OneFootball
Selina Eckstein·11. Januar 2026
In partnership with
Yahoo sportsOneFootball
Selina Eckstein·11. Januar 2026
"Er bekommt definitiv keinen Vertrag." Ein Schlag ins Gesicht des Spielers, denn diese Aussage lässt keinen Spielraum. Trainer Unai Emery war es, der im Rahmen der Pressekonferenz vor dem EL-Spiel gegen Basel im Dezember deutlich wurde.
Sein Adressat: Harvey Elliott. Der Leihspieler kam im Sommer vom Liverpool FC. Damals war die Ausgangslage eindeutig, es wurde ein Leih-Vertrag mit Kaufpflicht vereinbart. Schon zehn Pflichtspiele würden reichen, damit die Klausel greife, berichtet 'The Athletic'. Bisher kommt er insgesamt auf 174 Minuten verteilt auf sieben Spiele.
Doch nun hat Aston Villa gar kein Interesse mehr daran, Elliott zu kaufen. Nach seinen deutlichen Worten im Dezember legte Emery im Januar noch einmal nach. "Wir haben vor zwei Monaten entschieden, dass wir nicht davon überzeugt sind, ihn zu verpflichten und das dafür nötige Geld auszugeben", wird er von 'BBC' Sport zitiert. Die Ablösesumme soll bei rund 40 Millionen Euro liegen.

Schon seit Mitte Oktober wurde der U21-Nationalspieler kein einziges Mal mehr für den Kader nominiert. Trotzdem würde er sich vorbildlich verhalten, jeden Tag trainieren und sei eine Hilfe bei den Trainingseinheiten, erklärte der spanische Trainer. "Das ist weder gut für ihn noch gut für uns, aber so ist Fußball, und manchmal müssen wir Entscheidungen treffen, die nicht für alle gut sind", fügte Emery an.
Spätestens damit erhärten sich die Vermutungen, die von den englischen Medien schon länger geäußert wurden. Der Villa-Coach soll Elliott gar nicht gewollt haben. Er hätte im Sommer offenbar lieber West Ham Uniteds Lucas Paqueta für das Mittelfeld verpflichten wollen. Sportchef Monchi habe den Elliott favorisiert und dessen Leihe durchgedrückt. Seit September ist der Boss allerdings weg und der Spieler bleibt in einer ziemlich bescheidenen Situation zurück.
So viel steht nämlich jetzt schon fest: Der Deal hat sich für keine Seite gelohnt und Elliott ist der große Verlierer. Keine Spielminuten auf dem Platz bedeutet gleichzeitig auch, dass der WM-Traum in verdammt weite Ferne rückt. Mit der U21 wurde er zwar Europameister im vergangenen Jahr und zum besten Spieler der Endrunde gekürt, doch ohne Einsatzzeit wird Thomas Tuchel ihn sicher nicht für die A-Nationalmannschaft nominieren.
📸 Christian Bruna - 2025 Getty Images
Holen die Reds ihn also im Winter-Transferfenster noch zurück und verleihen ihn nochmal? Doch selbst dieser Ausweg ist kompliziert. Die Fifa-Regeln schreiben vor, dass ein Spieler nur für zwei europäische Klubs in einer Saison spielen darf. Da Elliott vor seinem Wechsel noch für Liverpool auf dem Platz stand, kommt ein erneutes Leihgeschäft innerhalb Europas nicht infrage.
Damit spitzen sich die Optionen deutlich zu. Eine Alternative wäre die USA, denn dort könnte das einstige Mega-Talent spielen, weil die MLS einen versetzten Saisonkalender hat. Charlotte FC soll auch Interesse haben. Doch laut Transferexperte Fabrizio Romano hat Elliott scheinbar keine Lust auf Amerika.
Ob er die Hoffnung hat, wieder für die Reds spielen zu können? Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Arsenal wollte sich der LFC-Coach jedenfalls nicht dazu äußern, weil Elliott ein Spieler von Aston Villa sei. Aufgrund der bislang schwachen Liverpool-Saison und der vielen Ausfälle von Stars wie Alexander Isak oder Cody Gakpo ist es allerdings nicht ausgeschlossen, dass Elliott noch mal eine Chance von Slot erhält.
Ansonsten könnte es ein verlorenes Jahr für Harvey Elliott werden. Ohne Einsatzzeit, ohne Planungssicherheit und ohne klare Perspektive steht der 22-Jährige an einem Scheideweg. Die Winter-Transferperiode wird zeigen, ob Liverpool ihn noch einmal auffängt – oder ob das einstige Mega-Talent einfach fallen gelassen wird und erkennen muss, wie hart das Business sein kann. Oder anders gesagt: "So ist Fußball."
📸 Stu Forster - 2025 Getty Images
Live


Live







































