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Philipp Overhoff·31. Januar 2026

Deutscher Klub wagt Risiko: Dieser Neuzugang ist zu gut für seine Liga

Artikelbild:Deutscher Klub wagt Risiko: Dieser Neuzugang ist zu gut für seine Liga

Beim FC Schalke 04 wird in diesem Winter kein Risiko gescheut. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga soll endlich der Aufstieg in die Bundesliga gelingen. Und dafür geht der Klub aber mal sowas von all in!

Das wurde spätestens mit der Verpflichtung von Superstar Edin Dzeko deutlich. Doch nur wenige Tage nach dem großen Transfercoup legten die Königsblauen nach. Dejan Ljubicic wechselt vom kroatischen Spitzenklub Dinamo Zagreb für rund eine Million Euro (inklusive Boni) nach Gelsenkirchen.


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Ljubicic brennt auf „super Herausforderung"

Auf den ersten Blick wirkt dieser Move für den 28-jährigen Österreicher fast wie ein Rückschritt. In Zagreb war Ljubicic unangefochtener Stammspieler, Europa-League-Teilnehmer und Tabellenführer der kroatischen Liga.

Doch eine entscheidende Rolle scheint Schalke-Coach Miron Muslic gespielt zu haben. Laut 'Bild'-Informationen überzeugte er Ljubicic in einem persönlichen Gespräch von der Idee, das Projekt S04 zu begleiten. Zudem sollen Aussagen von Zagreb-Präsident Zvonimir Boban zufolge auch private Umstände eine entscheidende Rolle für den Abgang gespielt haben.

Der Mittelfeldmann selbst zeigt sich trotzdem begeistert „Für mich ist Schalke 04 in der aktuellen Situation eine super Herausforderung", sagte er bei seiner Vorstellung. Gemeint ist: Es soll zurück in die Bundesliga gehen. Und zwar sofort.

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📸 DAMIR SENCAR - AFP or licensors

Miesepeter oder Ehrenmann?

Denn Ljubicic weiß aus eigener Erfahrung, wie man aufsteigt. Erst im vergangenen Sommer holte er mit dem 1. FC Köln die Meisterschale in der 2. Bundesliga. Danach zog es ihn nach vier Jahren in der Domstadt ablösefrei zu Dinamo, wo er sich seinen Traum vom internationalen Geschäft erfüllte. Doch nach nur einem halben kehrte er nach Deutschland zurück. Laut 'Sportske novosti' war der gebürtige Wiener mit dem Spielstil unzufrieden und zeigte das auch auf dem Feld. Kritik aus dem Fanlager ließ anschließend nicht lange auf sich warten.

Dem entgegen stehen auch hier die Worte von Vereinspräsident Boban. Dieser bezeichnete seinen Ex-Spieler als „einen außergewöhnlichen Menschen, Fußballprofi und Spieler, dem wir für alles dankbar sind, was er unserem Verein in dieser kurzen Zeit gegeben hat."

Und trotzdem: Dass Ljubicic nicht immer den ganz einfachen Draht zu seinen Klubs findet, ist bei Weitem nicht neu. Schon in Köln kokettierte er öffentlich mit einem Abschied, 2023 platzte ein Transfer zum VfL Wolfsburg. 2024 hinterlegte er nach dem Abstieg des FC in die 2. Bundesliga erneut einen Wechselwunsch.

Erklärtermaßen besitzt der neunmalige österreichische Nationalspieler ehrgeizige Ziele: „Irgendwann möchte ich Champions League spielen“, sagte er einst. Ein Gang in die 2. Bundesliga passt da eigentlich nicht ins Bild. Trotzdem blieb er und trug mit vier Toren und drei Assists in 27 Spielen entscheidend zum sofortigen Wiederaufstieg bei.

Ein kongenialer Partner für Dzeko

Schalke hofft nun auf eine ähnliche Wirkung. Die Qualität des Mittelfeldspielers steht dabei außer Frage. Ljubicic hat in dieser Saison bereits zwei Europa-League-Tore geschossen und verfügt zweifelsohne über Stärken, die dem Schalker Spiel guttun werden. Sportdirektor Youri Mulder erklärte bei Bekanntgabe des Transfers: „Er erkennt Räume schnell, trifft saubere Entscheidungen und strukturiert das Spiel aus dem Zentrum heraus. Zudem bringt er eine hohe Spielintelligenz mit.“

Ein technisch versierter Spieler wie Ljubicic passt in der Tat perfekt in den teilweise hektisch agierenden, auf Intensität ausgerichteten Schalke-Kader und könnte dem oft wilden Spiel der Knappen die nötige Kontrolle einimpfen.

Ein Fragezeichen bleibt jedoch hinter Mulders Einschätzung, Ljubicic sei ein „zuverlässiger Teamplayer“. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass der ÖFB-Star nicht immer berechenbar ist, mit Abschieden kokettiert und zuweilen launenhaft agieren kann.

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Aber wenn Schalke schon all in geht und einen 39-jährigen Edin Dzeko holt, um in die Bundesliga aufzusteigen, dann darf man es auch bei einem Spieler mit gelegentlichen Anflügen von Stimmungsschwankungen versuchen. Denn eines hat Ljubicic mit seinem neuen Teamkollegen gemeinsam: Eigentlich ist er für die 2. Bundesliga überqualifiziert.

Möglicherweise können die Fans diese Qualifikationen schon am Samstagmittag beim „kleinen Revierderby“ gegen den VfL Bochum bestaunen. Nach drei sieglosen Spielen in Serie braucht Schalke gegen den Pott-Rivalen dringend ein Erfolgserlebnis. Ob Ljubicic die Trendwende einleiten und die Blauen zurück in die Bundesliga führen kann?


📸 Lars Baron - 2025 Getty Images

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