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·24. Juni 2026

Der „Pfarrer“ als Fixpunkt: Gakpo hält Oranje zusammen

Artikelbild:Der „Pfarrer“ als Fixpunkt: Gakpo hält Oranje zusammen

Kurz bevor Cody Gakpo seine Bühne betritt, sucht sich der Stürmerstar einen ruhigen Platz, holt seine Bibel hervor und beginnt, in der Heiligen Schrift zu lesen. Es ist sein Ritual, Psalm 20, Vers 4 gehört zu seinen Lieblingsstellen. „Der Glaube gibt mir Frieden. Und Kraft, wenn ich sie brauche“, sagt Gakpo.

Und der Niederländer wird jede Menge Kraft brauchen bei dieser WM, Oranje hat noch viel vor. Gakpo ist auf diesem Weg der Fixpunkt in einer Offensive voller Hochbegabter. Während seine Saison beim FC Liverpool eher mäßig lief, blüht der 27-Jährige in der Elftal wieder auf.


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Nach den ersten zwei Spielen kommt Gakpo schon auf zwei Tore und eine Vorlage.  Seine Rolle bei Oranje sei „anders“, auch, „was der Trainer von mir will“, sagt Gakpo vor dem Gruppenfinale gegen Tunesien in der Nacht zu Freitag (01.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV). Ebenso „die Freiheit, die ich habe, verglichen mit Liverpool.“

Gakpo spielt gut auf

Vermutlich beflügelt es Gakpo auch einfach, dass Bondscoach Ronald Koeman, anders als dessen Landsmann Arne Slot bei Liverpool, deutlich gemacht hat, dass der robuste, schnelle und stets den Abschluss suchende Angreifer einer seiner wichtigsten Spieler ist. Auch im Team genießt der Familienvater, der bei der WM 2022 seinen Durchbruch schaffte, hohes Ansehen.

„Er ist ein herausragender Fußballer“, sagt Virgil van Dijk, sein Kapitän im Klub und bei der Nationalmannschaft: „Er arbeitet sehr hart für das Team. Er ist diszipliniert, seine Qualität sticht heraus. Seine Assists, Flanken, Tore. Er ist sehr wichtig für uns, und wir wollen, dass das so bleibt.“

Gakpo ist kein spektakulärer Dribbler wie Crysencio Summerville oder ein reiner Strafraumstürmer wie Wout Weghorst, Gakpo liefert ab – effizient, intelligent, schnörkellos. Ihm fehlt nur noch ein Länderspieltor, um mit der Oranje-Legende Marco van Basten gleichzuziehen.

Fast ebenso wichtig wie auf dem Platz ist Gakpo auch daneben, er ist der „Pfarrer“ des Teams. „Wie ich zu diesem Ruf gekommen bin, ist eine gute Frage“, sagt er: „Ich denke, wir geraten oft in Gespräche, in denen wir über den Glauben sprechen und gemeinsam beten. Dann bin ich derjenige, der das Gebet spricht, also vielleicht habe ich deshalb diesen Namen bekommen.“

Er hört Gospelmusik, „De Zegen“ (Der Segen) von Eline Bakker ist einer seiner Lieblingssongs, unter dem Trikot trägt er oft ein T-Shirt mit der Aufschrift „I belong to Jesus“ – das hat er sich von seinem Idol Kaka, dem Weltmeister aus Brasilien von 2002, abgeschaut. Und er nimmt sich selber nicht so wichtig. „Wir haben viele verschiedene Qualitäten im Team“, sagt Gakpo bescheiden: „Es ist wichtig, viele Optionen im Kader zu haben.

Doch der „Pfarrer“ ist der Fixpunkt.

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