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·21. Mai 2026
Der Poker um Said El Mala beginnt: Ein Spagat zwischen Wettbieten und möglichst früher Entscheidung?

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Simon Bartsch
21 Mai, 2026
Für Said El Mala stellen sich gerade wichtige Zukunftsweichen. Zum einen wurde der Spieler offensichtlich in den WM-Kader berufen und dann geht es auch um den künftigen Verein.
Thomas Kessler lässt die Zukunft des Trainers offen (Foto: Christof Koepsel/GEttyImages)
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Möglicherweise wird einer der ersten Anrufe nach dem Gespräch mit Julian Nagelsmann am Geißbockheim gelandet sein. Es ist zumindest davon auszugehen, dass die Kölner Verantwortlichen recht schnell über die Entscheidung des Bundestrainers informiert worden sind, dass Said El Mala im Sommer sein erstes großes Turnier für die A-Nationalmannschaft bestreiten kann. Über welchen Weg auch immer. Und diese Entscheidung dürfte man dann wiederum mit einer gewissen Freude, vielleicht sogar mit Stolz aufgenommen haben. El Mala ist der erste Kölner A-Nationalspieler seit Jonas Hector, der 2018 bei der WM in Russland mit von der Partie war. Für den FC eine Ehre. Viel wichtiger aber: Die WM-Nominierung von Julian Nagelsmann wird dem FC gerade recht kommen. Denn der Poker um den begehrten Spieler dürfte in den kommenden Wochen beginnen. Und die Berufung hat Einfluss auf dessen Marktwert.
Der 19-Jährige erhält wiederum die Chance, sich auf der größten Fußball-Bühne der Welt ins Schaufenster zu stellen. Und sollte das dann auch recht positiv aussehen, wären das kolportierte Mindestgebot von 50 Millionen, das man in Köln für den Spieler angeblich sehen will, vielleicht sogar Makulatur. Da der FC das Heft des Handelns mit dem Vertrag (ohne Ausstiegsklausel) in der Hand hält, könnte sich Thomas Kessler eigentlich zurücklehnen, die WM genießen und schauen, was mit dem 19-Jährigen passiert, welche Angebote auf seinen Schreibtisch flattern. Eigentlich. Denn da ist noch die andere Seite des Transfers. Auf einen möglichen Abgang muss der FC personell natürlich reagieren. Den Kölnern würde ein immens wichtiger Teil der Offensive, ein Teil der diesjährigen Lebensversicherung wegbrechen. Einen Eins-zu-Eins-Ersatz für El Mala wird es bei den Geißböcken in dieser Form nicht geben können.
Der Raketenstart des Newcomers, der in der vergangenen Saison noch 3. Liga spielte und nun Richtung WM schaut, ist beeindruckend und einzigartig. Die Entdeckung, Verpflichtung und vor allem die Vertragsverlängerung zu eben jenen Konditionen sind schon als Masterpiece zu betrachten, das seinesgleichen nicht so einfach finden wird. Und gerade deswegen wird sich Kessler schon lange seine Gedanken machen, wird genauso lange Spieler im Fokus haben. Zumal auch die Zukunft von Jakub Kaminski nicht vollends geklärt ist. Doch eine Richtung in der Kaderplanung steht und fällt mit einem möglichen El-Mala-Transfer. Zwar betont die FC-Geschäftsführung, dass der Verein auch ohne den zu erwartenden Verkauf handlungsfähig sei, doch alleine die Transfereinnahmen von den kolportierten 50 Millionen Euro würden eine ganz andere Basis schaffen. Der FC könnte im Sommer wie nie zuvor investieren.
Zum Vergleich: Die rund 25 Millionen im Vorjahr waren schon die zweithöchste Investition in einem Transfersommer der Vereinsgeschichte. „Es werden da Dimensionen spekuliert, die wir in der Vergangenheit nicht hatten. Wenn man die Jahre zurückschaut, dann war das Thema Transfererlöse beim 1. FC Köln verglichen mit anderen wirklich unterentwickelt. Wir haben verhältnismäßig wenig Transfererlöse erzielt“, sagte Geschäftsführer Philipp Türoff am Montag. „Jetzt bin ich als Finanzer erst einmal happy, dass es im Kader Spieler gibt, für die es einen Markt gibt.“ Der FC kann also Spieler verkaufen, Erlöse erzielen und die dann wieder in den Sport investieren. „Transfererlöse sind daher ganz wichtig, um handlungsfähig zu sein“, so der Geschäftsführer weiter. Diese Handlungsfähigkeit hat allerdings natürlich auch eine zeitliche Komponente. Gerade in England kommt der Transfermarkt gerne spät ins Rollen, die WM beschleunigt Prozesse sicher auch nicht.
Der Poker um El Mala könnte also erst im Spätsommer noch einmal so richtig Fahrt aufnehmen. Heißt, die potenziellen Transfererlöse eines El-Mala-Verkaufs stünden aber auch erst dann zur Verfügung. Bis dahin werden wohl schon einige Gespräche gelaufen, möglicherweise Transferziele an anderer Stelle untergekommen sein. Und es ist eben auch nicht fix, dass der 19-Jährige den Verein verlassen wird. Zwischen „handlungsfähig“ und einem Erlös von 50 Millionen Euro, der zum Großteil reinvestiert werden kann, liegt eine doch erhebliche Differenz. FC-Präsident Jörn Stobbe erklärte am Montag, dass es nun genau darum gehe, den Handlungsspielraum zu umreißen, was man sich mit und was man sich ohne Verkauf der Leistungsträger leisten könne. !Wir haben das Heft des Handelns in vielen Bereichen in der Hand. Und wir haben Alternativszenarien“, stimmte Vize-Präsident Ulf Sobek zu.
Wie diese angesichts der Spanne aussehen können, ist unklar. Am Ende gehe es nur darum, „eine tolle Truppe zusammenzustellen“, so Stobbe. „Da habe ich volles Vertrauen in Thomas.“ Ein Selbstläufer wird es nicht.







































