sich gegen Valadares Gaia FC durch und gewannen als erster Zweitligist den portugiesischen Verbandspokal. Auch in der Liga blieb Benfica ungeschlagen und sicherte sich den Titel und somit den Aufstieg ins portugiesische Oberhaus. Am Ende standen in 36 Pflichtspielen 34 Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage zu Buche. Dazu kam ein surreales Torverhältnis von 452:6.

Benfica wird zum Maßstab

Der zweite große Titel ließ nicht lange auf sich warten: Im September 2019 gewannen die Lissabonnerinnen den Superpokal. Beim 1:0 gegen Braga erzielte Pauleta, die heutige Kapitänin, den entscheidenden Treffer. Von 2020 an entwickelte sich die Mannschaft endgültig zu einer der führenden Kräfte im portugiesischen Fußball. Die Águias stiegen nicht nur weiter empor, sondern begannen, die nationale Konkurrenz zu überfliegen.

Seit Beginn des Jahrzehnts gewann Benfica sechsmal die portugiesische Meisterschaft – 2021, 2022, 2023, 2024, 2025 und 2026. Dazu kommen fünf Titel im portugiesischen Ligapokal, drei Triumphe im Pokal sowie zwei Erfolge im Superpokal. Aus der Mannschaft, die 2018 ins Leben gerufen wurde, war innerhalb weniger Jahre das dominierende Team des Landes geworden. Die beiden vergangenen Spielzeiten beendete Benfica  jeweils ungeschlagen. 

Bilanz auf europäischer Ebene

Benfica Lissabon arbeitete sich seit dem Debüt in der Champions League 2020/21 Schritt für Schritt auf europäischer Ebene vor. Nach erfolgreicher Qualifikation erreichte der Verein in dessen Premierensaison zunächst die Runde der letzten 32, scheiterte dort jedoch am FC Chelsea. Auch in den folgenden Jahren gelang Benfica mehrfach die Qualifikation für die Gruppenphase. 2021/22 traf das Team auf Lyon, den FC Bayern und BK Häcken, konnte aber mit einem Sieg und einem Unentschieden nur den dritten Platz belegen. In der Saison 2022/23 war die Konkurrenz mit dem FC Barcelona, Bayern und Rosengård erneut zu stark. Beide Duelle mit den Münchnerinnen gingen verloren: das furiose Hinspiel knapp mit 2:3, das Rückspiel mit 0:2.

Der bislang größte Erfolg folgte 2023/24, als Benfica in einer Gruppe mit Barcelona, Frankfurt und Rosengård den zweiten Platz erreichte und erstmals ins Viertelfinale einzog. Gegen den favorisierten Rekordsieger Lyon war der portugiesische Meister im Anschluss jedoch chancenlos und verlor beide Begegnungen. In der Saison 2024/25 endete der europäische Weg bereits in der Qualifikation. Ein Jahr später war Benfica dank seines Koeffizienten erstmals direkt für die neu eingeführte Ligaphase qualifiziert. Dort belegte der Verein unter 18 Mannschaften den 16. Platz, blieb ohne Sieg und holte lediglich gegen Twente und PSG jeweils ein Unentschieden. 

Auf großer Bühne

Das Duell mit Benfica führt die Bayern ins Estádio da Luz, auf Deutsch „Stadion des Lichts“. Die Heimstätte des portugiesischen Rekordmeisters bietet rund 68.100 Menschen Platz und erhebt sich wie eine große Schale über dem Rasen. Hier wurden Spiele der Europameisterschaft 2004 ausgetragen, darunter auch das Finale. Außerdem verwandelt sich das Stadion regelmäßig in eine Bühne für große Konzerte.

Für den FC Bayern ist dieser Ort mit einem der jüngsten großen Kapitel seiner Vereinsgeschichte verbunden: Am 23. August 2020 gewann die Männer-Mannschaft im Estádio da Luz das Champions League-Finale gegen Paris Saint-Germain mit 1:0. Kingsley Comans Kopfball besiegelte den sechsten Königsklassen-Titel der Münchner und machte Lissabon zur Bühne für das zweite Triple der Vereinsgeschichte. Nun kehrt der FC Bayern einmal mehr an diesen besonderen Schauplatz zurück – diesmal mit seinen Frauen. 

The Ones to watch

Im Kader von Benfica stehen mehrere Spielerinnen, die einer Partie ihren Stempel aufdrücken können. Caroline Møller etwa gibt dem Mittelfeld der Portugiesinnen seit rund einem Jahr Struktur und setzt zugleich offensive Akzente. Die Dänin kommt wettbewerbsübergreifend auf 13 Tore und drei Vorlagen in 36 Einsätzen. Für die nötige Ordnung in der Defensive sorgt Marit Lund. Die norwegische Abwehrspielerin ist zweikampfstark, verfügt aber ebenso über ein bemerkenswertes Gespür für den öffnenden Pass. In 71 Spielen für Benfica erzielte sie neun Tore und bereitete 19 weitere vor.

Eine Schlüsselrolle kommt auch der Kapitänin Pauleta zu, die seit 2019 das Trikot des Klubs trägt. Mehr als 160 Einsätze, 20 Tore und 19 Vorlagen stehen für ihre Erfahrung und Führungsstärke. Im Tor vertraut Benfica auf die Deutsche Lena Pauels, die in der vergangenen Ligasaison ihre Klasse unter Beweis stellte: In 14 Partien blieb sie sechsmal ohne Gegentor. Zusammen geben diese vier Spielerinnen Benfica Stabilität, Kreativität und jene individuelle Qualität, die es braucht, um auch auf der großen Bühne zu bestehen.

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Alle Infos zum Duell mit den Portugiesinnen: 

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