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·22. Juni 2026
DFB-Pressekonferenz vor Deutschland – Ecuador mit Nadiem Amiri

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·22. Juni 2026

Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador hat sich Nadiem Amiri auf der DFB-Pressekonferenz im WM-Quartier in Winston-Salem den Fragen der Journalisten gestellt. Der Mainzer sprach über sein WM-Debüt, seine Familie, das Verhältnis zu Bundestrainer Julian Nagelsmann und den langen Weg zurück in die Nationalmannschaft. Alle Infos zur Partie gibt es auf der Seite zum Spiel Ecuador gegen Deutschland. Wir fassen die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz für dich zusammen.

Nadiem Amiri auf der DFB-Pressekonferenz im WM-Quartier in Winston-Salem vor dem Gruppenspiel gegen Ecuador. (Screenshot: YouTube)
Beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste hatte Nadiem Amiri als Joker mit seiner Flanke das 1:1 durch Deniz Undav vorbereitet und damit die Wende eingeleitet. Entsprechend gut gelaunt und nachdenklich zugleich gab sich der 29-Jährige auf dem Podium.
Für Amiri war das Spiel in Toronto ein ganz besonderer Tag: sein WM-Debüt, vor den Augen seiner Liebsten. „Erst mal ein großes Lob an die Fans, ich hätte nie gedacht, dass so viele Deutsche nach Amerika und Kanada kommen und so supporten“, sagte Amiri. Rund 20 seiner 25 angereisten Familienmitglieder hätten ihn zum ersten Mal überhaupt live gesehen: „Der Verlauf des Spiels, mein WM-Debüt, alles drum und dran war für mich ein perfekter Tag.“ Die Kulisse habe sich fast wie ein zweites Heimspiel angefühlt.
Dass ausgerechnet er den Wendepunkt einleitete, hatte für Amiri eine besondere Bedeutung. Nach seiner Einwechslung gegen Curaçao zunächst ohne Einsatzzeit, sei er nicht enttäuscht gewesen: „Ich war nach dem Curaçao-Spiel gar nicht sauer. Ich wusste, dass mein Moment kommen wird.“ Genau diese Geduld zahlte sich aus: „Julian hat oft gesagt, dass ich keine paar Minuten brauche, um reinzukommen, sondern sofort da bin. Das Spiel war wieder das perfekte Beispiel dafür. Für mich war es ein Riesenmoment.“

TORONTO, ONTARIO – 20. Juni: Deniz Undav (#26), Nadiem Amiri (#20) und Jamie Leweling (#9) aus Deutschland stehen zur Einwechslung an der Seitenlinie bereit, während des FIFA-Weltmeisterschafts-Gruppenspiels der Gruppe E zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste im Toronto Stadium am 20. Juni 2026 in Toronto, Ontario. (Foto: Megan Briggs/Getty Images)
Amiri und Nagelsmann verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, die bis in die Jugend bei der TSG Hoffenheim zurückreicht. „Wenn man seinen Jugendtrainer schon so früh und so lange kennt, ist das immer ein besonderes Verhältnis“, erklärte Amiri. Gemeinsam wurde man in der U19 deutscher Meister, schaffte den Sprung zu den Profis. „Es waren so viele schöne Momente zusammen, das verbindet uns. Ich schätze Julian als Mensch sehr und bin ihm einfach dankbar.“
Nachdenkliche Töne fand Amiri mit Blick auf Nico Schlotterbeck, der sich gegen die Elfenbeinküste verletzt hatte. „Es ist ein ganz schwieriger Moment. Du weißt eigentlich nicht, was du ihm sagen sollst, weil du siehst, er ist einfach leer“, schilderte Amiri, der den Verteidiger beim Physio direkt neben sich erlebt hatte. Die Mannschaft müsse für ihn da sein, ihm aber auch Raum geben: „Ich glaube, Ruhe tut ihm auch gut. Ein gesunder Abstand hilft ihm, das selbst zu verarbeiten.“
Eine Szene blieb besonders hängen: Nach einem schmerzhaften Zweikampf Knie an Knie wurde Amiri von Kapitän Joshua Kimmich lautstark zum Weitermachen angetrieben. „Ich habe es natürlich gehört auf dem Platz, die Stimme hört man“, sagte Amiri und lachte. „Ich hatte wirklich sehr Schmerzen, aber so etwas hilft mir, sofort aufzustehen und den Schmerz rauszulaufen. Ich bin froh, dass wir so einen Kapitän haben.“
Nach dem Temperatursprung von Toronto zurück nach Winston-Salem fordert vor allem die Hitze die DFB-Auswahl. „Das Training hier ist sehr intensiv, man spürt die Hitze und die Luft extrem“, berichtete Amiri. Mit Kühlwesten und Ventilatoren werde gegengesteuert, er trainiere bewusst am Limit, um sich an die Temperaturen anzupassen. Die Einheiten unter Nagelsmann beschrieb er als „immer kurz und sehr intensiv, weil er alles perfekt verlangt. Er macht viele Spiele mit vielen Regeln, da muss auch die Birne da sein.“
Mit Ecuador wartet ein unangenehmer Gegner, den Amiri ausdrücklich ernst nimmt. Seinen früheren Leverkusener Mitspieler Piero Hincapié lobte er in höchsten Tönen: „Piero ist ein Top-Spieler mit brutalen Qualitäten, ein verrückter Südamerikaner, aber neben dem Platz ein sehr respektvoller Junge. Ecuador hat eine sehr gute Mannschaft, wir müssen auf jeden Fall gewappnet sein.“ Auf mehr Spielzeit hofft Amiri, ordnet sich aber unter: „Ich bin so bereit, wie der Trainer mich braucht.“
Trotz des bereits gesicherten Weiterkommens warnte Amiri davor, das Spiel als Formsache abzutun. „Ich würde nicht sagen, dass es keine Bedeutung mehr hat. Wir müssen im Flow bleiben, jeder Sieg tut uns gut“, betonte er. Aus Respekt vor den anderen Nationen wolle man die Partie mit maximaler Intensität angehen: „Wir wollen das Spiel zu 100 Prozent gewinnen.“ Große Experimente erwartet er von Nagelsmann nicht, das mögliche Achtelfinalszenario im Kampf um die beste Platzierung ist für ihn kein Thema: „Wir gucken nicht. Uns ist relativ egal, wer kommt, jedes Spiel hat die gleiche Bedeutung.“
Nach seinem Debüt 2019 hatte Amiri jahrelang auf ein Comeback im DFB-Trikot warten müssen. „Natürlich verfolgt man die Nationalmannschaft immer, es hat ab und zu auch wehgetan“, räumte er ein. In einer schwierigen Zeit bei Bayer Leverkusen sei der Wechsel zu Mainz 05 die Rettung gewesen: „Das war der beste Schritt meines Lebens. Ich wollte einfach wieder glücklich sein und Fußball spielen.“ Großen Anteil an seiner Rückkehr habe seine Familie, allen voran sein Vater: „Ich liebe ihn über alles. Jeder Moment, den ich auf dem Platz habe, ist auch für sie.“
Die komplette DFB-Pressekonferenz mit Nadiem Amiri gibt es im Video auf YouTube. Alle Infos und Daten zur Partie findest du auf der Seite zum Spiel Ecuador gegen Deutschland sowie in unserer Übersicht zur WM 2026 Gruppe E.







































