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·17. Mai 2026

DFB WM 2026 Kadernominierung: Nagelsmann sagt nichts, Baumann selbstbewusst

Artikelbild:DFB WM 2026 Kadernominierung: Nagelsmann sagt nichts, Baumann selbstbewusst

Die Hinweise auf ein Comeback von Manuel Neuer für die WM 2026 verdichten sich weiter. Bundestrainer Julian Nagelsmann hielt sich im „ZDF-Sportstudio“ am Samstagabend zwar auffallend bedeckt, schloss eine Rückkehr des 40 Jahre alten Keepers aber auch nicht aus. Gleichzeitig trat Oliver Baumann selbstbewusst auf und betonte, dass er mit klarem Vertrauen in die Vorbereitung auf das Turnier in Kanada, den USA und Mexiko geht.

Artikelbild:DFB WM 2026 Kadernominierung: Nagelsmann sagt nichts, Baumann selbstbewusst

Bundestrainer Julian Nagelsmann verfolgt aufmerksam eine Trainingseinheit der deutschen Nationalmannschaft am adidas Homeground in Herzogenaurach am 24. März 2026. Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images


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Nagelsmann bleibt bei Neuer vage

Im „ZDF-Sportstudio“ vermied Nagelsmann eine klare Aussage zur Personalie Neuer. Er erklärte mehrfach, er wolle zunächst das Gespräch mit allen Spielern führen. „Das hat noch nicht stattgefunden.“ Dass der Bayern-Torwart auf der vorläufigen, 55 Spieler umfassenden WM-Liste stehen soll, widersprach der Bundestrainer nicht. „Die Liste wird nicht veröffentlicht, deswegen kommentiere ich es nicht. Was ich dazu sagen kann ist, dass da sehr, sehr viele Spieler draufstehen, weil es eben 55 sind.“

Nach Informationen von „Sky“ soll Neuer in den vergangenen Tagen bereits für die Weltmeisterschaft zugesagt haben. Nagelsmann stellte klar, dass bei ihm dazu nichts angekommen sei. „Von mir hat keiner eine Information bekommen, auch noch nicht die Spieler“, sagte er. Zugleich kritisierte er den Umgang mit solchen Meldungen durch den Sender: „Sky“ habe dies rausposaunt: „Es werden Informationen in einen Hut geworfen, und der Journalist kann entweder sagen: ‚Sorry, war falsch‘ oder, wenn es richtig ist, ‚Wow, ich habe es vor allen anderen gewusst.‘ Das Schwierige ist, immer jedes Detail im Voraus zu kennen.“

Neuer lässt Rückkehr offen

Manuel Neuer selbst hatte einen WM-Einsatz nach dem letzten Bundesliga-Spieltag nicht ausgeschlossen. Nach dem 5:1 des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln sagte der Kapitän: „Für mich ist das heute kein Thema.“ Er ergänzte: „Ich bin da total entspannt. Es ist so, dass wir heute die Meisterschaft feiern. Ich habe in der nächsten Woche ein ganz wichtiges Spiel mit dem DFB-Pokalfinale.“ Die Tendenz zu einer überraschenden Fortsetzung seiner Nationalmannschaftskarriere wird aber immer stärker. Am Abend gab es von Nagelsmann weder ein klares Dementi noch eine Bestätigung.

„Sky“ hatte berichtet, die Rückkehr des Münchners in die DFB-Auswahl sei bereits beschlossene Sache, und zwar als Nummer eins. Man sei sich sicher, dass Neuer ins Nationalteam zurückkehrt, „sofern nichts Außergewöhnliches mehr in den nächsten Stunden oder Tagen passiert“. Der frühere Welttorhüter, Nagelsmann und DFB-Direktor Rudi Völler sollen sich darauf verständigt haben. Passend dazu ließ Neuer seine Aussagen auf die Frage, ob eine WM-Teilnahme ausgeschlossen sei, mit dem Satz enden: „Das müsst ihr nicht wissen.“

Vor der Weltmeisterschaft in Kanada, USA und Mexiko hatte es zuletzt ohnehin Spekulationen über ein mögliches DFB-Comeback gegeben. Neuer berichtete, dass es in den vergangenen Tagen keinen Kontakt zu seinem früheren Bayern-Coach gegeben habe. „Wir haben das ganze Jahr Kontakt, ganz normal wie mit anderen ehemaligen Trainern und Verantwortlichen auch. Da war jetzt nichts Besonderes.“

Matthäus und Baumann bewerten die Lage

„Sky“-Experte Lothar Matthäus deutete Neuers Aussagen als positives Signal für eine WM-Teilnahme. „Für mich eher ja wie nein“, sagte er. „Manuel Neuer ist für mich der beste deutsche Torhüter und die Besten sollten spielen.“

Im letzten Bundesliga-Spiel der Saison war Neuer nach rund einer Stunde für seinen Ersatzmann Jonas Urbig ausgewechselt worden. Das sei auch mit Blick auf das DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag gegen den VfB Stuttgart in Berlin geschehen, erklärte der Routinier. „Ich habe etwas gemerkt in der Wade, deshalb wollte ich kein Risiko eingehen, auch wegen nächster Woche. Deshalb habe ich lieber gesagt, dass ich was spüre.“

Am Freitag hatte Neuer seinen Vertrag beim FC Bayern um ein weiteres Jahr bis zum Sommer 2027 verlängert. Von der WM 2010 bis zur EM 2024 war er bei allen großen Turnieren die Nummer eins im deutschen Tor. Nach dem Heimturnier vor zwei Jahren trat er aus der Nationalmannschaft zurück. Mit 124 Länderspielen ist er Deutschlands Rekordkeeper, sein größter Erfolg blieb der WM-Titel 2014 in Brasilien.

Dass der Rücktritt damals tatsächlich als endgültig gedacht war, bestätigten die weiteren Hintergründe. Zur Zeit der Entscheidung ging Neuer davon aus, dass Nagelsmann künftig auf Marc-André ter Stegen als Nummer eins setzen würde. Genau das war auch der Plan des Bundestrainers, wurde jedoch von immer neuen Verletzungen ter Stegens durchkreuzt. Dadurch rückte Oliver Baumann in den Fokus.

Der 35 Jahre alte Hoffenheimer erwies sich während der kompletten WM-Qualifikation im zweiten Halbjahr 2025 als sicherer Rückhalt und avancierte zur Nummer eins. Nach dem 0:4 seines Teams in Mönchengladbach sagte Baumann gegenüber „Sky“: „Ich gehe sehr selbstbewusst in die Vorbereitung und dann in die WM. Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Punkt. Ich habe meine Infos, von meinem Gespräch mit Julian. Es war ein Vier-Augen-Gespräch.“

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