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·19. Mai 2026

DFB-Pokalendspiele FC Bayern gegen VfB: Viele Tore, ein Sieger

Artikelbild: DFB-Pokalendspiele FC Bayern gegen VfB: Viele Tore, ein Sieger

Zum dritten Mal treffen sich Bayern München und der VfB Stuttgart am Samstag (ab 20 Uhr, live in der ARD und bei Sky) im DFB-Pokalfinale. Die beiden Vorläufer gingen jeweils an den Rekordpokalsieger - und beide Titel nehmen durchaus einen besonderen Platz in dessen Sammlung ein. Vor 40 Jahren gab es den ersten Pokalsieg des FC Bayern in Berlin (nach einer Niederlage bei der Premiere 1985), 2013 vollendete der Sieg die erste Triplesaison des Vereins, der zuvor die Schale und die Champions League gewonnen hatte. DFB.de blickt zurück auf zwei torreiche DFB-Pokalendspiele im Berliner Olympiastadion.

3. Mai 1986: FC Bayern - VfB Stuttgart 5:2

Vor 40 Jahren kam es zu einem der einseitigsten DFB-Pokal-Finales aller Zeiten in Berlin, was die Konstellation eigentlich nicht hergab, trafen sich doch zwei deutsche Spitzenklubs. Der FC Bayern war in der Vorwoche auch dank Stuttgarter Hilfe (2:1 gegen Tabellenführer Werder Bremen) Meister geworden und Libero Klaus Augenthaler hatte gesagt: "Jetzt schenken wir ihnen den Pokal." Doch der DFB-Kontrollausschuss musste nicht einschreiten, der "Auge" hatte nur einen Scherz gemacht.  


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Auf dem Platz machten die Bayern Ernst und gewannen 5:2. "An diesem Tag kam alles Negative zusammen", erinnerte sich Karl-Heinz Förster, der in der VfB-Abwehr stand und bis heute nicht versteht, warum sein Bruder Bernd damals auf der Bank saß. Offen sprach er später von "einer Fehlentscheidung" des Trainers Willi Entenmann.  

Die Stuttgarter, die in der Liga nach furioser Rückrunde Fünfter geworden waren, mussten zudem auf Torwart Helmut Roleder kurzfristig ersetzen und sein junger Vertreter Armin Jäger patzte prompt: Bei Roland Wohlfarths Lupfer aus 20 Metern stand er zu weit vor dem Tor und das VfB-Unheil nahm seinen Lauf. Zur Pause hatte Wohlfarth nachgelegt und Bayern-Trainer Udo Lattek sagte in der Kabine: "Die sind viel zu nervös, da brennt nichts mehr an." Daran sollte auch ein verschossener Elfmeter von Lothar Matthäus nichts ändern, den Jäger parierte. Michael Rummenigge erhöhte mit einem Doppelschlag auf 4:0, spätestens nach 72 Minuten war alles entschieden.

Am Ende wurden die in ungewohnten blauen Hosen spielenden Bayern, für die Wohlfarth noch einen dritten Treffer beisteuerte und damit Uwe Seelers Torrekord für ein Pokalfinale einstellte, etwas nachlässig. So erschienen auch die Namen der kommenden Weltmeister Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann, der nach Abpfiff auf der Ersatzbank ein paar Taschentücher voll heulte, auf der Anzeigetafel. Reportern sagte Klinsmann: "Da darf ich einmal vor 76.000 kicken und dann spiel‘ ich so ein Scheiß!". Trainer Willi Entenmann war fassungslos: "Dass man ein Spiel in einer solchen Form verlieren kann, hätte ich nicht für möglich gehalten."  

Nach Abpfiff wollte er nur seine Ruhe haben und entfernte sich vom Trubel. Da eilte Bundespräsi-dent Richard von Weizsäcker höchst selbst auf den Platz und holte ihn ein. Entenmann hat die Worte nie vergessen, die er hörte: "Auch Sie sind ein Sieger und haben zum Gelingen dieses Pokalfests beigetragen." Aber den Pokal bekamen die Bayern, die ihr zweites Double ausgelassen feierten.

Tore: 1:0, 2:0 Wohlfarth (22., 37.), 3:0, 4:0 M. Rummenigge (64., 72.), 4:1 Buchwald (76.), 5:1 Wohlfarth (78.), 5:2 Klinsmann (85.).

Zuschauer: 76.000 im Berliner Olympiastadion.

1. Juni 2013:  Bayern München - VfB Stuttgart 3:2

Der VfB Stuttgart wollte eine bescheidene Saison (12. Platz) noch vergolden, doch zu seinem Pech konnte man schon 2013 keinen schwereren Gegner bekommen als diese Bayern, die gerade Meister und Champions League-Sieger geworden waren. Nun wollten diese im vorläufig letzten Spiel unter Trainer Jupp Heynckes ihr historisches erstes Triple, dem VfB wurden keine reellen Chancen eingeräumt. Also spielte der so auf wie ein Team, das nichts zu verlieren hat. Trainer Bruno Labbadia hatte sein Team offensiv eingestellt, es hatte die ersten Chancen und Manuel Neuer verhinderte mehrfach einen Rückstand des Favoriten. Dann nahmen die Dinge doch ihren Lauf, Thomas Müller nutzte einen sehr umstrittenen Elfmeter zur bayerischen Pausenführung. Ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Mario Gomez gab dem VfB den Rest mit seinem Doppelschlag. 3:0 nach 61 Minuten – was sollte Bayern München noch passieren?  

Aber die Helden von Wembley, wo sie sieben Tage zuvor die Champions League gegen Borussia Dortmund gewonnen hatten, wurden nachlässig – eine Parallele zu 1986. Martin Harnik brachte den VfB jedenfalls plötzlich mit einem Doppelschlag auf 3:2 (71., 80.) heran. Damit kamen die Stuttgarter auch in ihrem vierten Finale in Berlin auf genau zwei Tore, erst im Vorjahr verließen sie diese Linie und schafften gegen Bielefeld gar das Doppelte (4:2). 

2013 wurde es am Ende also noch mal spannend und der VfB Stuttgart saugte gehörige Zuversicht aus seiner Leistung. Labbadia sagte hinterher: "Wir hatten die Hoffnung, die Bayern schlagen zu können und wir haben gezeigt, dass sie nicht unbegründet war." Für Kollege Jupp Heynckes war es im Alter von 68 Jahren endlich sein erster DFB-Pokalsieg als Trainer. Das verdankte er auch einem Ex-Stuttgarter. Überragender Mann auf dem Platz war nämlich Kapitän Philipp Lahm, der vor dem 1:0 gefoult wurde und das 2:0 vorbereitete – als Verteidiger. Der Kicker widmete ihm die Überschrift: "Lahm treibt Bayern zum Erfolg." 

Die Torhüter von 2013 sind heute übrigens im selben Klub: Manuel Neuer und Sven Ulreich, die auch die einzigen Spieler sind, die Samstag noch im Aufgebot stehen könnten. 

Tore: 1:0 Müller (37., Foulelfmeter), 2:0, 3:0 Gomez (48., 61.), 3:1, 3:2 Harnik (71., 80.).

Zuschauer: 75.420 im Berliner Olympiastadion.

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