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·21. August 2026

DFB-Pokal: Die größten Überraschungen der Drittligisten

Artikelbild:DFB-Pokal: Die größten Überraschungen der Drittligisten

Es ist wieder so weit, der DFB-Pokal startet in seine nächste Ausgabe. Mit dabei sind in der ersten Runde auch zwölf Drittligisten, die von einem Weiterkommen und einem damit verbundenen warmen Geldregen träumen. In der Vergangenheit ist schon so einigen Vereinen aus der 3. Liga die Pokalüberraschung geglückt. liga3-online.de hat mal ein paar der größten Sensationssiege herausgepickt.

Ein später als "Tor des Monats" ausgezeichneter Treffer per Fallrückzieher von Angelo Barletta (37.) ebnete im Oktober 2009 den Weg zu einem der größten Pokalerfolge des VfL Osnabrück. Die Niedersachsen waren nach Siegen gegen Hansa Rostock (2:1) und den Hamburger SV (4:2 n. E.) in die Runde der letzten 16 eingezogen und bekamen es dort mit einem scheinbar übermächtigen Gegner unter der Regie von Jürgen Klopp zu tun. Osnabrücks Coach Karsten Baumann hatte seine Mannen aber offensichtlich hervorragend eingestellt und Barletta erwischte einen Sahnetag.


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Nach seinem traumhaften ersten Treffer legte er noch vor der Halbzeit das 2:0 nach (42.). Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Nuri Sahin (55.) wurde von Benjamin Siegert wenig später fachgerecht beantwortet (69.), Lucas Barrios (90.+6) gelang nur noch Ergebniskosmetik und in Osnabrück konnte die Party beginnen. Im Viertelfinale war für den VfL dann aber Schluss, gerächt wurde der BVB beim 0:1 ausgerechnet vom Nachbarn Schalke 04.

Nur eine Saison später musste erneut der BVB für eine Pokalsensation herhalten, dieses Mal hieß der Gegner Kickers Offenbach. Die von Wolfgang Wolf trainierten Hessen hatten in der 1. Runde bereits den VfL Bochum mit einem 3:0 überraschend deutlich geschlagen und machten auch keine Anstalten, sich gegen die Dortmunder allzu leicht dem Schicksal hingeben zu wollen. Zwar hatten die Schwarzgelben über volle 120 Minuten mehr vom Spiel, gegen die Offenbacher Defensive war an diesem Abend aber kein Kraut gewachsen.

Im Tor wuchs Robert Wulnikowski über sich hinaus, der als ehemaliger Jugendspieler von Schalke 04 noch einmal zusätzlich motiviert war. Im Elfmeterschießen hielt er schließlich die Versuche von Lucas Barrios und Robert Lewandowski und wurde somit zum Held des Abends. Zwar war im Achtelfinale mit einem 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg Schluss für die Offenbacher, der Sieg gegen den BVB aber bleibt unvergessen.

Den himmelblauen Pokalwahnsinn erlebten 10.287 Zuschauer im August 2014 auf der Baustelle an der Gellertstraße, wo der 1. FSV Mainz 05 eigentlich nur kurz den Einzug in die nächste Runde unter Dach und Fach bringen wollte. Das schien auch gar kein Problem zu werden, nachdem Niki Zimling (24.) und Shinji Okazaki (49.) den Favoriten komfortabel in Führung geschossen hatten. Doch das Team von Karsten Heine wehrte sich nach Kräften, kam durch einen Doppelpack von Rekordtorjäger Anton Fink (50. und 53.) zurück und hatte auch ein wenig Glück, dass Niko Bungert kurz vor Schluss mit einem Eigentor (87.) die zwischenzeitlich erneut gefallene Mainzer Führung durch Ja-Cheol Koo (73.) wieder egalisierte.

Was bis hierhin schon unfassbar klingt, nahm in der Verlängerung noch verrücktere Züge an. Markus Ziereis brachte den CFC nach vorne (103.), doch ausgerechnet Bungert traf nun auch noch einmal ins richtige Tor (109.). Und als Marco Kehl-Gomez schließlich für den vermeintlichen Schlusspunkt sorgte (119.), hatte Johannes Geis noch eine Antwort parat – aus 55 (!) Metern und in der zweiten Minute der Nachspielzeit! Im Elfmeterschießen zeigten sich schließlich neun von zehn Schützen treffsicher, nur Gonzalo Jara scheiterte an Philipp Pentke, der die großen Feierlichkeiten auf dem Feld hinterher gar verpassen sollte, weil er zur Dopingprobe musste. Die Partie ging in die Annalen des Vereins ein. Anders als das Spiel in Runde 2 gegen Werder Bremen, das wurde mit 0:2 verloren.

Immer noch die Pokalsaison 2014/15 und mit Arminia Bielefeld ein Team, das noch ein weiteres Mal in unserer Aufzählung auftauchen wird. Die Ostwestfalen hatten damals einen echten Lauf, stürmten nach Siegen über den SV Sandhausen (4:1), Hertha BSC (4:2 n. E.) und Werder Bremen (3:1) ins Viertelfinale, wo letztlich auch die Fohlen dran glauben mussten. Erst im Halbfinale gegen den späteren Titelträger VfL Wolfsburg (0:4) war für das Team von Norbert Meier Endstation. Aber zurück zum Spiel gegen die Gladbacher, das besonders intensiv war und am Ende mit neun Gelben Karten im Notizblock des Schiedsrichters enden sollte.

Manuel Junglas brachte die Bielefelder in Führung (26.), und die Borussia benötigte schon einen von Max Kruse verwandelten Elfmeter um diese wieder auszugleichen (32.). Tore sollten anschließend erst wieder im Elfmeterschießen fallen, wobei Raffael links am Tor vorbeischoss und den Ostwestfalen somit letztlich zum Sieg verhalf. Für die Arminia war der Halbfinal-Einzug das bis dato beste Ergebnis im DFB-Pokal. Wenn die Fans auf der Alm nur damals schon gewusst hätten, was ein paar Jahre später noch auf sie warten sollte…

Lotte und der DFB-Pokal, da taucht doch gleich das Bild vom Dortmunder Mannschaftsbus im Kopf auf, der unweit des Stadions im Feld stecken geblieben war und von einem Bauern mit dem Traktor wieder zurück auf die Straße gezogen werden musste. Das war allerdings schon vor dem damaligen Viertelfinale, das die Sportfreunde mit 0:3 verloren. Zuvor hatten sie landesweit durch überraschend guten sowie erfolgreichen Fußball für Aufsehen gesorgt, der seinen Höhepunkt in der 2. Runde gegen die Werkself erlebte. Dabei schien doch alles zunächst standesgemäß zu laufen, nachdem Kevin Volland für die Gäste zum 1:0 getroffen hatte (25.).

Doch ein Eigentor von Roberto Hilbert (47.) brachte die Hausherren wieder ins Spiel, die sich auch trotz einer Gelb-Roten Karte gegen Tim Wendel-Eichholz (79.) und dem erneuten Rückstand durch Volland (105.) nicht aus dem Konzept bringen ließen und sich dank Kevin Freibergers Treffer (105.+1) schließlich in das Elfmeterschießen retteten. Dort hatte Luka Tankulic das letzte Wort, nachdem von Lotte Gerrit Nauber und Freiberger und von der Werkself Charles Aranguiz, Volland sowie Julian Baumgartlinger verschossen hatten. Lotte war nach dem 2:1-Erfolg in der 1. Runde gegen Werder Bremen damit die zweite Pokalüberraschung geglückt und die Fußballwelt sollte sich wenig später über die Anekdote mit dem Dortmunder Mannschaftsbus freuen dürfen.

Das Duell zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart hat im DFB-Pokal mittlerweile Tradition. Bis es im August 2018 zu eben jener Begegnung kam, die hier gleich noch näher beschrieben werden soll, hatten sich beide Klubs bereits dreimal in diesem Wettbewerb gegenübergestanden. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass ostdeutsche Vereine erstmals seit der Spielzeit 1991/92 teilnehmen dürfen. Die Bilanz der Kogge war bis dahin makelos, dreimal hatte sie gesiegt und sollte trotz Außenseiterrolle nun noch einen vierten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte aufnehmen. Cebio Soukou (8.) und Mirnes Pepic (84.) trafen für den Drittligisten, der in Runde 2 dann aber im Elfmeterschießen an Nürnberg scheiterte.

Kurioserweise bot sich dem VfB Stuttgart nur ein Jahr später schon die Chance zur Revanche, die mit einem 1:0-Erfolg letztlich glückte. Das gleiche Ergebnis bei der gleichen Spielpaarung stand auch ein Jahr später wieder auf der Anzeigetafel und langsam dürften sich die Gästefans aus Stuttgart an der schönen Hansestadt sattgesehen haben. Es muss an dieser Stelle nun wohl nicht mehr extra erwähnt werden, wer am Freitag in der 1. Runde der diesjährigen Pokalausgabe im Ostseestadion aufeinandertrifft… Aber gibt es auch wieder eine Überraschung?

Mit dem Gewinn der Europa League sollte sich Oliver Glasner in Frankfurt später noch für den Legendenstatus als Eintracht-Trainer bewerben, sein Debüt verlief aber alles andere als vielversprechend. Im August 2021 traten die Hessen bei Waldhof Mannheim an, was für die befreundeten Fangruppen ein Fußballfest versprach. Zumindest die Mannen von Trainer Patrick Glöckner sollten den Erwartungen auch gerecht werden, Marcel Seegert (48.) und Joseph Boyamba – nach einem Abwehrfehler von Tuta (52.) – brachten den Außenseiter mit einem Doppelschlag in Führung. Nachdem Martin Hinteregger kurz darauf auch noch Gelb-Rot gesehen hatte (62.), war die Partie entschieden.

Ein großer Erfolg für den SVW, der sich auch in der nächsten Runde noch wacker zu schlagen wusste, letztlich aber Union Berlin nach Verlängerung mit 1:3 unterlag. Am Freitag könnte mit einem weiteren Erfolg wieder Geschichte geschrieben werden, die hätte dann möglicherweise sogar noch deutlich mehr Bedeutung. Dieses Mal geht es nämlich gegen den großen Rivalen aus Kaiserslautern.

Es ist eine Begegnung vom 1. Spieltag der diesjährigen Bundesliga-Saison, im Jahr 2022 gab es zwischen der SV Elversberg und Bayer 04 Leverkusen aber noch einen Unterschied von ganzen zwei Spielklassen. Der sollte gleich von Beginn an aber überhaupt nicht mehr festgestellt werden können, denn die Hausherren gingen mit der ersten Szene und einem Treffer von Jannik Rochelt direkt in Führung (2.). Zwar wusste die Werkself in Person von Adam Hlozek sofort zu antworten (5.), aber der Ton für das Spiel war gesetzt. Kevin Koffie per Foulelfmeter – 2:1 (17.). Charles Aranguiz trifft aus kurzer Distanz – 2:2 (30.). Luca Schnellbacher nach toller Vorarbeit von Koffie – und wieder führte der vermeintliche Außenseiter (37.).

Am Ende stand nach weiteren Toren durch Kevin Conrad (74.) und Patrik Schick (89.) ein 4:3-Erfolg für den Verein aus dem Saarland, der damit wohl erstmals landesweit wirklich auf sich aufmerksam machte und in den folgenden Jahren noch einen rasanten Aufstieg hinlegen sollte. Der Werkself schadete im Nachhinein betrachtet aber auch diese Pokalpleite nicht wirklich, denn kurz darauf musste Trainer Gerardo Seoane gehen und ein gewisser Xabi Alonso übernahm.

Eine Pokalsaison, über die sie im Saarland wohl noch in vielen Jahren sprechen werden. Bereits in der 1. Runde hatten die Jungs von Rüdiger Ziehl mit einem 2:1-Erfolg über den Karlsruher SC auf sich aufmerksam gemacht, gegen die Bayern erhofften sich viele Fans somit einfach nur noch einen guten Fight ihres Teams. Nicht mehr und nicht weniger. Dass Saarbrücken den Rekord-Pokalsieger am Ende gar mit einer Niederlage im Gepäck auf die Heimreise schicken würden, damit hatten sicherlich auch die größten Optimisten nicht mit gerechnet. Zumal die Münchener durch Thomas Müller schon früh in Führung gingen (16.). Der FCS gab aber nicht auf und kam noch im ersten Durchgang zum Ausgleich, Patrick Sontheimer traf nach einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Gäste (45.+1).

Zwar warfen die Bayern im zweiten Durchgang alles nach vorne, gegen die auch taktisch wunderbar eingestellten Hausherren wollte aber kein zweiter Treffer gelingen und so stellten sich alle schon auf eine Verlängerung ein. Damit hatten sie ihre Rechnung aber ohne Marcel Gaus gemacht, der sich tief in der Nachspielzeit nach Vorlage von Tim Civeja aus dem Rückraum ein Herz fasste und mit einem abgefälschten Treffer zum 2:1-Sieg den Ludwigspark zum Kochen brachte. Ein Sensationserfolg, der nur Anfang einer Reise war. Erst wurde im Achtelfinale noch Frankfurt mit 2:0 geschlagen, bevor im Viertelfinale auch für Mönchengladbach Endstation in Saarbrücken war (2:1). Der FCS wiederum unterlag erst im Halbfinale, dort war ausgerechnet der Rivale aus Kaiserslautern eine Nummer zu groß (0:2).

Eine ganze Saison wie ein Fiebertraum erlebte Arminia Bielefeld in der Spielzeit 2024/25. Waren die Ostwestfalen in der Spielzeit zuvor nur knapp dem Abstieg in die Regionalliga entkommen, ging es nun steil bergauf und am Ende sogar bis nach Berlin. Siege über Hannover 96 (2:0), den 1. FC Union Berlin (2:0), den SC Freiburg (3:1) sowie Werder Bremen (2:1) ebneten den Weg ins Halbfinale, wo nun Double-Sieger Leverkusen als großer Favorit auf das Team von Mitch Kniat wartete. Die Werkself ging durch Jonathan Tah dann auch in Führung (17.), doch Marius Wörl antwortete prompt (20.). Als Maximilian Großer dann noch vor der Pause einen Freistoß von Louis Oppie über die Linie grätschte (45.+3.), wurden zaghafte erste Gedanken an die deutsche Hauptstadt gefasst.

Und tatsächlich sollte der DSC den Vorsprung über die Zeit bringen, die für ihre späten Tore bekannten Leverkusener hatten keine entscheidende Idee mehr parat. Der erste Finaleinzug in der Geschichte der Arminia war damit erreicht. Zwar wurde das Endspiel gegen den VfB Stuttgart mit 2:4 verloren, doch mehrere zehntausend mitgereiste Arminen und das in ein überdimensional großes Bielefeld-Trikot gekleidete Hermannsdenkmal sorgten für Bilder, die bleiben. Zudem hatten die Ostwestfalen am Ende ja doch noch einen Titel geholt, durch den Gewinn der Drittliga-Meisterschaft war letztlich der Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft.

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