Fussballnationalmannschaft.net
·3. Juli 2026
DFB bestätigt: Nagelsmann tritt nach WM-Aus zurück

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·3. Juli 2026

WM 2026, DFB, Julian Nagelsmann: Nach dem frühen WM-Aus trennt sich der Deutsche Fußball-Bund mit sofortiger Wirkung von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Der bis 2028 laufende Vertrag wurde aufgelöst, auch die Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner verlassen den Verband.

Bundestrainer Julian Nagelsmann trifft vor dem Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Paraguay am Stadion ein. Aufgenommen im Boston Stadium am 29. Juni 2026 in Foxborough, Massachusetts. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Die Entscheidung fällt vier Tage nach dem verlorenen Sechzehntelfinale in Foxborough gegen Paraguay, das Deutschland im Elfmeterschießen mit 3:4 verlor. Nagelsmann hatte das Amt erst im September 2023 von Hansi Flick übernommen. Nun ist Schluss nach 1015 Tagen im Amt.
Am Freitag bestätigte der Deutsche Fußball-Bund die Trennung. Vorausgegangen war am Donnerstag ein Krisengipfel in der DFB-Zentrale, bei dem Nagelsmann darum bat, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Dem kam der Verband nun nach.
Der 38-Jährige erklärte, die vergangenen Tage hätten ihn stark beschäftigt. Er habe sich mit Vertrauten aus seinem persönlichen Umfeld und aus dem Verband ausgetauscht. „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen“, sagte Nagelsmann.
An die Fans richtete er persönliche Worte. „Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!“
Der DFB machte zugleich deutlich, wohin die Reise gehen soll. Für die Neubesetzung des Postens will die Verbandsspitze das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Klopp habe „bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“.
Als Nachfolger gilt der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistermacher damit als heißer Kandidat. Einem Bericht des Spiegel zufolge sei seine Verpflichtung „so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagte ein „einflussreicher Topmanager eines Spitzenklubs“ der Bundesliga. Klopp steht derzeit noch bis 2029 bei Red Bull als „Head of Global Soccer“ unter Vertrag und arbeite dort „gerne“. Dennoch soll es mindestens eine mündliche Zusage geben, wonach er bei einem DFB-Angebot aussteigen kann. Im Raum steht eine Millionen-Ablöse.
Der Verband setzt auf einen Neustart mit einer großen Persönlichkeit. Klopp soll im September in der Nations League gegen die Niederlande den Neuaufbruch begleiten.

Nationalmannschafts-Direktor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig verfolgen gemeinsam die Trainingseinheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)
Mit Nagelsmann verlässt auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig den DFB. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus und wird aus persönlichen Gründen nicht verlängert. Darüber hatte Rettig DFB-Präsident Bernd Neuendorf bereits vor Beginn der WM informiert.
Auch die öffentliche und interne Kritik an Nagelsmann hatte zuletzt zugenommen. Nicht zuletzt seine Außendarstellung in den vergangenen Monaten geriet in den Fokus. Das Wort „selbstverliebt“ fiel. Vor seiner Rückkehr aus den USA hatte sich Nagelsmann noch Hoffnung gemacht, seinen Job retten zu können. Er kündigte an, den Bossen „Argumente liefern“ zu wollen. Der Verband wisse, was er an ihm habe, sagte er damals. „Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke.“
Am Ende setzte sich jedoch der Druck von außen und innen durch. Die Bosse senkten den Daumen, Experten und Fans forderten Konsequenzen. Nagelsmann hatte zuvor erklärt, er werde nicht weglaufen. Diese Linie war nach dem WM-Desaster nicht mehr zu halten.
Sportdirektor Rudi Völler, der auf der dreistündigen Krisensitzung mit Bernd Neuendorf, Rettig und Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke noch einmal an der Seite des Bundestrainers saß, rückte schließlich ebenfalls von ihm ab. Völler betonte, Nagelsmanns Entscheidung verdiene „unseren Respekt“. „Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde…“ Nagelsmann habe „die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person“ gestellt. Er „ist und bleibt ein exzellenter Trainer“, werde „seinen Weg weiter erfolgreich gehen“.
Auch Neuendorf fand lobende Worte für den scheidenden Bundestrainer. Der DFB-Präsident bezeichnete den 38-Jährigen als einen „verantwortungsbewussten und aufrichtigen Menschen, den wir alle schätzen“. Derselbe Zuspruch dürfte nun auf Klopp übergehen, den der Verband als möglichen Heilsbringer für einen Neustart im DFB-Team sieht.







































