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·5. September 2026

Der Wurm bei Hannover 96: Wie viel Zugriff hat Titz?

Artikelbild:Der Wurm bei Hannover 96: Wie viel Zugriff hat Titz?

Es ist in den ersten Wochen dieser Saison wirklich nicht einfach, Fan von Hannover 96 zu sein. Ihr wisst, dass ich eigentlich immer das Positive in unseren Auftritten suche. Nach dem gestrigen Spiel fällt mir das allerdings ausgesprochen schwer.

Beginnen wir deshalb mit dem einzig wirklich Positiven: Seit mittlerweile zweieinhalb Wochen sage ich, dass wir Gindorf und Hartel Zeit geben müssen, damit sie in der Mannschaft ankommen, Selbstvertrauen sammeln und ihre Qualitäten zeigen können. An diesem Punkt sind wir nun offenbar angekommen. Beide konnten Akzente setzen und haben gezeigt, dass sie für diese Mannschaft wichtig werden können.

Gebracht hat uns das am Ende allerdings nichts.


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Und genau das ist das Problem. Ich kann nicht verstehen, wie sich eine Mannschaft, die mit einer Führung in die Kabine geht, in der zweiten Halbzeit derart hinten einschnüren lassen kann. Zumal sich diese Entwicklung bereits gegen Ende des ersten Durchgangs angedeutet hatte. Die Spielverlagerung war erkennbar, der Gegner wurde zunehmend dominanter – und trotzdem haben wir es nicht geschafft, darauf zu reagieren.

Hannover 96: Es ist der Wurm drin

Mich würde deshalb wirklich interessieren, was Titz seiner Mannschaft in der Kabine mitgegeben hat. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass unser Coach diese Entwicklung nicht gesehen hat. Irgendetwas muss sich in der zweiten Halbzeit verändern, denn die Mannschaft kam völlig anders aus der Kabine – und leider nicht im positiven Sinne.

Trotzdem bin ich ganz ehrlich: Ich glaube, dass Titz hier auch nur begrenzten Zugriff hat.

Denn für mich wirkt das inzwischen vor allem wie eine Frage der Mentalität. Die zwei verlorenen Punkte sind mir dabei eigentlich völlig egal. Es sind noch 30 Spiele zu gehen, und natürlich kann man einen solchen Punktverlust im Laufe einer langen Saison auffangen. Was mich viel mehr beschäftigt, ist die Art und Weise, wie dieser Punkt verloren gegangen ist.

Der KSC war in der zweiten Halbzeit deutlich griffiger als Hannover 96. Die Kieler haben mehr investiert, waren in den entscheidenden Situationen präsenter und haben uns phasenweise tief in die eigene Hälfte gedrängt. Und genau das darf aus meiner Sicht nicht passieren. Das möchte ich als Fan von Hannover 96 nicht sehen – schon gar nicht nach einer Führung.

Ist es eine Frage der Mentalität?

Ich möchte mich dabei ausdrücklich nicht auf einzelne Namen versteifen. Aber die Anzahl der individuellen Fehler ist im Vergleich zur vergangenen Saison auffällig gestiegen – und das, obwohl viele der handelnden Spieler dieselben sind. Das kann kein Zufall sein. Irgendetwas hat sich verändert.

Natürlich ist es einfach und letztlich auch wenig zielführend, jetzt seitens der Medien einzelne Spieler für Fehler an den Pranger zu stellen. Schelte bringt uns nicht weiter. Aber es muss sich etwas ändern. Und zwar möglichst schnell.

Ob man dafür allerdings Titz allein die Verantwortung geben kann, weiß ich nicht. Vielleicht braucht es innerhalb der Mannschaft einen anderen Impuls. Vielleicht wäre ein Mentalitätscoach oder eine ähnliche Unterstützung tatsächlich eine Überlegung wert. Aber das ist zugegebenermaßen auch nur meine ganz persönliche Küchenpsychologie.

Was uns ebenfalls erneut begleitet hat: Vorne haben wir wieder zu viele Chancen liegen gelassen. Auch darüber müssen wir sprechen. Allerdings sehe ich gerade in diesem Bereich durchaus Licht am Ende des Tunnels. Wir kommen zu unseren Möglichkeiten, wir erspielen uns Chancen – irgendwann müssen wir einfach anfangen, diese auch konsequenter zu nutzen.

Und damit möchte ich dann doch noch positiv enden.

Es ist noch viel Zeit. Es sind noch 30 Spiele zu spielen. Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem eine Mannschaft erkennt, dass Talent und spielerische Qualität allein nicht reichen. Es braucht auch die Bereitschaft, in jedem Spiel, in jeder Phase und in jedem Zweikampf dagegenzuhalten. Genießt das Wochenende – und hoffen wir, dass wir beim nächsten Mal wieder mehr Grund haben, über das Positive zu sprechen.

Schwarz, Weiß, Grün – ein Leben lang.

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