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·7. Juni 2026
DFB Elf bei der WM 2026: Lennart Karl, ein echtes Sommer-Drama

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Lennart Karl war der deutsche Spieler, auf den sich dieser WM 2026 Sommer aus Sicht vieler Fußballfans am meisten richten sollte. Doch der 18 Jahre alte Bayern-Profi hat sich so kurz vor dem Turnier verletzt und musste abreisen, ein Rückschlag für ihn, die Nationalmannschaft und den deutschen Fußball.
Lennart Karl vom FC Bayern München verlässt nach dem Sieg im UEFA-Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen Real Madrid CF am 15. April 2026 in der Football Arena München den Rasen. Der junge Torhüter des deutschen Rekordmeisters war Teil des Kaders, der die Münchner ins Halbfinale schoss. (Lars Baron / Getty Images)
Karl ist erst 18 Jahre alt, misst 1,68 Meter und tritt mit einer bemerkenswerten Frechheit auf. Genau dieser Typ Fußballer, den der Beobachter längst fast verloren glaubte, lebt bei ihm wieder auf. Ein Straßenfußballer, wie es ihn kaum noch gibt, in einer Reihe mit Namen wie Littbarski, Basler oder Götze. Einer, der Gegenspieler mit Dribblings überrascht, obwohl vermeintlich kein Raum dafür da ist, der aus der Distanz abschließt, wenn niemand damit rechnet, und der Ideen mitbringt, die sonst kaum jemand im deutschen Fußball hat.
Nach dem 4:0 gegen Finnland, bei dem er als bester Mann auf dem Platz galt, brachte Karl seine Haltung mit einem Satz auf den Punkt: „Ich scheiß‘ mir nichts“. Genau so wirkt er auch. Er traut sich alles zu, mit Ball und ohne Ball.
Lennart Karl von der deutschen Nationalmannschaft im Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)
Wer sich an seinen Auftritt nach dem Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid erinnert, sieht ihn noch immer vor sich, von Kopf bis Fuß in Pink über den Platz marschierend. Dazu kommen seine Glamour-Posts mit Influencer-Freundin Zoe Käppele. Bei anderen Spielern seines Alters würde das wohl für Erstaunen sorgen. Bei Karl ist es eher wie bei Franck Ribéry, der Bayern-Legende, dem man ebenfalls nie lange böse sein konnte, selbst nicht nach der legendären Szene, als er sich ans Steuer des Mannschaftsbusses setzte und eine dicke Beule verursachte.
Noch vor einem Jahr kannte ihn kaum jemand. Seitdem ging es in einem Tempo nach oben, wie es beim FC Bayern lange nicht mehr vorkam. Vor neun Monaten bestritt er sein erstes Bundesliga-Spiel, vor acht Monaten erzielte er sein erstes Tor, vor gerade einmal zehn Wochen folgte sein erstes Länderspiel. Trotz dieses kometenhaften Aufstiegs lag er zuletzt im Rennen um den WM-Startelfplatz auf der rechten offensiven Seite vorne.
Durch Karls Ausfall rücken nun andere Namen in den Fokus. Am wahrscheinlichsten sind Leroy Sané, der sich bei Galatasaray zuletzt nicht mehr für einen Stammplatz empfehlen konnte, sowie Jamie Leweling vom VfB Stuttgart. Dem Stuttgarter traut der Beobachter allerdings den einen WM-Moment im Stil von David Odonkor 2006 oder Mario Götze 2014 nicht zu.
Die Hoffnung auf genau so einen Moment verband er mit Karl. Nun muss der Bayern-Star vier Jahre warten, bis er sich auf derselben Bühne wieder zeigen kann. Dann wird er 22 Jahre alt sein und trotzdem noch zu den Jüngsten gehören. Und er wird sicher nicht daran zerbrechen, die Amerika-WM verpasst zu haben. Das passt nicht zu Scheiß-mir-nix-Karl.
Was der Nationalmannschaft jetzt Hoffnung auf eine starke WM geben soll, beantwortet der Beobachter nüchtern mit: nicht viel. Denn mit Karl verliere Deutschland nicht nur einen von 26 Spielern, sondern in einem Kader, der längst nicht so stark besetzt ist wie in den vier deutschen Weltmeister-Sommern, auch das Unberechenbare und Unbekümmerte. Ein Drama.







































