Der Klub, der City, Atlético und Inter schlug: Wer Bodø/Glimt ist – und warum Bayern am Donnerstag nicht auf Losglück hoffen sollte | OneFootball

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·10. September 2026

Der Klub, der City, Atlético und Inter schlug: Wer Bodø/Glimt ist – und warum Bayern am Donnerstag nicht auf Losglück hoffen sollte

Artikelbild:Der Klub, der City, Atlético und Inter schlug: Wer Bodø/Glimt ist – und warum Bayern am Donnerstag nicht auf Losglück hoffen sollte

Wer den Namen zum ersten Mal hört, hält ihn für einen Zufallstreffer der Auslosung. Wer ihn in Manchester, Madrid oder Mailand hört, zuckt zusammen. FK Bodø/Glimt, aus einer Stadt von 50.000 Einwohnern nördlich des Polarkreises, hat in der vergangenen Champions-League-Saison Manchester City 3:1 geschlagen, Atlético Madrid 2:1 und Inter Mailand in den Play-offs mit 5:2 nach zwei Spielen aus dem Wettbewerb geworfen. Am Donnerstag um 21 Uhr ist der Klub zum ersten Mal überhaupt Gegner des FC Bayern. Ein Auftakt, der leichter aussieht, als er ist.

Wer ist Bodø/Glimt?

Bodø liegt auf 67 Grad nördlicher Breite, hat im Winter kaum Tageslicht und ein Stadion, das Aspmyra heißt, 8.270 Menschen fasst und Kunstrasen hat. Der Klub war bis 2020 nie norwegischer Meister. Seitdem hat er unter Trainer Kjetil Knutsen die Liga geprägt – in der Vorsaison reichte es zum zweiten Platz hinter Viking Stavanger, dazu kam der Pokalsieg 2025/26. Der Fußball hat in Norwegen keinen Vergleich: hohes Pressing, viel Ballbesitz, aggressive Außenverteidiger, ein festes 4-3-3, das seit Jahren kaum verändert wird.


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In Europa hat das Modell längst Spuren hinterlassen. 2021 gewann Bodø/Glimt 6:1 gegen José Mourinhos AS Roma. 2025 erreichte der Klub als erster norwegischer Verein das Halbfinale eines Europapokals, in der Europa League. In der vergangenen Champions-League-Saison folgte die bisher stärkste Kampagne: Siege gegen City und Atlético in der Ligaphase, dann in den Play-offs 3:1 zu Hause und 2:1 auswärts gegen Inter – jenen Klub, der am Ende der Saison Meister und Pokalsieger wurde. Erst im Achtelfinale war Schluss, gegen Sporting Lissabon, nach einem 3:0 daheim und einem 0:5 auswärts.

Die Form: 18 Spiele ohne Niederlage

Bodø/Glimt kommt nicht als Außenseiter im klassischen Sinn nach München. Die letzte Niederlage datiert vom 4. Mai, 0:1 gegen Molde. Seither: 18 Pflichtspiele ohne Niederlage, drei überstandene Qualifikationsrunden. Gegen Union Saint-Gilloise, den belgischen Meister, und gegen NEC Nijmegen setzte sich Knutsens Mannschaft durch – gegen die Niederländer mit 3:1 auswärts und 3:0 zu Hause. Die Eliteserien läuft parallel weiter; zuletzt gewann Bodø gegen Fredrikstad.

Personell fehlen vier Spieler: Jostein Gundersen und Håkon Evjen in der Defensive und im Mittelfeld, dazu August Mikkelsen und Magnus Riisnæs. Im Tor steht der Russe Nikita Haikin, davor bilden Fredrik Sjøvold, Villads Nielsen, Odin Bjørtuft und Fredrik Bjørkan die Viererkette. Bjørkan, der Linksverteidiger, gehört zu den Torschützen gegen NEC – bei Bodø schießen die Außenverteidiger Tore.

Was Kompany und Neuer sagen

Vincent Kompany hat den Gegner offenbar länger studiert als üblich. „Bodø/Glimt ist eine großartige Geschichte für den Fußball“, sagte er am Mittwoch. „Je mehr man sie analysiert, desto mehr ergibt alles Sinn. Jeder Spieler läuft viel, jeder will verteidigen und pressen. Sie haben eine klare Idee, und die Spieler folgen ihr.“ Manuel Neuer hatte schon nach der Auslosung gewarnt, man werde die Norweger „nicht unterschätzen“ – und fügte am Mittwoch hinzu, dass Bayern in dieser Ligaphase gegen beide norwegischen Klubs spielt, Bodø/Glimt und Viking: „Das hat es noch nie gegeben, das ist etwas Besonderes.“

Bayern: Beste Elf nach dem Schalke-Dämpfer – und eine Rekordserie

Kompany hat auf Schalke rotiert und einen Punkt bezahlt. Harry Kane und Michael Olise saßen zunächst draußen, weil sie spät von der WM zurückgekommen waren; das 0:0 war Bayerns erstes torloses Pflichtspiel seit Juli 2025. Für Donnerstag erwartet WhoScored die stärkste verfügbare Elf: Kane in der Spitze, Ismael Saibari dahinter, Luis Díaz links. Jamal Musiala, nach seinen gesundheitlichen Problemen gegen Schalke zurückgekehrt, ist wieder eine Option – und Serge Gnabry könnte nach über vier Monaten erstmals wieder im Kader stehen. Kompany ließ das am Mittwoch offen: „Es könnte sein, aber wir wollen sicher sein, dass er das beste Gefühl hat.“

Die Bilanz, die für Bayern spricht: neun Pflichtspiele ungeschlagen, 19 Tore in den letzten sechs, Supercup gegen Dortmund, 5:1 gegen Stuttgart, 4:1 in Osnabrück. Kane hat seit seinem Wechsel nach München 33 Champions-League-Tore erzielt, mehr als jeder andere Spieler in diesem Zeitraum, und in sieben Königsklassen-Spielen in Folge getroffen. Und der Klub verteidigt laut eigenen Angaben eine Serie, die im Wettbewerb ihresgleichen sucht: Bayern hat sein jeweils erstes Champions-League-Spiel einer Saison zuletzt 22 Mal in Folge gewonnen, zuletzt 3:1 gegen Chelsea. Am Donnerstag soll das 23. Mal folgen.

Nach dem Halbfinal-Aus gegen PSG im Vorjahr und einer Opta-Siegwahrscheinlichkeit von 20 Prozent für diese Saison ist die Ausgangslage klar: Bayern soll gewinnen, deutlich, und die Diskussion um Schalke beenden. Sportvorstand Max Eberl formulierte es so: „Wir dürfen das jetzt auch nicht überanalysieren.“ Wenn es gelinge, wieder klarer in den eigenen Aktionen zu werden, „dann werden wir die Spiele wieder gewinnen.“

Worauf es ankommt

Erstens: Bodø wird nicht mauern. Das ist der Unterschied zu Schalke. Knutsens Mannschaft spielt ihren Ballbesitzfußball auch in München – was Räume für Bayern öffnet, aber auch für den Gegner. Das 6:1 gegen Roma und die Siege gegen City, Atlético und Inter entstanden aus genau dieser Haltung.

Zweitens: Das erste Tor. Ein Bodø, das früh hinten liegt, muss noch offener spielen. Ein Bodø, das lange die Null hält, wächst – die Norweger haben in Europa gelernt, mit Druck umzugehen.

Drittens: Die Standards. Bayern hat gegen Schalke 14 Schüsse gebraucht, um keinen zu verwandeln. Gegen eine Viererkette, der zwei Stammspieler fehlen, sind Ecken und Freistöße der kürzeste Weg.

Der Rest der Ligaphase liest sich für Bayern anspruchsvoll: Viking auswärts, Arsenal zu Hause, Atlético und Lille auswärts, Slavia, Manchester United, Betis. Der Auftakt ist die Partie, die man gewinnen muss, bevor die schweren kommen. Bodø/Glimt hat drei Klubs gezeigt, was passiert, wenn man das nicht tut.

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