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·2. Oktober 2026
Derry Scherhant: Überraschung nur auf dem Aufstellungsbogen

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Nationalspieler Nummer 998. 77 Minuten. Kein Tor, keine Vorlage. Liest sich wie ein Debüt, das man schnell abhakt – und war doch einer der Gründe, warum Deutschland Serbien in München eine Halbzeit lang nicht aus der eigenen Hälfte ließ.
Derry Scherhant, 23, SC Freiburg, stand beim 2:0 gegen Serbien zum ersten Mal für die A-Nationalmannschaft auf dem Platz. Gleich von Beginn an, links vorne, neben Florian Wirtz und Serge Gnabry. Damit hatte vor dem Anpfiff kaum jemand gerechnet. Wer Freiburg in dieser Saison gesehen hat, dürfte sich weniger gewundert haben.
Lange gewartet hat er nicht. In der 5. Minute zog Scherhant links durch und schlug die erste gefährliche Flanke des Abends, die Serbiens Abwehr gerade noch vor dem Tor klärte; den Abpraller setzte Maximilian Mittelstädt neben den Kasten. Der erste deutsche Abschluss – eingeleitet vom Neuling.
Das blieb kein Einzelfall. Der DFB hält in seinem Spielbericht zum 2:0 gegen Serbien fest, dass die frühen Strafraumszenen oft vom auffälligen Freiburger über die linke Seite eingeleitet wurden. In der 27. Minute hatte er dort erneut Platz und probierte es vom Strafraumrand selbst, wie der kicker-Ticker notiert. Ergebnis der ersten Halbzeit: 16:0 Torschüsse für Deutschland.
Sechzehn zu null! Und trotzdem stand es zur Pause nur 1:0.
Nach dem Wechsel kam Said El Mala für Gnabry, Scherhant rückte auf die rechte Seite und hatte auch dort seine Szenen. In der 77. Minute war Schluss, Bambasé Conté übernahm.
Der Bundestrainer musste nach dem Spiel nichts mehr erklären, er hatte es schon vor dem Anpfiff getan. „Er spielt eine tolle Saison bisher“, sagte Jürgen Klopp im ZDF. Dazu zählte er auf, was ihm gefällt: Tempo, Technik, Arbeit gegen den Ball, Stärke im Eins-gegen-eins auf engem Raum.
Die Zahlen dahinter: ein Tor und drei Vorlagen in den ersten vier Bundesliga-Spielen (Quelle: bundesliga.com), Freiburg holte in dieser Zeit zehn von zwölf möglichen Punkten. Zwei Tage nach seiner ersten Nominierung am 17. September traf Scherhant beim 2:2 in Frankfurt selbst und legte den zweiten Freiburger Treffer auf. Schüchtern ist anders.
Ein Senkrechtstarter ist Scherhant nicht. Gebürtiger Berliner, in der Jugend bei Viktoria 1889, Tennis Borussia und dem Berliner SC, ab 2020 bei Hertha. Für die Profis kam er dort auf 78 Pflichtspiele und zwölf Tore (fussballdaten.de), den größten Teil davon in der 2. Liga: 62 Einsätze, neun Treffer laut kicker.
Im Sommer 2025 holte ihn Freiburg für zwei Millionen Euro. Zwei! In seiner ersten Saison im Breisgau machte er 31 Bundesliga-Spiele mit fünf Toren und lief 13-mal in der Europa League auf, in der Freiburg bis ins Finale kam. Vor anderthalb Jahren Zweitliga-Alltag im Olympiastadion, jetzt Startelf in der Allianz Arena.
Bei aller Wucht über außen: Zählbares sprang für ihn nicht heraus. Die Einzelkritiken liegen entsprechend auseinander – Eurosport gibt eine 2,5 und sieht den Einsatz voll gerechtfertigt, sport.de kommt auf eine 3,0 und vermisst den Ertrag. Beide haben recht.
Ich würde das nach 77 Minuten gegen tief stehende Serben nicht zu hoch hängen. Der Gegner bot in der Startelf sechs Spieler jenseits der 30 auf und kam eine Halbzeit lang kaum über die Mittellinie. Räume wie in München bekommt ein Flügelspieler nicht jede Woche geschenkt.
Das Muster dieses Abends: Klopp belohnt Form vor Namen, und wer im Klub liefert, bekommt seine Minuten sofort – nicht erst in der Nachspielzeit. Am Sonntag in Thessaloniki wartet mit Griechenland der Gegner, der Deutschland in Augsburg 1:0 geschlagen hat, und der steht nicht nur tief, sondern setzt auch Nadelstiche.
Angekommen ist Scherhant. Ob er bleibt, entscheidet sich an Toren und Vorlagen.







































