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·12. September 2026

Der verdiente Lohn

Artikelbild:Der verdiente Lohn

Der FC St. Pauli beendet mit einem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg seine Sieglos-Serie und sorgt für große Freude und Erleichterung.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Am 28. Februar dieses Jahres gewann der FC St. Pauli bei der TSG Hoffenheim mit 1:0. Durch den Siegtreffer von Mathias Pereira Lage sprang der FCSP auf Platz 15 und hatte noch alle Chancen auf den Klassenerhalt. Doch auf diesen dreifachen Punktgewinn folgte in der Saison 25/26 kein weiterer mehr. Am Ende stieg der FC St. Pauli aus der Bundesliga ab.Auch zum Start in die neue Saison konnte der FCSP die Sieglos-Serie erst einmal nicht beenden. In den ersten fünf Spielen wollte es nicht mit einem Dreier klappen. So wuchs die Serie auf 15 Spiele an – und auch, wenn die Verantwortlichen immer wieder betonten, dass diese Serie in den Köpfen keine Rolle spielte, so dürfte jede/r Sportler*in genau wissen: Das macht was mit Dir, wenn es einfach nicht klappen will.


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Doch am Samstagabend gegen den VfL Wolfsburg, ausgerechnet gegen die bisher höchste Hürde, die es in der noch jungen Saison für den FC St. Pauli zu bezwingen galt, platzte endlich der Knoten. Joel Fujita belohnte sein Team für ein tolles und mitreißendes Spiel in der 88. Minute mit seinem Treffer zum 1:0. Die Serie, die ein immer größeres Thema und damit immer mehr zur Last wurde, sie ist endlich beendet. Das Schönste: Aufgrund der gezeigten Leistung ist das hochverdient (hier geht es zur Spielerbewertung).

„Wir haben sehr hart dafür gearbeitet.“

Entsprechend gab es viel Erleichterung zu sehen und zu hören von den Spielern nach Abpfiff. Eric Smith beantwortete die berühmte Frage, wie er sich nach diesem Sieg fühle, entsprechend euphorisch: „Es ist das beste Gefühl der Welt. Wir haben das verdient. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Bereits die letzten Spiele hatten wir mehr verdient und ich habe gesagt: Es wird passieren, wenn wir weiter so trainieren und spielen.“ Auch Ben Voll hob hervor, wie hart das Team daran gearbeitet hat, dass endlich wieder ein Sieg herausspringt: „Es ist super wichtig, dass wir jetzt belohnt wurden. Dafür, dass wir die ganze Zeit dranbleiben. Dafür, dass wir in jedem Spiel Vollgas geben und 110 Prozent da sind. Das tut einfach gut.“

Auch für Marcel Rapp ist dieser Sieg das Ende einer Serie. Sein letzter Erfolg als Trainer lag sogar noch etwas weiter zurück, als der des FC St. Pauli: Im Januar hatte er mit Holstein Kiel gegen den SC Paderborn gewonnen, seitdem wartete auch der neue Cheftrainer des FCSP auf einen Sieg. Natürlich war auch ihm die Erleichterung nach Abpfiff anzumerken: „Wir freuen uns sehr, dass wir uns jetzt belohnt haben für unser Spiel. Wir hatten ordentliche Spiele, wo wir uns nicht belohnt haben. Wir hatten diese schwere Phase, weil wir keine Ergebnisse erzielt haben.“

Wie sehr diese Sieglos-Serie des FC St. Pauli ein Thema im Team gewesen ist, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Rapp betonte zwar, dass „die Jungs in jedem Spiel mit Selbstvertrauen“ agiert hätten und sagte: „Es war bei uns kein Thema in der Kabine. Es ging immer nur darum: Wie haben wir gespielt, wie war die Leistung? Wenn die Spieler Zeitung lesen, dann ist es ein Thema. Wenn sie keine Zeitung lesen, dann geht es an ihnen vorbei.“ Doch auch der FCSP-Cheftrainer weiß genau, welche negative Dynamik eine solche Serie irgendwann entwickeln kann, wenn man trotz guter Leistungen nicht gewinnt: „Logischerweise holt dich das irgendwann ein. Klar muss man das trennen, aber irgendwann interessiert es keinen mehr, wie die drei Spiele davor waren. Dann heißt es: Ihr habt fünfmal verloren. Deswegen bin ich froh, dass wir uns jetzt belohnt haben. Die Jungs arbeiten hart, der ganze Staff arbeitet hart. Deswegen freut es mich für alle.“

„Wir müssen noch besser werden.“

Was angesichts des hochemotionalen Samstagabends bemerkenswert ist: Sowohl Spieler als auch Trainer richteten wenige Minuten nach Abpfiff den Blick direkt wieder nach vorne und betonten einstimmig, dass es nun so weitergehen müsse. Rapp: „Das war jetzt ein Sieg, da müssen noch mehr kommen.“ Auch David Nemeth gab die weitere Richtung vor: “Jetzt müssen wir so weitermachen. Der Sieg ist gut, aber die Saison ist noch lang.“ Eric Smith ging sogar noch einen Schritt weiter, als er über die Defensivleistung des Teams sprach. Diese sei zwar gut gewesen, „aber wir sollten nicht denken, dass das genug ist. Wir müssen noch besser werden.“

Es ist bemerkenswert, wie besonders zu Saisonbeginn ein Sieg die Stimmung und die Aussichten drehen kann. Vor Anpfiff lag der FC St. Pauli in der Tabelle auf Platz 17. Ihr könnt euch sicher ausmalen, wie tief das Loch gewesen wäre, in das man sich mental eingebuddelt hätte, wenn, ja wenn das Team gegen Wolfsburg verloren hätte. Nun sieht das ganz anders aus: Sechs Punkte, vorerst Tabellenplatz acht. Was für das Team, aber auch für Fans noch wichtiger sein dürfte: Dass die erneut gute Leistung nun auch endlich belohnt wurde. Der FCSP hat sich diese drei Punkte gegen Wolfsburg nicht erschummelt, zusammengestümpert oder glücklich geholt. Im Gegenteil: Er hat diese Partie verdient gewonnen. Leistung und Ergebnis passen endlich zusammen. Und deshalb könnte dieser Erfolg gegen den VfL Wolfsburg nicht nur das Ende einer Serie sein, sondern auch noch ganz wichtige Signale senden. Weil er Vertrauen in die eigene Stärke und Spielidee schafft, was die Leistungsfähigkeit sogar noch erhöhen könnte. Deshalb sind Siege eben durch nichts zu ersetzen.

// Tim

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