Miasanrot
·17. Februar 2026
Der Laimer-Poker: Warum der FC Bayern hart bleiben muss – ein Kommentar

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·17. Februar 2026

Konrad Laimer ist wichtig für den FC Bayern, doch die aktuell spekulierten Gehaltsforderungen sind zu hoch. Da sollte Max Eberl hart bleiben. Ein Kommentar.
Der Österreicher, dessen Arbeitspapier 2027 ausläuft, fordert Berichten zufolge eine Verdopplung seiner Bezüge auf rund 15 Millionen Euro – inklusive Bonuszahlungen. Die Forderung ist verständlich aus Spielersicht: Konrad Laimer ist ein Mentalitätsmonster und liefert immer. Doch aus Vereinssicht wäre es ein fataler Fehler, ihr nachzugeben.
Max Eberl steht vor einer Richtungsentscheidung: Belohnt man den „Arbeiter“ mit einem Star-Gehalt oder investiert man endlich in die fehlende offensive Weltklasse?
Die kürzliche Verlängerung von Serge Gnabry bis 2028 spielt eine entscheidende Rolle. Gnabry hat akzeptiert, sein Gehalt von ca. 18-19 Mio. auf leistungsbezogene 15 Mio. Euro zu reduzieren. Das sendet ein klares Signal: Die Zeiten der automatischen Gehaltssprünge sind vorbei.
Wenn nun Laimer, der unermüdlicher Arbeiter und in dieser Saison auch ein kleiner Scorer ist (2 Tore und 4 Assists, in der Vorsaison 2 Tore und 3 Assists gesamt), in die gleiche Gehaltsklasse wie der „neue“ Gnabry aufsteigen will, ist das jedoch verständlich. Für den aktuellen Erfolg scheint der Österreicher noch wichtiger zu sein.
Das interne Gefüge könnte dadurch aber in Schieflage geraten. Zahlt man Laimer 15 Millionen Euro, wird er vom „Top-Dienstleister“ zum „Großverdiener“. Das würde die Erwartungshaltung an ihn deutlich nach oben schieben – auch was die spielentscheidenden Szenen wie Scorerpunkte anbelangt.
Laimer ist natürlich die 1A-Option gegen den Ball. Wenn Bayern gegen Real Madrid oder Manchester City spielt und das Pressing intensivieren muss, ist er unverzichtbar. Auch mit dem Ball hat der gelernte Mittelfeldspieler zuletzt große Sprünge gemacht – und trotzdem zählt er dahingehend nicht zur Weltklasse. Bei den meisten Offensivstatistiken zählt Laimer laut Wyscout nicht mal zu den besten 20 Rechtsverteidigern in den fünf europäischen Top-Ligen.
Bei den Deep Completions – also erfolgreiche Zuspiele in den Raum mit einem Radius von 20 Metern zum gegnerischen Tor – kommt Laimer auf 1,26 pro 90 Minuten. Immerhin näher an der Weltklasse (Hakimi hat als Bester 1,9), aber „nur“ Platz 10. So könnte man bei diversen Offensivstatistiken weitermachen. Laimer ist gut, hilft Olise mit seinen Läufen enorm, ist aber nicht Weltklasse dahingehend. Mit einem Gehalt von 15 Millionen Euro würde er aber im europäischen Vergleich in diese Kategorie aufsteigen.
Laimer wird von Roof vertreten – die Agentur vertritt auch Leon Goretzka und den eben genannten Serge Gnabry. Beide Spieler bekamen in der Vergangenheit hoch dotierte Verträge, die das Gehaltsgefüge angehoben haben.
Das Dilemma auf der rechten Abwehrseite zieht sich mittlerweile wie Kaugummi durch die letzten Jahre. Josip Stanišić ist der verlässliche Backup: taktisch klug, defensiv meist stabil. Aber was fehlt, ist das spektakuläre Pendant zu einem guten Alphonso Davies. Einer, der die Linie runterrennt, auch einmal einläuft und Flanken schlagen kann, die ankommen.
Jeremie Frimpong wäre dieser Mann gewesen, doch der Zug ist abgefahren, er zaubert jetzt für Liverpool. Und die „Notlösungen“ der Vergangenheit, allen voran Sacha Boey, haben gezeigt, dass Spontankäufe selten funktionieren.
Jetzt Laimer zum Topverdiener zu machen, würde nicht nur das Gehaltsgefüge sprengen, das Eberl gerade mühsam zu reparieren versucht, es wäre auch strategisch kurzsichtig. Ein 28-Jähriger mit diesem Gehalt ist unverkäuflich, sollte die Leistung nicht mehr stimmen. Es wäre wieder so ein „Rentenvertrag“, unter denen der Klub in den letzten Jahren genug gelitten hat.
Die Lösung kann daher nur lauten: Danke für alles, Konni, aber zu diesen Konditionen nicht. Bayern muss den Mut haben, das Geld aus einem Laimer-Verkauf (plus das gesparte Gehalt) in die Zukunft zu investieren, sollte der Österreicher nicht bereit sein, ein deutlich niedrigeres Gehalt zu akzeptieren.
Die Namen liegen ja auf dem Tisch: Ein Talent wie Feyenoords Givairo Read wäre ein Wagnis, klar. 30 Millionen Euro für einen 19-Jährigen sind eine Ansage. Aber Read bringt genau diese explosive Offensiv-Power mit, die Laimer abgeht. Oder man schaut doch noch mal bei Chelsea wegen Malo Gusto (22) vorbei. Allerdings: Solche Transfers sind Wetten auf Entwicklung. Nicht jeder junge Außenverteidiger findet sich sofort im Münchner Erwartungsdruck zurecht.
Natürlich ist der Weg mit einem jungen Spieler wie Read steiniger als mit dem routinierten Laimer. Aber finanziell und perspektivisch ist es der einzig richtige Schritt. Eberl muss jetzt konsequent bleiben: 10-11 Millionen Euro für Laimer sind ein sehr faires Angebot für einen „Arbeiter“.
Laimer mag dem FCB sehr helfen und wie wichtig er ist, zeigt sich aktuell in einer Phase, in der er nicht fit war und ist. Aber: Wenn ihm ein Angebot knapp jenseits der zehn Millionen Euro nicht reicht, müssen sich die Wege 2026 trennen. Alles andere wäre ein Rückfall in alte Muster, die sich der FC Bayern eigentlich nicht mehr leisten wollte.
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