Fussballnationalmannschaft.net
·2. Juli 2026
DFB Krisengipfel: Nagelsmann wird Rücktritt nahe gelegt – Klopp soll kommen

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·2. Juli 2026

Nach dem nächsten deutschen WM-Fehlschlag steht Julian Nagelsmann beim DFB offenbar vor dem Aus. In einem Krisengespräch in Frankfurt legten Verbandspräsident Bernd Neuendorf und weitere Verantwortliche dem Bundestrainer einen Rücktritt nahe. Als Favorit für die Nachfolge gilt längst Jürgen Klopp.

Jürgen Klopp lacht als TV-Experte im MagentaTV-Interview mit Bundestrainer Julian Nagelsmann (links) am Spielfeldrand des Gruppe-E-Spiels der WM 2026 zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026 in Houston. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Als sich Nagelsmann am Donnerstagmittag gegen 13.23 Uhr von der DFB-Zentrale in Richtung Flughafen bringen ließ, war die Lage bereits hochbrisant. Drei Stunden lang hatte der 38-Jährige mit den Bosse über die erneute WM-Blamage gesprochen, nachdem das Team im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen mit 3:4 ausgeschieden war. Nach SID-Informationen machten Neuendorf, Rudi Völler, Geschäftsführer Andreas Rettig und Bundesligachef Hans-Joachim Watzke dem Coach unmissverständlich klar, dass sie einen Abschied bevorzugen.
Wie Bild berichtete, sei sogar Völler, bislang als sein „Bodyguard“ bezeichnet, von Nagelsmann abgerückt. Als der Sportdirektor wenig später zusammen mit Rettig vom Hof fuhr, hob er den Daumen. Der Eindruck war eindeutig, der Zeigefinger Richtung Zukunft aber bereits von Nagelsmann weg gesenkt. Dem Bundestrainer wurde zwar noch eine Bedenkzeit eingeräumt, doch laut Bild soll der Fall „spätestens Ende der Woche“ erledigt sein. Eine Quelle aus dem Umfeld des Verbands, die die Süddeutsche Zeitung zitierte, sagte bereits am Vormittag: Nagelsmann habe „keine Chance mehr“.

Jürgen Klopp lächelt als TV-Experte beim Gruppe-E-Spiel der WM 2026 zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026 in Houston. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Diese Einschätzung deckt sich mit den SID-Informationen. Ein Funktionär bestätigte, dass Stimmung und Druck bereits so weit angewachsen seien, dass die Ära Nagelsmann nach dem frühen Aus gegen Paraguay enden könnte. Als Vorbild gilt beim Verband das niederländische Beispiel mit Ronald Koeman, der nach dem Ausscheiden in der ersten K.o.-Runde stilvoll abtrat.
Auch der Weg dorthin scheint vorbereitet. Neuendorf soll Nagelsmann eine Brücke für einen freiwilligen Rückzug gebaut haben. Eine Abfindung in Höhe eines Jahresgehalts steht im Raum. Nagelsmann ist noch bis zur EM 2028 gebunden, doch halten will man ihn offenbar nicht mehr. Zugleich gibt es heftige Kritik an seiner Außendarstellung der vergangenen Monate. Das Wort „selbstverliebt“ fiel.
Nach Informationen aus dem Umfeld des DFB ist „alles“ auf Klopp ausgerichtet. Der frühere Erfolgscoach aus Dortmund und Liverpool soll laut Spiegel für einen einflussreichen Topmanager eines Bundesliga-Spitzenklubs „so sicher wie das Amen in der Kirche“ übernehmen. Demnach könnte Klopp schon im September in der Nations League gegen die Niederlande einen Neustart moderieren.

Bundestrainer Julian Nagelsmann verlässt nach der 1:2-Niederlage im WM-2026-Gruppenspiel gegen Ecuador enttäuscht den Platz. Aufgenommen im New York New Jersey Stadium am 25. Juni 2026 in East Rutherford. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Vor seiner Rückkehr aus den USA hatte sich Nagelsmann noch Hoffnung gemacht, den Job retten zu können. Er wolle den Verantwortlichen schon „Argumente liefern“ für eine Weiterbeschäftigung, sagte er mit der ihm eigenen Zuversicht. Der Verband wisse schließlich, was er an ihm habe. „Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke.“ Doch genau dieses Selbstverständnis passt nach dem Krisengipfel offenbar nicht mehr zum neuen DFB-Kurs.
Sportlich und öffentlich hinterließ Nagelsmann zuletzt viele Fragezeichen. Er hatte den deutschen Fußball zunächst aus der lähmenden Hansi-Flick-Phase geholt, inklusive des Graugänse-Motivationsvideos, und seine erste USA-Reise im Oktober 2023 wurde als Erfolg bewertet. Dass die zweite Reise nun sein Ende einleiten könnte, war damals nicht abzusehen.
Unterwegs war Nagelsmann immer wieder zu Richtungswechseln gezwungen. Mit Vollgas war er zunächst in eine Richtung unterwegs, dann drehte er mit qualmenden Reifen um 180 Grad. Das führte zu kuriosen Szenen, etwa im November 2023, als Kai Havertz beim Spiel gegen die Türkei in Berlin plötzlich links in der Viererkette als „Schienenspieler“ auflief. Erst sollte die Mannschaft offensiv zaubern, weil die Defensive ohnehin nicht zu stabilisieren sei, später stand doch wieder die Abwehr als „Worker“ im Mittelpunkt.
Auch nach dem Aus gegen Spanien bei der Heim-EM blieb die Stimmung im Land zunächst gut. Es gab ja mit Marc Cucurella einen Sündenbock wegen dessen Handspiels, und die Fans sangen losgelöst „Major Tom“. Nagelsmann, so der Eindruck damals, würde es richten. Nun steht der DFB vor dem nächsten großen Umbruch.







































